Kölns Stadtdirektorin zum Elften Elften„Das Objekt der Begierde ist die Zülpicher Straße“

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Zielpunkt Zülpicher Straße: An der Unimensa stauen sich die Menschenmassen.

Zielpunkt Zülpicher Straße: An der Unimensa stauen sich die Menschenmassen.

Nach dem Chaos zum Elften Elften in Köln äußert sich Kölns Stadtdirektorin Andrea Blome. Weiterhin ist man auf der Suche nach einer Alternative. Die Grünen sprechen sich gegen die Uniwiese als Feierfläche aus.

17 Tage nach dem Chaos am Elften Elften, als die KVB wegen der Masse an Feiernden in der Innenstadt den Betrieb einstellte, hat Stadtdirektorin Andrea Blome im Verwaltungsausschuss des Stadtrats zu den Hintergründen Stellung bezogen. Als positiv hob sie dabei hervor, dass der Schutz der Anwohner verbessert worden sei. Doch sie räumte ein: „Einiges hat nicht funktioniert.“

Man müsse sich aber vor Augen führen, „was ein kommunales Sicherheitskonzept leisten kann und was nicht“. Die Stadt Köln sei nicht Veranstalterin einer Karnevalsparty auf der Zülpicher Straße, sondern handele ausschließlich als Ordnungsbehörde zur Gefahrenabwehr.

Ausweichfläche für den Kölner Karneval dringend gesucht

Klar sei, dass man eine Ausweichfläche zur Entlastung des Viertels benötige, so Blome. Die jungen Menschen, viele von ihnen ortsunkundig, würden gezielt ins Kwartier Latäng strömen, um dort umsonst und drauße zu feiern. „Das Objekt ihrer Begierde ist die Zülpicher Straße.“ Somit blieben nur Flächen in der Nähe wie die Uniwiese und die Ringe als Alternativen, wenn der Andrang zu groß werde.

Dabei ließ Blome eine Präferenz für die Uniwiese erkennen. Es lohne sich auch über diese Fläche nachzudenken, die Wiese könne mit Abdeckungen vor Schmutz und Beschädigungen geschützt werden.

Ratsherr Manfred Richter (Grüne) stimmte Blome insofern zu, als er sagte: „Wir brauchen mehr Fläche für diese Anzahl von Menschen.“ Solche Ausgleichs- und Überlaufflächen müssten aber auf versiegelten Flächen eingerichtet werden. Eine „dauerhafte Bespielung des Grüngürtels“ sei für die Grünen nicht vorstellbar, es brauche andere Vorschläge. Zu prüfen sei, ob die Ringe nördlich des Rudolfplatzes und andere Teile der Innenstadt, auch rechtsrheinisch, als alternative Flächen genutzt werden können. Das Glasverbot müsse ausgeweitet werden. Das Thema sei eine riesige Herausforderung, denn auch künftig würden Hunderttausende zum Feiern nach Köln kommen.

Werner Marx (CDU) forderte mehr Entzerrung und Verteilung der Feiern auf das ganze Stadtgebiet. Die KVB dürfe nicht mehr lahmgelegt werden, das Problem der Vermüllung müsse gelöst werden. Lars Müller (Volt) stellte fest, es habe wenige Angebote für Jugendliche gegeben. „Straßenkarneval hat sich auch aus Preisgründen entwickelt.“

Gerrit Krupp (SPD) sagte, es wäre richtig gewesen, vorher eine Entlastungsfläche zu schaffen. Dies hätten SPD, Linke und FDP am 19. Oktober im Hauptausschuss beantragt, doch das Ratsbündnis habe es abgelehnt. Güldane Tokyürek (Linke) forderte die Verwaltung auf, jede Alternative ergebnisoffen zu prüfen und kreativ zu sein. (fu)

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