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Grundschüler getestetKölner Fluglärmstudie kommt zu überraschendem Ergebnis

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Flughafen  Köln

Ein Flugzeug startet am Flughafen Köln-Bonn. (Archivbild)

  1. Das DLR hat erstmals Auswirkungen von Fluglärm auf Grundschulkinder untersucht.
  2. Dabei kamen die Forscher zu überraschenden Ergebnissen.
  3. Wir erklären, wie die Studie abgelaufen ist und fassen die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Köln – Grundschüler leiden weniger stark unter Nachtfluglärm als Erwachsene. Sie schlafen allerdings später ein als Altersgenossen ohne Einfluss von Fluglärm und haben auch kürzere Tiefschlafphasen.

Morgens aber seien sie nicht müder als andere Kinder und auch ihr Reaktionsvermögen wird nicht beeinträchtigt.

Das ist das überraschende Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit 51 Kindern im Alter von acht bis zehn Jahren im Umfeld des Flughafens Köln/Bonn. Erstmals wurden die Akutwirkungen von nächtlichem Fluglärm auf den Schlaf und die daraus resultierenden subjektiven Störungen bei Kindern wissenschaftlich untersucht. Begleitet wurde die Feldstudie von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Die Kinder der 2016 begonnenen Studie benötigten bei höherer nächtlicher Fluglärmbelastung (mehr als 37 Überflüge während der Bettruhe) etwa drei Minuten länger zum Einschlafen, lagen während der Nacht etwa sieben Minuten länger wach, verbrachten 17 Minuten weniger im Tiefschlaf und dafür zwölf Minuten länger im leichteren Schlaf. Auswirkungen auf den sogenannten REM-Schlaf (früher als Traumschlaf bezeichnet) hatte der Fluglärm nicht. Interessanterweise entsprachen die objektiv gemessenen Beeinträchtigungen nicht der subjektiven Beurteilung des Schlafs durch die Kinder. Höher und niedriger belastete Kinder bewerteten Schlafqualität und Müdigkeit am Morgen gleich.

Wenig überraschend wuchs die Wahrscheinlichkeit während der Nacht durch einen Überflug aufzuwachen mit zunehmendem Schalldruckpegel, sagte Bartels. Kinder wachen aber deutlich seltener durch Fluglärm auf, als beispielsweise ihre Eltern, wie eine vorausgegangene Feldstudie mit Erwachsenen aus dem Raum Köln/Bonn belege, sagte Bartels. Bei Kindern war die Störung überwiegend von persönlichen Eigenschaften abhängig, stellten die Wissenschaftler fest. Probanden, die sich selbst als lärmempfindlich einschätzten, Flugzeuge als gefährlich bewerteten und bei geistigen Arbeiten aus Lärmschutzgründen beispielsweise Fenster schließen, fühlten sich öfter während der Nacht gestört. Die Grundschüler beschrieben sich aber generell als weniger empfindlich gegenüber Lärm als ihre Eltern, der Fluglärm störe sie am meisten beim Einschlafen.

Wie lief die spezielle Nachtfluglärmstudie ab?

122 Familien aus dem direkten Umfeld des Flughafens hatten sich um die Teilnahme an der Midas-Studie (Maßnahmen und Instrumente des Aktiven Schallschutzes bei Fluglärm) beworben. 51 gesunde und normalhörende Kinder wurden ausgewählt, 28 Jungen und 23 Mädchen. In vier aufeinanderfolgenden Nächten, jeweils im Zeitraum von Juni bis Oktober in den Jahren 2016 und 2017, untersuchten die Projektleiterinnen vom Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin die Schlafqualität der Grundschüler. Dazu wurden die Hirnströme, die Augenbewegungen, die Muskelanspannung, die Herzaktivität und die Sauerstoffsättigung gemessen.

Gleichzeitig wurde die Lärmbelastung nahe am Ohr und draußen vor dem Kinderschlafzimmer erfasst. Eingeteilt waren die Probanden in zwei Lärmbelastungsgruppen: Der Schlaf in Nächten mit 37 Überflügen oder mehr während der Bettruhe wurde mit dem Schlaf in Nächten mit weniger als 37 Überflügen verglichen. Nicht in die Bewertung aufgenommen wurde jeweils die erste Nacht, in der sich die Kinder zunächst an die am Körper angebrachten Elektroden gewöhnen mussten. Morgens nach dem Aufstehen sollten die Kinder einschätzen, wie sehr sie der Fluglärm in der Nacht gestört, wie gut sie geschlafen hatten und wie müde sie sich gerade fühlten. Zudem wurde ihr Reaktionsvermögen getestet.

Sind die Ergebnisse auf ältere Kinder übertragbar?

Nein. Sie beziehen sich nur auf Kinder von 8 bis 10 Jahren und gelten auch nur für einen Airport mit einem durchgehenden Nachtflugszenario wie am Flughafen Köln/Bonn. Dort ist der Flugverkehrs zwischen 19 und 22 Uhr, wenn die Kinder zu Bett gehen, eher moderat. Die meisten Flugbewegungen gab es gegen 23 und 3 Uhr nachts durch Frachtflugverkehr.