Zum Auftakt der Kampagne für eine mögliche Bewerbung um die Austragung Olympischer Spiele an Rhein und Ruhr hat die NRW-Landesregierung eine „Sportmilliarde“ angekündigt.
Sport-Milliarde und OlympiaEin Mut machendes Aufbruchsignal

Mehr als 30 Prozent der Menschen in NRW sind Mitglied in einem Sportverein,
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Es werde Licht: Am Montag werden auch in Köln Orte illuminiert, um für die Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region zu werben. Köln soll bei einer möglichen Ausrichtung Olympischer Spiele eine Sonderrolle spielen. Letztlich aber geht es um ganz NRW. Das hat auch die Landesregierung von Ministerpräsident Hendrik Wüst erkannt. Deshalb wird natürlich auch reichlich Reklame für das Großereignis gemacht, schließlich stehen am 19. April erst einmal Bürgerentscheide in 17 Kommunen an. An denen könnte alles scheitern, die Gegner machen auch schon fleißig mobil.
Ordentliche Rahmenbedingungen
Aber es ist ein kluger Schachzug, nun eine „Sportmilliarde“ zur Verfügung zu stellen, die dem Breitensport im ganzen Land zugutekommt, ganz gleich, ob es mit Olympia klappt oder nicht. Gut 30 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner von NRW sind Mitglied in einem Sportverein, die angekündigte Förderung betrifft also einen enormen Teil der Bevölkerung. Zugleich kann damit die Infrastruktur ausgebaut werden, die zum Teil auch für Olympia gebraucht wird.
Aber darum geht es eben nicht alleine: Es geht darum, Sport zu ordentlichen Rahmenbedingungen zu organisieren. Tausende setzen sich leidenschaftlich im ganzen Land dafür ein, ein ganz großer Teil ehrenamtlich. Solche Strukturen sind ohne Förderung schnell überfordert, gerade auch wenn es um den Unterhalt von Sportstätten geht.
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Geld nicht nur für Reklame
Dass nun eine Milliarde Euro in diesen wichtigen gesellschaftlichen Bereich fließen soll, ist ein Mut machendes Aufbruchsignal. Der Regierungschef hat betont, dass dieses Geld im Sport besser aufgehoben sei als in teuren Werbekampagnen. Die wird es freilich ebenso geben – auch die Lichter am Montag bezahlen sich nicht von selbst.
Die Ausgaben für bloße Olympia-Reklame könnten wiederum verloren sein, falls in einer der Phasen einer Olympia-Bewerbung das Projekt doch noch kippt: Wenn die Bürger ablehnen, wenn sich Rhein-Ruhr nicht gegen Konkurrenten durchsetzt, wenn Deutschland nicht zum Zuge kommt.
Die „Sportmilliarde“ dagegen bleibt nachhaltig. Und sie könnte bei den vielen Sportbegeisterten im Land tatsächlich dazu beitragen, eine positive Stimmung gegenüber der ambitionierten Austragung Olympischer Spiele an Rhein und Ruhr zu fördern. Wenn dann Bilder der Wettkämpfe aus der Region in die Welt gingen, wäre das ein schöner Zielpunkt des Aufbruchs.
