Die Kölner Musikerin Charly Klauser hat gerade ihren neuen Song „Willkommen im Leben“ veröffentlicht und geht Ende Februar auf Clubtour. Am 7. März ist sie in Yuca zu Gast.
Charly Klauser„Es ist wichtig, dass man seine Kindheitsträume nicht komplett vergisst“

Charly Klauser
Copyright: Philipp Roszykiewicz
Die Kölnerin Charly Klauser ist eine äußerst vielfältige und kreative Musikerin. Sie war lange mit Peter Maffay auf Tour, spielt in der Showband von Carolin Kebekus und geht auch mit der eigenen Musik ihren Weg. So hat sie gerade ihren neuen Song „Willkommen im Leben“ veröffentlich und geht mit der neuen Musik ab Ende Februar auf Clubtour. Die führt sie am 7. März ins Yuca nach Ehrenfeld. Wir haben vorab mit ihr gesprochen.
Ihr neuer Song „Willkommen im Leben“ ist gerade an den Start gegangen. Wie hat sich Ihre Musik seit dem Album „Mehr“ verändert?
Charly Klauser: Im vergangenen Jahr habe ich drei neue Songs veröffentlicht, jetzt kommt jetzt der Song, der meiner Tour den Titel gegeben hat. Ich habe mich natürlich musikalisch weiterentwickelt und auch meine Arbeitsweise verändert. So habe ich bei „Mehr“ noch alles alleine gemacht vom Songschreiben über das Einspielen bis zum Abmischen. Bei den neuen Songs habe ich mir Freunde dazu geholt, die mit an den Texten gearbeitet und Instrumente eingespielt haben. Auch das Abmischen der Stücke habe ich zum ersten Mal in andere Hände gegeben. So sind neue Einflüsse dazugekommen, die den Songs gutgetan haben. Sie sind tanzbarer geworden, kommen mehr auf den Punkt und sind auch energischer als die Vorgänger. Den Song „Willkommen im Leben“ habe ich schon häufiger bei Konzerten live gespielt. Es gibt kein Lied von mir, auf das ich vor Ort so oft angesprochen wurde. Daher dachte ich, das ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Single.
Worum geht es in dem Song?
Klauser: Es ist ein Song über Kindheitsträume, die sicher jeder Mensch gehabt hat und die oft auch nicht in Erfüllung gegangen sind. Es ist wichtig, dass man diese Träume nicht komplett vergisst, aber man muss auch im realen Leben ankommen und den Moment, in dem man gerade lebt, genießen können. Bei mir gab es zum Beispiel einen Traum während der Mathestunden in der Schule. Da habe ich immer auf die Tür geschaut und mir vorgestellt, wie plötzlich Nirvana reinkommen und mich mit auf Tour nehmen. Entsprechend verrückt ist auch das Video zum Song, das wir in Las Vegas aufgenommen haben. Da war ich mit verschiedenen Superhelden-Kostümen in der Stadt unterwegs und bin gar nicht groß aufgefallen.
Wird es mit den neuen Songs auch zeitnah ein Album geben?
Klauser: Jetzt zur Tour wird es eine EP mit den neuen Songs geben, die aber nur bei den Konzerten verkauft wird. Das neue Album ist für den Herbst geplant. Ich habe dafür schon einige weitere Songs fertig, von denen der eine oder andere noch vorab als Single veröffentlicht wird.
Wie entstehen bei Ihnen neue Songs?
Klauser: Bei den Texten sind es Notizen, Sätze und Ideen, die ich auf meinem Handy sammele. Diese entstehen oft bei Gesprächen mit Freunden, wo ich mir dann einen Satz merke und ihn eventuell später im Song verwende. Bei der Musik brauche ich mich eigentlich nur an eines meiner Instrumente setzen und schon kommen mir die Ideen. Damit könnte ich jeden Tag vier oder fünf Songs produzieren, aber bei den Texten dauert das länger, bis ein Song fertig wird. So kommt am Ende alles Stück für Stück zusammen und da ich auch selbst produziere, ist ein Song dann auch schnell aufgenommen.
Wie blicken Sie als Musikerin auf das, was gerade in der Welt alles passiert?
Klauser: Ich verfolge die aktuellen Entwicklungen sehr aufmerksam und mache mir – wie viele andere Menschen auch – große Sorgen. Meine Freunde und meine Familie leben über die ganze Welt verteilt: Viele enge Freundinnen und Freunde in den USA, mein Vater in Kanada, und unsere familiären Wurzeln liegen in Kasachstan und Nordsibirien, wo meine Vorfahren Diskriminierung erlebt haben und zur Auswanderung gezwungen waren. Vor diesem Hintergrund berühren und triggern mich die aktuellen Kriege besonders stark. Noch vor wenigen Jahren hätte man es nicht für möglich gehalten, dass sich die schlimmsten Dinge aus unserer Geschichte wiederholen. Ich bin nicht sonderlich talentiert, in die Politik zu gehen. Aber ich versuche durch meine Musik, die Menschen positiv zu stimmen und ihnen Mut und Hoffnung zu geben - auch wenn es nur eine gute Zeit während der Konzerte ist.
Wie bereiten Sie sich auf Ihre Clubtour Ende Februar vor?
Klauser: Seit dem 1. Januar arbeite ich jeden Tag am Laptop daran. Alles muss organisiert und auf den Weg gebracht werden. Da ist man dann auch mal zu 90 Prozent Businessfrau und nur zu zehn Prozent Musikerin. Aber ich mache das gerne, weil ich mich auf die Tour freue und so ein schönes Ziel habe. Es ist großartig, bei den Konzerten mit vielen Menschen die eigene Musik zu feiern. Auf diese Tour habe ich lange gewartet. Zuvor war ich meistens mit anderen Musikern wie Flo Mega, Johannes Oerding, Sasha, Max Giesinger oder Fanta 4 als Support unterwegs. Da hat man oft nur wenig Zeit, um sich auf der Bühne zu präsentieren und jetzt sind die Leute dann nur meinetwegen da. Dafür habe ich verrückte Versionen der eigenen Songs vorbereitet. Es wird aber auch ein Medley mit Coverversion von den Künstlern wie Sasha oder Alvaro Soler geben, für die ich schon Gitarre oder Schlagzeug gespielt habe. Mit den neuen Songs zusammen wird das eine knapp zweistündige Reise durch mein Leben als Musikerin.
Welche Beziehung haben Sie zum Yuca und zum Club Bahnhof in Ehrenfeld?
Klauser: Ich habe im Yuca schon häufiger gespielt und war bei vielen tollen Konzerten und Partys im Club Bahnhof Ehrenfeld. Der Raum hat für meine Clubtour die perfekte Größe.
Was steht in diesem Jahr noch an?
Klauser: Nach der Tour gönne ich mir zunächst mal zwei Wochen Urlaub. Dann beginnt die nächste Staffel von Carolin Kebekus, wo ich seit zwölf Jahren als Schlagzeugerin in der Band spiele. Später stehen noch einige Festivals mit Peter Maffay an und dazu kommen weitere eigene Festivalauftritte. Und im Herbst steht dann das neue Album im Fokus.
