Deutzer Hafen in KölnWie der Verkehr zum neuen Stadtquartier erschlossen werden soll

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Deutzer Hafen

Aus dem alten Industrie-Areal am Deutzer Hafen soll ein modernes Stadtquartier werden.

Wie kommen die Kölnerinnen und Köln künftig in das neue Stadtquartier? In einer Kölner Sondersitzung wurde der Infrastruktur-Bebauungsplan beschlossen. Wir geben einen Überblick.

Wer ein neues, urbanes Stadtquartier mit mehreren tausend Wohnungen und bis zu 7000 Arbeitsplätzen baut, muss sich vor allem die Frage stellen: Wie kommen die Kölnerinnen und Kölner dorthin? Die Ausschüsse für Stadtentwicklung und Verkehr haben in einer gemeinsamen Sondersitzung den Infrastruktur-Bebauungsplan beschlossen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

1.Stadtbahnanschluss

Das Neubaugebiet soll einen direkten Stadtbahnanschluss an den Deutzer Bahnhof erhalten. Damit stehen die KVB unter Druck, eine lang diskutierte Verbindung und das entsprechende Betriebsprogramm zu realisieren.

2. Schneller Start der S-Bahn-Linie S16

Die S-Bahn-Linie S16 soll im Vorlaufbetrieb schnellstmöglich starten. Pläne gibt es dafür von Go.Rheinland, ehemals NVR, bereits länger. Ein wichtiger Aspekt dieses Vorhabens ist, dass die Südbrücke um S-Bahngleise erweitert wird.

3. Rampe an der Südbrücke

Es soll bereits ohne die geplante neue Brückenverbindung vom Ubierring aus zum Deutzer Hafen leichter werden, das neue Quartier mit dem Fahrrad zu erreichen. Dafür soll die Stadt die Planungen für eine Rampe oder eine Spindel auf mindestens einer Brückenseite der Südbrücke am linksrheinischen Rheinufer wieder aufnehmen und mit der Deutschen Bahn abstimmen, die Eigentümerin der Brücke ist.

4. Verbindung zur Linie 7

Die S16 soll eine Verbindung zur Linie 7 auf der Siegburger Straße erhalten.

5. Weniger Durchgangsverkehr

Der Durchgangsverkehr auf der Siegburger Straße im Bereich Poll zwischen Am Schnellert und Auf dem Sandberg soll reduziert werden. Zudem seien Maßnahmen zu entwickeln, um Schleichverkehr in den angrenzenden Wohngebieten zu vermeiden.

Lukas Lorenz ist SPD-Ratsmitglied für Poll. Er erklärte zu den einstimmig beschlossenen Vorgaben: „Ich bin glücklich, dass wir so viele Verbesserungen auf einen Streich beschließen konnten. So werden durch die neue Verkehrsführung Schleichwege durch Poll vermieden. Das ist gut für alle neuen Nachbarn und auch für die ansässige Bevölkerung in Poll. Besonders froh bin ich über die Anbindung des Radverkehrs über die Südbrücke und die Planungen für KVB und S-Bahn. So erschließen wir das neue Veedel von Anfang an so, dass die Menschen mit ÖPNV und Rad gut an die Innenstadt und andere Veedel angeschlossen sind. “


Spezialbagger für besondere Höhenlagen

3000 Wohnungen sollen im Deutzer Hafen entstehen. Teilweise in den denkmalgeschützten Bauten der früheren Ell- und Auermühle, aber vor allem in modernen Quartiersgebäuden drumherum. Es ist das größte Stadtentwicklungsprojekt Kölns. Seit Mittwoch laufen die Rückbauarbeiten der beiden letzten Gebäude auf dem früheren Mühlengelände, die nicht unter Denkmalschutz stehen.

Früher standen die Mühlenbauwerke getrennt, später kam ein Verbindungsgebäude mit Getreidesilo sowie ein Verladesilo hinzu. Diese werden nun nacheinander zurückgebaut. Dabei kommt ein spezieller Bagger mit einem besonders langen Ausleger zum Einsatz, der für Einsätze in großen Höhenlagen konzipiert wurde. Nach dem Rückbau am Getreidesilo wird der „Longfrontbagger“ auch beim Rückbau des Mehlverladesilos zum Einsatz kommen.

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