Wer die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners nicht einsammelt, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Eine Studie gibt Aufschluss über die Höhe der Strafgelder.
Bußgeld bis 500 EuroHundehaufen können in Köln teuer werden

Längst nicht alle Herrchen und Frauchen machen die Haufen ihrer Hunde weg.
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Ärgerlich, unappetitlich und nicht zuletzt verboten: Wer die Hinterlassenschaften seiner Vierbeiner nicht einsammelt, begeht zumindest mal eine Ordnungswidrigkeit. Im Extrem- und Wiederholungsfall kann sich das zumindest theoretisch bis hin zu einer ausgewachsenen vier-, teilweise sogar fünfstelligen Summe addieren. Selbst für das Nicht-Mitführen eines Hundekotbeutels werden in einigen Gemeinden Bußgelder fällig.
Passiert in der Praxis aber eher selten. Denn die Delinquenten müssen auf frischer Tat ertappt werden. Zwar wird in einigen Gemeinden bereits mit DNA-Proben experimentiert, aber das Verfahren an sich sowie die Einforderung einer Gegenprobe ist naturgemäß reichlich umständlich.
Vorsicht im Ausland: Hohe Strafen drohen
Nun sind die Strafen fürs Liegenlassen des Hundekots in Deutschland noch nicht so empfindlich wie in anderen Ländern. In Frankreich etwa kann sich das in manchen Gegenden schnell mal auf 750 Euro summieren, in Spanien gelten in vielen Regionen 650 Euro. In Deutschland dagegen sind einer Studie des Magazins „hundemagazin.com“ Kaiserslautern, Karlsruhe und Offenbach mit 150 Euro Spitzenreiter – Köln liegt mit 45 bis 200, in außergewöhnlichen Fällen 500 Euro im unteren Mittelfeld.
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Die 80 größten Städte Deutschlands wurden für die Studie angefragt, 69 haben geantwortet. Tatsächlich regeln die Städte den Umgang mit der Höhe der Strafe sehr unterschiedlich. Auch die Zuständigkeiten variieren: Mal gab laut den Verfassern mal die Bußgeldstelle Auskunft, mal das Ordnungsamt. Es sei ein regelrechter Flickenteppich an Bußgeldsummen, Zuständigkeiten und Begrifflichkeiten entstanden.
Von 5 bis 500 Euro
Im Durchschnitt liegt das Bußgeld für das Liegenlassen von Hundekot bei 66 Euro, von den erwähnten 150 Euro bis runter zu fünf Euro in Leipzig. Dazwischen finden sich zahlreiche Abstufungen. Berlin, Essen oder Dortmund verlangen laut den Autoren meist zwischen 75 und 100 Euro, in kleineren Städten lägen die Sätze oft darunter. Die Höhe wird sich in aller Regel am Einzelfall orientieren, etwa ob es sich um einen „Wiederholungstäter“ handelt, ob der Täter einsichtig ist oder ob der Kot in einem sensiblen Bereich liegt, wie auf Spielplätzen oder Grünanlagen.
In Köln liegt das Bußgeld für das Nicht-Entfernen von Hundekot bei Erstverstößen laut Studie bei 45 Euro. Das gilt entsprechend dem Kölner Bußgeld-Katalog allerdings nur für das Straßenland – und wenn Frauchen oder Herrschen nach Ansprache das Häuflein brav einsammeln. Lassen sie es trotz Aufforderung liegen, kann sich die Preisspirale bis hin zu mehreren hundert Euro drehen, je nachdem, wo sich Püppi ausgelassen hat. Besonders teuer wird es auf Spiel- und Bolzplätzen, wo es bei 200 Euro erst losgeht und bei Ignoranz auch mal bis zu 500 Euro zusammenkommen.
Sehr hohe Dunkelziffer in den großen Städten
Es gilt allerdings wie bereits erwähnt die Beweispflicht. Auf Anfrage der Rundschau sind in Köln im letzten Jahr lediglich 22 Hundebesitzer verwarnt worden, weil sie die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners nicht entsorgt haben. 16 hat der Ordnungsdienst verwarnt, sechs haben Post von der Bußgeldstelle (ab 60 Euro) bekommen. Das erscheint wenig, ist aber tatsächlich gar kein schlechter Wert: Andere Städte haben noch weitaus weniger Erfolge vorzuweisen. Berlin meldete 13 dokumentierte Verstöße, Essen 12. Laut den in der Studie befragten Städten wurden im Jahr 2024 insgesamt 116 Fälle gemeldet, im Durchschnitt nur 2,76 Vorfälle pro Stadt. Die Dunkelziffer muss angesichts der vielen Tretminen nicht nur in Köln also gewaltig sein.

