Für die drei Gewinnerinnen und Gewinner des Rundschau-Ehrenamtspreises war der Abend ein ganz besonderer. Sie wurden auf der Bühne ausgezeichnet.
Alter MarktEmotionale Ehrung für „Jecke met Hätz“ auf dem Sternmarsch

Rund 6000 Feiernde kamen zusammen, um mit hochkarätigen Bands in stimmungsvollem Licht zu feiern.
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Dieser Abend gehörte nur ihnen. Wochenlang haben sich dutzende Veedelsvereine ins Zeug gelegt. Denn am Sonntag ist es wieder so weit: Die Schull- un Veedelszöch ziehen durch die Innenstadt. Beim traditionellen Sternmarsch kamen viele der teilnehmenden Gruppen zusammen, um kurz durchzuatmen, sich feiern zu lassen und sich auf den großen Tag einzustimmen. Wunderkerzen und Lichterketten schafften die richtige Atmosphäre und ließen die Jecken in ihren fantasievollen Kostümen strahlen. Aus allen Himmelsrichtungen – in sternförmiger Formation – waren sie auf den Alter Markt gekommen und versammelten sich vor der Bühne. Die kostenlosen und für alle zugänglichen Plätze auf der Tribüne waren auch in diesem Jahr heiß begehrt. Schon Stunden zuvor stellten sich dort Leute an.
Den rund 6000 Jecken im Publikum bot der Verein Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, der auch die Zöch veranstaltet, ein Programm mit hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern. Nicht nur die Kultbands Höhner, Bläck Fööss und Klüngelköpp traten auf, auch das Dreigestirn sowie das Kinderdreigestirn statteten den Jecken einen Besuch ab. Auch die Band Knallblech mit Wurzeln in Köln und Bonn, heizte dem Publikum ein. Die zehnköpfige Gruppe mischt Brass-Klänge mit dem Sound eines DJs. Moderiert wurde das Bühnenprogramm von Benedikt Conin, Mediensprecher der Freunde und Förderer.

Die Klüngelköpp brachten die Menge zum Tanzen.
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Für drei Personen war der Sternmarsch ein besonders aufregender Abend. Denn die Gewinnerinnen und Gewinner der diesjährigen Ausgabe des karnevalistischen Ehrenamtspreises der Kölnischen Rundschau, „Jeck met Hätz“, wurden auf der Bühne geehrt. Die Auszeichnung soll Personen ins Rampenlicht stellen, die sonst im Hintergrund arbeiten. In dieser Session taten sich Herbert Radke, Friedrich Schlichting und Katja Funken mit ihrem ehrenamtlichen Engagement hervor. Sie konnten die Abstimmung der Fachjury und das Online-Voting für sich entscheiden. Aufgeregt standen sie vor der Bühne des Sternmarschs, bevor ihr Einsatz kam. Die Menge begrüßte sie mit einem donnernden Applaus.
Der 86-jährige Friedrich Schlichting leitet seit fast 20 Jahren den Ambulanten Karnevalsdienst des Vereins Große Allgemeine Karnevalsgesellschaft von 1900 Köln. Das Projekt bringt jedes Jahr Frohsinn in Form von musikalischen Auftritten in Pflegeheime und Hospize. Auf der Bühne gab Schlichting einen Einblick in seine Arbeit: „Wenn bei einem Besuch in einem Hospiz am Sonntagnachmittag ein bettlägeriger, sterbenskranker Mensch sagt: ‚Mit euch zu singen, das war schöner, als heute Morgen mit Herrn Pastor‘, dann ist das etwas sehr Berührendes. Und es ist unsere Motivation, dieses Engagement auch weiterzuführen.“

Chef der Lokalredaktion Jens Meifert (l.) und Redakteur Simon Westphal (r.) ehrten Herbert Radke (2.v.l.), Katja Funken und Friedrich Schlichting (2.v.r.).
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Katja Funken (47) trainiert drei karnevalistische Tanzgruppen, mit denen sie die Generationen zusammenbringt, denn ihre Kinder- und Seniorengruppe stehen oft gemeinsam auf der Bühne. „Die kindliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit überträgt sich sofort auf die Seniorinnen und Senioren“, erklärt sie dem Publikum. „Der Applaus und die Anerkennung geben den alten Menschen oft neue Lebensfreude.“
Herbert Radke hat mehrere Ehrenämter. Der 60-Jährige ist unter anderem Saalchef bei der KG Fidele Fortuna und Literat der Krankenhaussitzung im Severinsklösterchen. „Die Leute haben dadurch ein Lächeln auf dem Gesicht und alle bedanken sich“, schwärmt er von dem Projekt, das für das Publikum kostenlos ist. Die Freude der Leute sei sein großer Antrieb.
Jens Meifert, Leiter der Lokalredaktion und stellvertretender Chefredakteur, sowie Redakteur Simon Westphal übergaben den preisgekrönten Jecken die eigens für den Rundschau-Wettbewerb gestaltete Spange. „Natürlich bekommen diese drei den Preis für das, was sie in ihrem Ehrenamt machen“, sagte Westphal. „Aber sie bekommen ihn auch stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen, die im Karneval dafür sorgen, dass alles läuft. Und das ist etwas ganz Besonderes.“
