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Schull- un VeedelszöchRund 8.500 ziehen am Sonntag durch Köln

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Eine Gruppe von Kostümierten umringt Bernhard Conin.

Alte Hasen und Neulinge: Bernhard Conin (Mitte) umringt von Kindern des Albertus-Magnus-Gymnasiums, Mitgliedern des Alpenvereins und des Rugby-Vereins. 

Gut gelaunt wurden bei der Pressekonferenz die Fakten präsentiert.

„Wir sind gut aufgestellt“, freut sich Bernhard Conin, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums. Der Verein, der die Schull- und Veedelszöch organisiert, ist raus aus dem Finanzloch, in dem er (wie berichtet) vor zwei Jahren steckte. Die „große Spendenbereitschaft der Stadtgesellschaft“, aber auch der Zuschuss von 75.000 Euro aus der Stadtkasse, haben geholfen. Bei der traditionellen Pressekonferenz im Hotel Excelsior wurden gut gelaunt die Fakten rund um die diesjährigen Zöch vorgestellt. 

In etwa sind die Zöch in diesem Jahr so groß wie im vergangenen Jahr. Rund 8500 Jecke sind dabei, wenn es ab 11.11 Uhr auf der Strecke des Rosenmontagszugs losgeht.  42 Schulen sind angemeldet. Das sind zwar vier weniger als im vergangenen Jahr, aber die Summe von rund 4000 Teilnehmenden kann sich dennoch sehen lassen. Mehr als 500 Musikerinnen und Musiker sind bei den Schulen dabei. Die Veedelsvereine sind am Sonntag mit 48 Gruppen vertreten und bringen rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Straße. Etwa 110 Musikerinnen und Musiker aus den Veedeln gehen mit. Neu dabei sind die Ortsgruppe Köln des Deutschen Alpenvereins, der Rugby-Verein und der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds (KGS).

Schulen aus 33 Veedeln dabei

„Wir haben ganz Köln bei uns vertreten. Die Schulen, die mitgehen, kommen aus 33 Vierteln und aus allen neun Bezirken. Alle Schulformen sind dabei“, sagt Petra Vianden, „Generalistin Generale Brauchtum“ im Schulamt. In vielen Schulen gehört die Teilnahme an den Schull- und Veedelszöch seit Jahrzehnten fest zum Karneval. Den Rekord hält das Deutzer Gymnasium Schaurtestraße - es geht in diesem Jahr zum 70. Mal mit. Nur dreimal war es nicht dabei. Ganz neu dabei ist eine Grundschule aus Kalk: die Grünebergschule. 

„Bei den Motti setzen viele auf Heinzelmännchen und Superhelden, viel dreht sich ums Ehrenamt“, verrät Vianden. Das Sessionsmotto „Alaaf. Mer dun et för Kölle“ bietet dafür die perfekte Vorlage. „Die Heinzelmännchen sind die ersten Ehrenamtler, die wir in Köln hatten“, erklärt Vianden. 

Lesezwerge verteilen Bücher

5000 Bücher im Pixi-Buch-Format werden die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Forststraße aus Rath verteilen. Dabei sind sie als Lesezwerge verkleidet. Der Titel des dicken Büchleins: „Herr Lehmann erlebt Geschichte(n) in Köln“. Geschrieben hat es Jutta Maas, die Illustrationen kommen von Saskia Gaymann. „Es ist das erste Mal, dass ein Werk extra für den Zug geschrieben wurde“, sagt Henning Krautmacher, der mit seinem Verein „Run & Ride for Reading“ den Leseclub in der Grundschule eingerichtet hat und die Idee zu dem Buch hatte. Das Buch bringt Kindern auf unterhaltsame Weise die Kölner Stadtgeschichte und die Originale näher. Wer lieber hört als liest, kommt über einen QR-Code im Buch auf die Hörbuchversion, gelesen von Henning Krautmacher.

Noch mehr Inklusion

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Rheinenergie bieten am Sonntag bei den Zöch 270 Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, auf Tribünen auf dem Heumarkt Karneval zu feiern. Die Karten für die Aktion „Karneval für Alle“ sind bereits vergeben.

Erstmals gibt es in diesem Jahr eine Blindentribüne auf dem Heumarkt. „Wer nicht sehen kann, kann in diesem Jahr den Zug mit den Ohren sehen“, sagt Zugleiter Jörg Schneider. Die Beschreibungen werden auch über die Homepage der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums gestreamt. 

Durch eine Spendensammel-Aktion der Roten Funken können in diesem Jahr zum ersten Mal Menschen mit einer Behinderung im Zug mitfahren. Zur Verfügung stehen 15 Tandems, bei denen man nebeneinandersitzt.

Weil der Sonntag, 15. Februar, auf den internationalen Kinderkrebstag fällt, zeigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schull- und Veedelszöch eine besondere Geste der Solidarität: Sie tragen eine goldene Schleife. „Das war uns in diesem Jahr sehr wichtig“, betont Petra Vianden und fügt hinzu: „Das ist aus meiner Sicht Fastelovend mit Hätz.“