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Großeinsatz am FriedrichstadtpalastFünfstöckiges Haus in der Berliner Innenstadt droht einzustürzen

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28.08.2025, Berlin: Feuerwehrleute räumen in Berlin-Mitte ein Haus wegen Einsturzgefahr. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Feuerwehrleute räumen am Donnerstag (28. August) in Berlin-Mitte ein Haus wegen Einsturzgefahr. 

In Berlin-Mitte ist ein Wohn- und Geschäftshaus einsturzgefährdet. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten das Gebäude verlassen.

In der Berliner Innenstadt sind Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste zu einem Großeinsatz ausgerückt. Ein fünfstöckiges Gebäude in der Nähe des Friedrichstadtpalasts droht einzustürzen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner mussten das Wohn- und Geschäftshaus verlassen, das in der Reinhardtstraße im Bezirk Mitte liegt.

Laut „BZ“ wurde die Feuerwehr um 10 Uhr am Donnerstagvormittag aufgrund beunruhigender Veränderungen am Gebäude alarmiert: Demnach hatte sich der Dachstuhl in Richtung Straße verschoben. Auf Bildern von der Fassade des Hauses ist dies an der Traufkante deutlich zu erkennen. Die Zeitung zitiert einen Feuerwehrsprecher: „Dadurch wurde die Fassade des Hauses nach außen gedrückt. Ein Statiker hat das Gebäude deshalb als einsturzgefährdet eingestuft.“ Aufgrund der lebensgefährlichen Situation musste schnell gehandelt werden.

Wie viele Menschen sich in dem Gebäude aufhalten, war am Vormittag zunächst unklar. 13 Personen verließen das Haus bis zum Nachmittag, wie die „BZ“ schreibt. Andere Bewohner hätten von dem Drama aber nichts mitbekommen, weil sie im Urlaub oder nicht zu Hause waren. Das Gebäude wurde unterdessen weiter untersucht, auch mit einer Drohne. 

Alles zum Thema Technisches Hilfswerk

Zur Unterbringung der Betroffenen wurde einem Feuerwehrsprecher zufolge ein Bus der Berliner Verkehrsbetriebe angefordert. Ob und wann die Bewohnerinnen und Bewohner ins Haus zurückdürfen, ist vollkommen unklar. Möglicherweise müssen sie sich andere Unterkünfte suchen.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) wurde alarmiert. Das THW verfügt über technisches Spezialgerät, das unter anderem beim Abstützen des Gebäudes helfen kann. Ab dem Nachmittag wurden mit schwerem Gerät Teile des einsturzgefährdeten Dachstuhls abgetragen. Die Reinhardstraße wurde komplett gesperrt, die Arbeiten können sich bis in die Nacht ziehen.

Berliner Parteizentrale der FDP gesperrt

Die Reinhardtstraße wurde von der Kreuzung Friedrichstraße bis zur Albrechtstraße komplett gesperrt und ist in diesem Abschnitt auch für Fußgänger nicht begehbar. Parkende Autos wurden entfernt.

Ebenso wurden die Nachbargebäude abgesperrt, vor allem Geschäfte im Erdgeschoss. Davon betroffen ist auch die Parteizentrale der FDP, berichtet die „BZ“. Der Berliner Parteichef der Liberalen, Christoph Meyer, dankte den Einsatzkräften für die zügige Reaktion. Er betonte aber auch, dass Bewohner und Gewerbetreibende schnell Klarheit bräuchten, wie es weitergeht. 

Allerdings wirft der Vorfall auch Fragen auf: Bei Google Street View ist deutlich zu erkennen, dass die Verformung am Dach bereits im März 2022 bestand. Aus dieser Zeit stammt das Foto. Ob es bislang einfach nicht auffiel oder jetzt noch weitere Hinweise auf eine Veränderung der Statik hinzugekommen sind, ist unklar. (dpa, cme)