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InsolvenzGaleria schleppt sich in das Weihnachtsgeschäft

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Ware im Galeria-Kaufhaus an der Hohe Straße in Köln ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Ein Schild weist darauf hin, dass die Kleidung vorübergehend vom Verkauf ausgeschlossen ist.

Ware im Galeria Kaufhaus an der Hohe Straße ist mit Flatterband abgesperrt. Foto: KStA-Medien angeben

Insolvenzverwalter sichert Massekredit - Gutscheine ab sofort wieder gültig - Was wird aus den drei Kölner Standorten?

Die insolvente Warenhauskette Galeria kann sich auf das Weihnachtsgeschäft vorbereiten. Während in einigen der 83 Häusern des Konzerns gestern Mittag noch immer ganze Shops durch Plastikbänder vom Verkauf abgeschnitten waren, hat sich das Unternehmen mit seinem Kreditgeber, der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers, auf ein sogenanntes Massedarlehen geeinigt. Ein solcher Kredit wird in Insolvenzverfahren aufgenommen, um den Geschäftsbetrieb des angeschlagenen Unternehmens aufrechtzuerhalten.

Ein mit der Materie vertrauter Jurist schilderte es folgendermaßen: „Da wäscht eine Hand die andere. Der Kreditgeber Gordon Brothers rückt in der Liste der Gläubiger nach ganz oben, er kann sich also bei Bedarf aus der Insolvenzmasse als erster bedienen. Das insolvente Unternehmen hat im Gegenzug Zugriff auf den Kredit, kann also auch wieder Ware einkaufen. Und die Bezahlung der Mitarbeiter läuft auf Rechnung der Agentur für Arbeit.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt

In der Branche war die Gewährung des Massekredits als Meilenstein zur Fortsetzung des Galeria-Geschäfts gesehen worden. In einem Interview mit dem ZDF hatte sich der Insolvenzverwalter Frank Kebekus bereits vor Tagen zuversichtlich gezeigt, dieses „knifflige“ Thema lösen zu können. Sei das Darlehen aber bewilligt, könne Galeria wieder „frei über Warenbestände verfügen“. Dann werde Galeria in ein „hoffentlich gutes Weihnachtsgeschäft gehen“.

Galeria teilte gestern mit, die erforderlichen Beschlüsse des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses zum Massekredit lägen vor. „Damit ist der kontinuierliche Warenzufluss gesichert“, hieß es in der Firmenmitteilung. Kunden könnten Gutscheine ab sofort wieder einlösen.

Noch immer abgesperrte Flächen

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte dies der Geschäftsführer einer Kölner Filiale. Noch am Mittag hatte es auf Hinweisen an seinen Kassen geheißen, Gutscheine würden vorübergehend nicht eingelöst. Ob und wann die abgesperrten Flächen wieder verfügbar sind, ist noch nicht geklärt. Sie gehören sogenannten Konzessionären, sind also eigenständige Shops innerhalb der Galeria-Häuser. Die Konzessionäre brauchen deshalb die Gewissheit, dass ihre über die Galeria-Kassen verkaufte Ware auch ihren Konten gutgeschrieben wird und nicht in der Insolvenzmasse von Galeria landet.

Der Warenhaus-Konzern hatte vor zweieinhalb Wochen den vierten Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren gestellt. Bereits im Sommer war Galeria nur durch eine Geldspritze des US-Finanziers Gordon Brothers vor dem Kollaps gerettet worden. Schon damals hatten sich die Amerikaner die Warenbestände und Barmittel als Sicherheit eintragen lassen. Für den Düsseldorfer Insolvenzverwalter Kebekus ist Galeria fast Routine, er hat schon die ersten beiden Verfahren gemanagt.

Harte Sanierung angekündigt

Im ZDF-Interview stellte er klar, dass es so wie bisher nicht weitergehen könne im Unternehmen. Zwar habe das Geschäftsmodell Warenhaus auch in Deutschland noch seine Berechtigung. Doch dieses Mal müsse man bei der Sanierung „sehr konservativ und mit harten Schritten herangehen“. Deshalb sei es sehr wahrscheinlich, dass nicht alle der heute noch 83 Standorte weitergeführt werden könnten.

Bereits bei der Kreditvergabe im Sommer hatte Gordon Brothers auf einem harten Sparkurs bestanden. Daraufhin hatte Galeria eine Liste mit 33 Standorten veröffentlicht, deren Bestand überprüft werde. Auf der Liste standen auch die drei Kölner Filialen, darunter das traditionsreiche Haus an der Hohe Straße. Außerdem bedroht: Euskirchen. Ein Marktbeobachter zeigte sich gestern wenig zuversichtlich: „Die Kölner Häuser stehen auf der Kippe“, sagte er unserer Zeitung.