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Gewalt gegen Polizei Polizistin Tania Kambouri diskutiert mit Kölner Polizeipräsident

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Polizei vor dem Hauptbahnhof (Symbolbild)

Köln – Vor drei Jahren hatte Tania Kambouri die Nase endgültig voll. Sie hatte genug davon, beleidigt, bedroht und angegangen zu werden. In einem Brief an die Zeitschrift der Polizeigewerkschaft berichtete die Bochumer Streifenpolizistin von ihrem Alltag.

Es seien vor allem junge Männer aus muslimisch-geprägten Ländern, mit denen es Probleme gebe. Daraufhin bot der Piper Verlag ihr an, ein Buch zu schreiben, Zeitungen und Fernsehen fragten an. Der Diskussionsbedarf scheint groß.

Nun war Tania Kambouri in der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, um darüber zu sprechen, ob kulturelle Vielfalt eine Gefahr für Ordnung und Sicherheit ist. Erst seit kurzem sei sie wieder im Dienst, denn nach einer neuerlichen Attacke habe sie für Monate krankgeschrieben werden müssen, berichtete die Polizistin.

Teil der Migranten bereite Probleme

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Auffällig oft, seien es Migranten, die gewalttätig würden oder Widerstand leisteten. „Viele sind gut integriert, aber ein Teil bereitet uns Probleme“, so Kambouri. „Kultur spielt eine entscheidende Rolle.“

Das höre er auch von seinen Beamten, sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies „Die generelle Gewaltbereitschaft hat zugenommen. Das ist aber kein Spezifikum von Menschen mit Migrationshintergrund.“ Dem widerspricht der Kriminologe Dirk Baier. „Fakt ist: Gewalt gegen Polizisten geht zurück.“

Auch er hält Kultur nicht als ursächlich für Kriminalität. Vielmehr seien Kriminalität und negative Einstellungen gegenüber der Polizei etwas, das in ganz bestimmten Milieus verstärkt vorkomme – oft in Stadtteilen die abgehängt seien, in denen es viel Armut und wenig Perspektiven gebe.

„Mit diesen Milieus hat die Polizei oft zu tun“, so Baier. Dort, so der Migrationsforscher Aladin El Mafaalani träfen auch viele soziale Problemlagen zusammen: „In diesen Milieus waren Polizisten nie Freunde.“ Der Vergleich mit anderen Einwanderungsgesellschaften zeige aber: „Deutschland ist nicht dabei unterzugehen.“ (dsc)