Abo

Köln-ChorweilerMehr Licht für Sportangebote in Parks in Lindweiler und Blumenberg

3 min
Skaterpark in Blumenberg

Der Skaterpark in Blumenberg ist beliebt, nach Einbruch der Dunkelheit aber nicht mehr nutzbar.

Grünanlagen bleiben in Köln aus Naturschutzgründen grundsätzlich unbeleuchtet. Sportanlagen rechtfertigen jedoch Ausnahmen, argumentiert die BV Chorweiler.

In Kölner Parks ist es des Nachts nicht zufällig zappenduster: Seit 2004 gilt nach einem Beschluss des Umweltausschusses im Stadtgebiet der Grundsatz, dass Grünflächen unbeleuchtet bleiben, um der Natur einen Rückzugsraum vor der Lichtverschmutzung der Zivilisation zu bieten. Darauf wies die Stadtverwaltung auch in ihrer Stellungnahme zu einer Bürgereingabe hin, die eine Beleuchtung für die Parkanlage am Erbacher Weg in Lindweiler angeregt hatte.

Das jedoch werde der spezifischen Situation der Lindweiler Grünanlage nicht gerecht, finden die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler. In dem Park befindet sich nämlich auch ein Trimm-Dich-Pfad, der funktional als Sportstätte zu bewerten sei. „Der ist dort für viel Geld gebaut worden, kann aber gerade im Winter schon in den frühen Abendstunden nicht mehr genutzt werden, weil vor Ort keine Beleuchtung vorliegt“, sagte Helga Wagner (SPD) in der jüngsten Sitzung der BV.

Parkanlage in Lindweiler

Dank einer offiziellen Hundefreilauffläche ist der Lindweiler Park Ziel vieler Hundehalter.

Park wird zu Angstraum im Dunkeln

Sie verwies auch auf die im Park befindliche Hundefreilauffläche: Viele Hundehalter würden sich dort in der Dunkelheit unwohl fühlen, der Park werde so zum Angstraum. „Ein Punkt, den die Verwaltung völlig außer Acht gelassen hat“, so Wagner. Die Fraktion hatte sich daher hinter den Wunsch des Bürgers und einen Antrag zur Diskussion gestellt, der die Verwaltung beauftragte, ein Konzept für eine bedarfsgerechte und naturschutzverträgliche Beleuchtung des Hauptweges und des Sportparcours zu erarbeiten. Mit insektenfreundlichen LEDs, zielgerichteter Ausleuchtung ohne Streulicht und Bewegungsmeldern, die eine Beleuchtung nur bei tatsächlicher Nutzung erlauben, gebe es heute zahlreiche technische Lösungen, um sowohl Sicherheits-, als auch Naturschutzbelangen gerecht zu werden.

In einem separaten Antrag schlug die Fraktion ein solches Beleuchtungskonzept auch für den Skaterpark Blumenberg im Grünzug zwischen Langenbergstraße und Weichselring vor, auf den sich viele der Argumente übertragen ließen. „Der Skaterpark ist ein zentraler Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene, die Nutzung ist in den Wintermonaten durch die fehlende Beleuchtung aber stark eingeschränkt“, so Ridwan Nurhusen (SPD). Mit einer effizienten und schonenden Beleuchtung könne der Skaterpark auch in den Abendstunden genutzt werden.

Beide Anträge fanden die Zustimmung der BV. Wagner kündigte außerdem für eine der kommenden Sitzungen einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen an, in dem die beiden Fraktionen eine „generelle Lösung“ für die Parkanlagen des Kölner Nordens erarbeiten wollten. Die AfD-Fraktion hielt dies für „Verschleppung“ und präsentierte nach einer Unterbrechung der Sitzung einen Ersetzungsantrag, nach dem alle Sport- und Freizeitflächen des Bezirks auf eine Beleuchtung hin geprüft werden sollten. Wagner verwies jedoch auf den Grundsatz von 2004. „Darum muss ein solcher Antrag inhaltlich gut vorbereitet sein und kann nicht in zehn Minuten dahingeschludert werden“, sagte sie.