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Baustelle in DeutzDarum müssen DB-Kunden Geduld haben

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Die Weichen im Deutzer Gleisbett werden teils erneuert. Die Arbeiten werden im Dreischichtbetrieb durchgeführt. Für die Fahrgäste bleibt das nicht ohne Folgen.

Nach über 30 Jahren im Dienst sind die Weichen zwischen dem Deutzer Bahnhof und der  Hohenzollernbrücke mürbe. Acht von ihnen werden nun ausgetauscht.

1400 Züge am Tag – da wird selbst die härteste Weiche irgendwann mal mürbe. Dabei waren die acht Weichen im Deutzer Gleisfeld durchaus hart im Nehmen. Immerhin hielten sie schon seit den 90er Jahren ihren Buckel hin. Und sie hätten vielleicht sogar noch länger gemacht, wären sie nicht auf Holzschwellen gelagert gewesen. „Die Verbindungen haben nicht mehr mitgemacht. Darum werden die Weichen, die Schwellen und das Kiesbett erneuert. Die Bahn kostet das 2,3 Millionen Euro. Die Kunden viel Geduld.

"Muten Kunden einiges zu"

„Wir wissen, den Kunden wird gerade einiges zugemutet“, sagt DB-Sprecher Dirk Pohlmann. Ausfälle, Verspätungen, Umwege – es ist ja nicht so, das der Fahrgast nicht Leid gewohnt ist. In der Anfahrt nach Köln über Deutz kommt es allerdings gebündelt. Denn zu dem Austausch der Weichen kommt noch die Sanierung der Bahnbögen über die Deutz-Mülheimer-Straße.

An zwei der Brücken wird bereits seit vergangenem Jahr gearbeitet. Doch nun ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Über die neuen Weichen soll schon wieder am 19. Dezember Züge rollen. Sieben Tage zuvor, am 12. Dezember, sollen die beiden Bahnbögen – im DB-Fachjargon: Bauwerk C – fertig saniert sein.

Arbeiten im laufenden Betrieb

Die Kunst bei Arbeiten an der Infrastruktur der Deutschen Bahn: Alles muss im laufenden Betrieb erfolgen. Eine planerische Herausforderung. So muss für den Austausch von Weichen unter anderem im Baustellenbereich der Strom in den Oberleitungen abgestellt werden. Allerdings reichen die Oberleitungen und deren Stromversorgung in aller Regel weit über den Baustellenbereich hinaus. Damit können Arbeiten in Deutz sich weit über Köln hinaus auswirken.

Eile tut Not, um die Einschränkungen zu begrenzen. Jedoch: „Wie in allen Baubereichen haben auch wir mit gestörten Lieferketten zu kämpfen“, sagt Miroslaw Radacz, leitender Bauüberwacher. Dennoch gelingt es bisher, Material für das vorgesehene Zeitfenster zu bekommen. Seit rund einer Woche werden im Deutzer Gleisfeld im Dreischichtbetrieb Kies ausgetauscht und verdichtet, Betonschwellen verlegt sowie Weichen vor Ort montiert.

Maßanfertigung für Deutz

Denn die neuen Weichen kommen nicht von der Stange. Sie müssen den Deutzer „Verhältnissen“ angepasst sein. „Da geht es um Millimeter. Es sind Maßanfertigungen“, sagt Radacz. Auch an den beiden Bahnbögen wird Tag und Nacht gearbeitet. Von den acht weichen, die die DB im Deutzer Gleisfeld zurzeit auswechselt, liegen zwei auf dem Bauwerk C. Ab dem 7. Dezember soll dort der Schotter ausgewechselt werden.

Ab dem 8. Werden die Weichen eingepasst. Für den 11. Dezember sind noch verbleibenden Feinarbeiten vorgesehen. Für den 12. Dezember will die DB“ „Bahn frei“ vermelden. Aufatmen für die Fahrgäste? Höchstens eine kurze Verschnaufpause. Die Bahn hat bundesweit einen Sanierungsstau aufzuarbeiten. Darum ist auch in Köln nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Vom 3. bis 14. Juli werden weitere vier Weichen in Deutz und fünf im Hauptbahnhof ausgetauscht.