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5000 Teilnehmer in KölnWas den Reiz der „Nacht der Technik“ ausmacht

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  1. Bei der 7. Nacht der Technik ließen sich 5000 Teilnehmer von ihrer Neugier durch die Stadt treiben.
  2. Mehr als 50 Unternehmen öffneten ihre Pforten – auch auf dem Colonius herrschte Betrieb.

Köln – Auf dieses Hochgefühl hat Marianne Vasbender aus Erftstadt 75 Jahre gewartet. Zum ersten Mal in ihrem Leben steht sie im einstigen Restaurant des Colonius, 164 Meter unter ihr liegt die Stadt. „Das war immer mein Wunsch. Es ist anders als auf dem Dom oder dem Triangel-Turm in Deutz“, sagt sie und genießt die Aussicht. Bei der Führung für Rundschau-Leser durch den Fernsehturm reicht der Blick bis hinüber nach Düsseldorf.

Momente wie dieser sind es, die den Reiz der „Nacht der Technik“ ausmachen, an deren siebter Auflage rund 5000 Menschen teilnehmen – manche begehrte Führungen sind seit Wochen ausgebucht. Die Vielfalt ist enorm, mehr als 50 Unternehmen aus Köln und Bergisch Gladbach ermöglichten Besuchern einen Blick hinter die Kulissen, in Labore, Werkshallen und an Produktionsstätten patentierter und gut gehüteter Innovationen.

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266 Meter Höhe erreicht der Colonius

Die Aufzug-Fahrt auf den Colonius ist das eine Extrem, andere Technik-Liebhaber unterqueren im Fernwärmetunnel der Rheinenergie AG den Rhein und lauschen angestrengt den Motoren der Frachtschiffe, die über ihnen fahren. Die Höhen und Tiefen dieser Nacht.

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Wie kommt der Druck aus der Luft? Die Firma Leybold an der Bonner Straße ist Spezialist für Vakuumpumpen.

Während die Menschen auf dem Colonius den Speicher ihrer Handys mit unzähligen Fotos füllen, ist das Fotografieren an vielen anderen Stationen streng verboten. Zum Beispiel bei Leybold an der Bonner Straße, dem Spezialisten für Vakuumpumpen. „Vielleicht ist ja die chinesische Mafia dabei“, meint einer der Führer, wohlgemerkt, das Unternehmen hat sogar eine Niederlassung in China. Mit den Vakuumpumpen lasse sich ein Luftdruck von wenigen Millibar erreichen, „das ist Weltraumatmosphäre, teilweise sogar besser“, sagt Stefan Wolter, langjähriger Mitarbeiter. Das Staunen ist fester Bestandteil der Techniknacht, die Rundschau ist Medienpartner.

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Jugend forscht: Beim COPT am Eifelwall durften die Besucher selbst im Labor arbeiten und hauchdünne Substrate herstellen.

Die Idee für die Nacht voller Technik hatten einst der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und der Verband der Elektrotechnik (VDE), inzwischen hat das Ereignis einen festen Platz im Städtischen Veranstaltungskalender, Busse kreisen wie Satelliten auf festen Bahnen durch die Nacht und bringen die Menschen zu den Schauplätzen der Wissenschaft. Die Motive der Teilnehmer sind völlig unterschiedlich. „Ich möchte gerne ein Praktikum bei einer interessanten Firma machen“, sagt Industriekauffrau Viktoria Wagner. Für BWL-Student Thilo Heyer ist der Blick über den Tellerrand interessant. „Die Anwendungsfelder der Wissenschaft sind faszinierend, das Potenzial ist riesig“, sagt er beeindruckt.

Rundschauplus

Nein, die Fenster sind nicht geputzt, wozu auch, hier oben im Colonius sind selten Menschen zu Besuch. Dennoch ist die Aussicht gigantisch. Für die „Nacht der Technik“ hatte die Rundschau 14 Karten für eine exklusive Führung unter ihren Lesern (Foto) verlost. 45 Sekunden benötigt der Aufzug , dann stehen die Besucher zunächst in der Technik-Etage auf 174 Metern Höhe. Hier werden Mobilfunk-Signale, die Hörfunkwellen und Fernsehbilder von WDR und SWR sowie der Taxi- und KVB-Funk ins Land gesendet.

Weil die Technik in den vergangenen Jahren immer kleiner und leistungsfähiger geworden ist, gibt es noch reichlich Platz unter dem Dach. „Wenn sich das autonome Fahren und die 5G-Technologie etablieren, könnten diese Signale auch von hier ausgehen“, sagt Benedikt Albers, Sprecher der Deutsche Funkturm GmbH. Am Colonius befinden sich 27 Antennen.

Besichtigt werden konnte auch das Druckzentrum der Kölnischen Rundschau an der Amsterdamer Straße in Niehl. Hier durften die Besucher den abendlichen Druck der Zeitung miterleben und das Lager der Papierrollen bestaunen, die wie Strohballen in der Halle aufgetürmt sind. (tho)

Draußen ist es schon dunkel, als der Student und andere Besucher im Forschungslabor COPT am Eifelwall in einer Schleuder ultradünne Farbschichten erzeugen. „Die Stärke der Schichten liegt im Nanometer-Bereich. Mit einem Kilogramm Flüssigkeit lassen sich mit unserer Technik Zweidrittel eines Fußballfeldes besprühen“, erklärt André Joppich. Bei COPT tüfteln junge Wissenschaftler im Bereich der organischen Elektronik an Ideen für die Industrie. Benötigt werden diese Techniken für die Herstellung moderner Solarzellen, dreidimensionaler Auto-Rückleuchten und für die neueste Smartphone-Generation.

Es sind vor allem die Höchstleitungen der Technik, die sich an diesem Abend in dünner Schicht auf das Gedächtnis legen. Computergesteuerte Turbo-Molekularpumpen, die das ganze Jahr durchlaufen, Triebwerke, die 72 000 Umdrehungen pro Minute schaffen, unscheinbare Werkzeuge, die bis zu 5000 Euro kosten. Und Mitarbeiter, die auf die harmlose Frage von Besuchern, ob so eine Maschine auch mal Pause machen darf, entsetzt antworten: „Um Himmels Willen“.