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50 Jahre RoncalliDem Kölner Publikum etwas zurückgeben

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Ein Scheck für die Rundschau-Altenhilfe: Bernhard Paul (rechts) spendet den Gewinn aus der Jubiläumsgala. Julia Heinen erklärt Moderator Matthias Opdenhövel, was DIE GUTE TAT e.V. mit dem Geld macht.

Ein Scheck für die Rundschau-Altenhilfe: Bernhard Paul (rechts) spendet den Gewinn aus der Jubiläumsgala. Julia Heinen erklärt Moderator Matthias Opdenhövel, was DIE GUTE TAT e.V. mit dem Geld macht.

Jubiläumsgala „50 Jahre Roncalli“: Bernhard Paul und die Rundschau-Altenhilfe verbindet eine lange Freundschaft.

Bernhard Paul ist dem Kölner Publikum dankbar: Es hat den Circus Roncalli immer begeistert gefeiert. Zum 50-jährigen Jubiläum wollte der Wiener Bernhard Paul den Kölnerinnen und Kölnern deshalb etwas zurückgeben: Der Reingewinn der Jubiläumsgala „50 Jahre Roncalli“ ging unter anderem an die Rundschau-Altenhilfe. 5500 Euro lautete die Summe auf dem großen Spendenscheck, den Altenhilfe-Vorsitzende Julia Heinen in der Manege entgegennehmen durfte. Im ausverkauften Zelt erklärte sie, was DIE GUTE TAT e.V. mit dem Geld macht: „Wir versuchen Menschen in der Region, die im Alter von Grundsicherung leben, ihre Würde zurückzugeben.“

Bernhard Pauls Tochter Lilly zeigt bei der Gala, wie beweglich sie ist.

Bernhard Pauls Tochter Lilly zeigt bei der Gala, wie beweglich sie ist.

Köln ohne Circus Roncalli: Das geht nicht. Roncalli in Köln ohne Rundschau: Auch das ist unvorstellbar. Nur ein einziges Mal, im Gründungsjahr 1976 auf den Uni-Wiesen, gab es in Köln ein (kurzes) Roncalli-Gastspiel ohne den heutigen Medienpartner Rundschau.

Roncalli und die Rundschau sind unzertrennlich

Dass Roncalli und die Rundschau unzertrennlich sind, liegt an der persönlichen Freundschaft zweier Männer: Bernhard Paul und Engelbert Greis. Eine Freundschaft, die in einer für Paul und sein Unternehmen denkbar schweren Zeit entstand. Schon im Gründungsjahr stiegen Pauls Partner Michael Sedivy und André Heller wieder aus, und nach der zweiten Saison 1977 sah es so aus, als sei Roncalli finanziell am Ende. Paul hielt sich mit Clown-Auftritten in Kaufhäusern und auf Festivals über Wasser.

1978 zog Paul mit dem Inventar seines Zirkus von Wien und nach Köln und kam auf dem besetzten Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik Stollwerck unter. So, in der härtesten Phase von Pauls Biografie, lernte man sich also kennen, „und daraus ist eine enge Freundschaft geworden“, berichtet Greis. „Im Oktober geh mer’s o“, versprach Bernhard Paul im September 1979 der Rundschau, dann sollten die Vorbereitungen für das erste neue Programm seit 1977 beginnen.

Kostüme aus der Anfangszeit von Roncalli kommen bei der Jubiläumsgala noch einmal groß 'raus.

Kostüme aus der Anfangszeit von Roncalli kommen bei der Jubiläumsgala noch einmal groß 'raus.

Aber was für ein Programm! In Köln – noch nicht mitten auf dem Neumarkt, sondern auf dem angrenzenden Josef-Haubrich-Hof – musste Roncalli seinen Aufenthalt dreimal verlängern. Damals ging das noch. „Ein Zirkus zum Anfassen“, schrieb die Rundschau über die bis heute legendäre „Reise zum Regenbogen“, und auch nach 76 Spieltagen und 150 ausverkauften Vorstellungen wollten die Kölner ihren Zirkus eigentlich nicht ziehen lassen. Zum Abschied gab Paul Freibier aus.

Und eines war mit Ablauf des Jahres 1980 klar: Roncalli ist seither ein Kölner Unternehmen, hat hier seine Zentrale und sein Winterquartier. Die Rundschau blieb dran.

Dank der Rundschau darfRoncalli auf den Neumarkt

1986 dann der erste Coup: Roncalli wurde zehn Jahre alt, die Rundschau beging ihr 40-jähriges Bestehen. „Lass uns doch zusammen feiern“, sagte Greis seinem Freund Paul. Die Firma Balloni überspannte den Roncalliplatz zum Doppeljubiläum mit Ballons, dort gab es eine große Open-Air-Veranstaltung mit artistischen Darbietungen.

Und dann die Galapremiere im Zirkuszelt mit 1800 Ehrengästen: Wo soll man anfangen, wo aufhören? Arbeitsminister Norbert Blüm, Bildungsministerin Dorothee Wilms, NRW-Ministerpräsident Johanes Rau, Showmaster Alfred Biolek, Loriot-Partnerin Evelyn Hamann und Komiker Karl Dall – sie alle, alle kamen und wurden von Teller-Jongleur Sun mit der Einladung begrüßt, es doch auch einmal zu versuchen.

Übrigens: Gespielt wurde erstmals auf dem Neumarkt. Die Stadt Köln hatte sich geziert, denn man fürchtete, dann auch anderen Zirkusbetreibern die Platzfläche nicht verwehren zu können. Ausweg: Nicht der Zirkus, sondern die Kölnische Rundschau meldete die Veranstaltung an. Und an jedem Sonntagmorgen gab es einen Jazzfrühschoppen im Zirkuszelt. Heute würde niemand es mehr wagen, Roncalli vom Neumarkt verbannen zu wollen.

Noch ein Scheck: 2013 erhielt die Altenhilfe eine 10.000-Euro-Spende aus dem Erlös der Höhner Rockin´Roncalli Show. Auch beim 50-Jährigen von Roncalli waren die Höhner dabei.

Noch ein Scheck: 2013 erhielt die Altenhilfe eine 10.000-Euro-Spende aus dem Erlös der Höhner Rockin´Roncalli Show. Auch beim 50-Jährigen von Roncalli waren die Höhner dabei.

Der zweite Rundschau-Roncalli-Coup kam 1988. Die Schlacht von Worringen jährte sich zum 600. Mal. Sechs Jahrhunderte Stadtfreiheit! Nur sah die Stadt Köln keinen Anlass zum Feiern. Also nahmen Roncalli und die Rundschau die Sache in die Hand, Greis verlegte sein Büro für die Vorbereitungen sechs Monate lang in die Roncalli-Zentrale. Ergebnis war der von beiden Unternehmen präsentierte „Kölner Frühling“: Wieder eine Open-air-Veranstaltung samt Ballonüberspannung über dem Roncalliplatz, diesmal mit Stars wie den „Equals“, den „Searchers“ und den „Lords“.

So ein Stadtfest ist einmalig – aber die Partnerschaft zwischen Roncalli und der Rundschau hält seit mehr als viereinhalb Jahrzehnten.

Und immer wieder fallen Jubiläen von Roncalli und Rundschau zusammen, so auch jetzt wieder: 50 Jahre Roncalli, 80 Jahre Rundschau. Die Rundschau-Altenhilfe gratuliert dem Circus Roncalli zum 50-Jährigen und seinem Chef Bernhard Paul zum 79. Geburtstag!