Die Rundschau-Redaktion begrüßte das Trifolium in der Stolkgasse. Schon vor elf Jahren kam Prinz Niklas I. als Tanzoffizier in Berührung mit der Rundschau.
Karneval in KölnDreigestirn zu Gast in der Rundschau-Redaktion – „Ich lese gerne gute Nachrichten“

Interessiert am Journalismus: Rundschau-Lokalchef Jens Meifert erklärt dem Dreigestirn die aktuelle Zeitungsproduktion.
Copyright: Thomas Banneyer
Schon 2015 hatte Niklas Jüngling ein gutes Gefühl dafür, worauf es im Kölner Karneval ankommt. Damals trat er im Alter von 22 Jahren als Tanzoffizier des Reiterkorps Jan von Werth bei der Rundschau-Tanzpaarwahl an. „Wer ist dein größter Star im Karneval?“, lautete eine der Fragen bei seiner Vorstellung. Jünglings Antwort: „Alle Ehrenamtler“. Elf Jahre später ist Niklas Jüngling Prinz Karneval. In einer Session, in der das Festkomitee mit dem Sessionsmotto „Alaaf – Mer dunn et för Kölle“ das Ehrenamt in den Fokus rückt.
Mit seiner Marketenderin Britta Schwadorf landete Jüngling damals auf dem dritten Platz der Rundschau-Tanzpaarwahl. „Der Orden liegt noch bei mir zu Hause“, sagt der Prinz. Auf dem Foto der Siegerehrung, das in der Rundschau des 14. Februar 2015 zu sehen ist, steht Jüngling auf der Alter-Markt-Bühne eher im Hintergrund. Direkt neben ihm der damalige Prinz und spätere Zugleiter Holger Kirsch. Schon zu dieser Zeit hatte sich Jüngling das Ziel in den Kopf gesetzt, einmal Prinz zu sein. Am Donnerstag wird er genau in dieser Funktion und an gleicher Stelle den Straßenkarneval eröffnen.

Rundschau-Redakteur Simon Westphal zeigte Prinz Niklas I. den Fragebogen zur Rundschau-Tanzpaarwahl 2015, an dem dieser als Tanzoffizier teilnahm.
Copyright: Thomas Banneyer
Vor dem Start der Tollen Tage stand für das Dreigestirn der traditionelle Besuch der Rundschau-Redaktion auf dem Programm. Chefredakteur Raimund Neuß und Lokalchef Jens Meifert begrüßten Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne in den Redaktionsräumen der Rundschau in der Stolkgasse.
Alles zum Thema Kölner Dreigestirn
- Karnevalssitzung des 1. FC Köln „Mönch“ Kwasniok setzt auf einen Zapfenstreich
- Karneval in Köln Dreigestirn zu Gast in der Rundschau-Redaktion – „Ich lese gerne gute Nachrichten“
- Hofburg Gaststätte Klein aus Troisdorf freut sich auf die Nubbelverbrennung
- Finale in der „Live Music Hall“ „Loss mer singe“ kürt die „Karnevalsmaus“ zum Hit der Session
- Ehrenamtspreis der Kölnischen Rundschau Friedrich Schlichting ist „Jeck met Hätz“
- Ehrenamtspreis der Kölnischen Rundschau Herbert Radke ist „Jeck met Hätz“
Dort herrscht aktuell Ausnahmezustand. Das Großraumbüro der Lokalredaktion wird in diesen Tagen umgebaut. Denn am Donnerstag steht hier die traditionelle Rundschau-Weiberfastnachtsparty an. Unter anderem auf der Bühne: das Dreigestirn.
Prinz wollte früher Journalist werden
Besonders interessiert an der Arbeit des Rundschau-Teams zeigte sich Prinz Niklas I.. Als Kind hatte er den Berufswunsch Journalist. „Das hat sich dann irgendwann in eine andere Richtung gedreht.“ Mittlerweile ist der Prinz in der Versicherungsbranche tätig. Doch die klassische Zeitung übe nach wie vor große Faszination auf ihn aus. „Eine Zeitung in der Hand zu haben, finde ich immer noch charmanter, als auf einem Tablet herumzuwischen.“
Auch Bauer Clemens von Blanckart hat einen Bezug zum Schreiben. Er wirkt bei der Prinzen-Garde ehrenamtlich im Redaktionsteam des Vereins-Magazins „Depesche“ mit. „Ich lese gerne gute Nachrichten“, sagt Bauer Clemens. Davon würde er sich manchmal mehr wünschen. „Wir versuchen, auch positiv auf die Stadt zu blicken“, erläutert der Leiter der Lokalredaktion, Jens Meifert. „Aber unser Job ist es auch, den Finger in die Wunde zu legen.“

Hoch hinaus: Jungfrau Aenne, Prinz Niklas I. und Bauer Clemens im Fahrstuhl des Rundschau-Hauses.
Copyright: Thomas Banneyer
Zum Nachrichtenlesen kommen die drei aktuell aber ohnehin kaum. Rund 400 Termine standen und stehen in dieser Session auf dem Plan, über 300 dürften mittlerweile absolviert sein. „Das holen wir alles nach der Session nach.“
Der Alltag als Dreigestirn sei noch immer überwältigend, erzählt Bauer Clemens den Redaktionsmitgliedern. „Wir haben versucht, uns das vorher vorzustellen. Aber alles ist noch einmal zehnmal intensiver.“ Die intensive gemeinsame Zeit habe die beiden noch mehr zusammengeschweißt. „Wir haben eine tolle Zeit und werden als noch größere Freunde wieder hier rausgehen“, sagt Jungfrau Aenne (Stefan Blatt). Trotz der vielen Krisen erlebe das Trifolium überall Menschen, die völlig sorgenfrei Karneval feiern. „Ganz Köln hat richtig Bock auf Fastelovend“, sagt Jüngling.

An Weiberfastnacht tritt unter anderem das Dreigestirn bei der Rundschau-Party auf. Das Großraumbüro wird dafür derzeit umgebaut.
Copyright: Thomas Banneyer
Wie schwer der imposante Helm des Bauern sei, will ein Redaktionsmitglied wissen. „Die Aerodynamik ist eher das Problem“, erklärt der Bauer. „Er ist sehr hoch und bekommt jeden Windzug ab. Ich habe mittlerweile dadurch schon ein bisschen mehr Nackenmuskulatur aufbauen können.“
Und wer braucht am längsten zum Einkleiden? Natürlich die Jungfrau, lautet die Antwort. „Aber da reden wir von maximal 20 Minuten schminken und dann rein ins Ornat, das geht auch ruckzuck“, erklärt Aenne.
Rezept für die Gesundheit? „Ein bisschen Obst ins Müsli“
Und wie sieht es mit der Gesundheit aus, während eine Grippewelle über Köln hinwegzieht? Das Kinderdreigestirn musste in der vergangenen Woche aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegen. Das große Dreigestirn kommt dagegen bisher gut durch die Session. Was ist das Geheimrezept dafür? „Vitaminpräparate, noch mehr Vitamine, Ingwer-Shots und vielleicht mal ein bisschen Obst ins Müsli“, sagt der Bauer.
Nun biegt das Dreigestirn gemeinsam mit allen Jecken auf die Zielgerade der Session ein. Worauf freuen die drei sich am meisten? „Natürlich auf den Rosenmontagszug“, sagt Bauer Clemens. Aber auch die Eröffnung des Straßenkarnevals auf dem Alter Markt oder dem Funkenbiwak fiebere er entgegen. „Die Stadt wird voller Menschen sein. Da wird bestimmt eine ganz besondere Atmosphäre herrschen.“
