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RTL GroupSenderfamilie sieht sich auf Augenhöhe mit Netflix & Co.

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Das Logo des Fernsehsenders RTL ist auf einem Hinweisschild vor dem Gebäude des Sendezentrums in Köln zu sehen.

Logo des Fernsehsenders RTL vor dem Gebäude des Sendezentrums in Köln. Die Senderfamilie wächst stärker als erwartet.

Dank guter Erlöse aus dem Streaminggeschäft ist die RTL-Gruppe zuversichtlich, im Wettbewerb mit der starken US-Konkurrenz bestehen zu können. 

Die europäische RTL Group wächst nach der Übernahme von Sky Deutschland stärker als zunächst angenommen. Für das Gesamtjahr erhöhte die Muttergesellschaft von RTL in Deutschland ihr Umsatzziel für 2026 deutlich, um eine Milliarde Euro auf 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro. Die Gruppe hatte die Übernahme des Konkurrenten Sky im Juni formal abgeschlossen. Sie will damit ihr wachsendes Streaminggeschäft absichern. Im ersten Halbjahr kletterte der operative Gewinn von 160 auf 239 Millionen Euro.

Die Ergebnisse von RTL liefern ein eindeutiges Bild: Während Streaming profitabel wächst, schmelzen die Werbeeinnahmen im Fernsehgeschäft dahin. So gaben die klassischen TV-Werbeeinnahmen im Konzern um 4,0 Prozent auf 977 Millionen Euro nach. Dagegen konnte die Gruppe dies durch ihr digitales Werbegeschäft und Abo-Einnahmen ausgleichen. Mit der Integration von Sky wird der Anteil klassischer TV-Werbung am Gesamtumsatz der Gruppe künftig auf etwa 39 Prozent sinken.

„Unsere Strategie funktioniert“

„Unsere Strategie funktioniert“, sagte ein Unternehmenssprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das Streaminggeschäft sei profitabel, wachse weiterhin dynamisch und werde damit der künftige Gewinntreiber für die RTL Group sein. Denn das Streaminggeschäft solle die Rückgänge im klassischen TV nicht nur kompensieren, sondern für Wachstum insgesamt sorgen. Dafür sollen drei Erlösquellen sorgen: Werbung, Abonnements und Distributionspartnerschaften. Dazu war RTL ein langjähriges Bündnis mit der Deutschen Telekom eingegangen. Deren bei der Fußball-WM erfolgreicher TV-Kanal bindet RTL+ seit vorigem Jahr fest in sein Programmangebot ein. Trotz der geringeren Werbeerlöse könne sich der TV-Markt behaupten, hieß es. Im Gegensatz zu wichtigen Wettbewerbern gewinne die Sendergruppe in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich weitere Marktanteile.

Für die Sendergruppe ist die Übernahme des deutschsprachigen Geschäfts von Sky ein Meilenstein. Sky bringt weit über 4 Millionen Abonnenten mit in die neue deutsche RTL ein und trägt auch zu den gruppenweit guten Ergebnissen bei. Denn vor allem wegen der Fußball-WM, bei der Sky nicht vertreten war, waren die Lizenzausgaben für Sportrechte bescheiden und die Erlöse trotzdem stabil.

Stellenabbau unvermeidlich

Mit Sky will RTL erhebliche Synergien erzielen, Ziel sind höhere Gewinne von rund 250 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Dass dieses Ziel nicht ohne nennenswerten Stellenabbau zu erreichen ist, hatte Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe schon im Frühjahr erklärt. Es gelte dabei vor allem, Doppelstrukturen im neuen Unternehmen zu vermeiden.

Langfristig will man mit Sky der starken Konkurrenz insbesondere aus den USA Paroli bieten. „Mit 12,4 Millionen bezahlten Abonnements über RTL+, Sky und Wow sind wir im deutschsprachigen Streamingmarkt auf Augenhöhe mit Netflix und Amazon“, gab sich der Unternehmenssprecher gegenüber unserer Zeitung selbstbewusst. Die schleichende Konjunktur sieht man in der Bertelsmann-Tochter dagegen mit Sorge. Positive Konjunktursignale sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wären für die RTL Group ausgesprochen hilfreich – und steigende Werbeausgaben seien in der Regel ein Frühindikator auch für ein Anspringen der Konjunktur.