Zwei Männer wollten in die Eingangstür eines Kölner Juweliers rasen. Der Coup missglückte. Im Geschäft wurde die Vernebelungsanlage aktiviert.
„Blitzeinbruch“ in KölnTäter des gescheiterten Einbruchs sind verletzt

Tatort: Der Ford Fiesta wurde bei dem Aufprall an der Ecke zum Wallrafplatz beschädigt. Der Beifahrer erlitt Verletzungen.
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Dieser Coup ist gründlich misslungen und wird den Tätern noch schmerzlich in Erinnerung bleiben: Mit einem Ford Fiesta wollten zwei Männer am Sonntagmorgen in die Eingangstür bei Juwelier „Wempe“ am Wallrafplatz rasen, wertvollen Schmuck einsammeln und rasch wieder verschwinden. Doch es kam ganz anders (wir berichteten).
Am Montag wurden nun neue Details zu dem gescheiterten Einbruch bekannt. Demnach wurde der Fahrer direkt bewusstlos, als er mit dem Wagen in den Eingangstürbereich fuhr. Der Beifahrer erlitt Beinverletzungen. Offenbar hatten die Männer die Folgen des Aufpralls unterschätzt. Oder waren sie etwa nicht angeschnallt? Auf jeden Fall: Nix war es mehr mit der großen Beute. Die beiden Männer aus dem Fiesta mussten nach dem gescheiterten Einbruchsversuch von den Komplizen „gerettet“ werden.
Mit einem Audi eilten die beiden verletzten Täter und weitere Komplizen vom Wallrafplatz davon. Auch wenn die Täter in die Räume von „Wempe“ gelangt wären: Der Blick wäre ihnen massiv vernebelt worden. In dem Juweliergeschäft wurde durch den Einbruchsversuch die Verrauchungsanlage ausgelöst. Die Feuerwehr war vor der Begehung des Geschäfts damit beschäftigt, den Rauch abzuleiten. Der Rauch soll Dieben die Sicht nehmen.
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Die Polizei geht nach einer ersten Einschätzung nicht von professionellen Tätern aus. In den vergangenen Jahren hat es in Köln immer wieder sogenannte „Blitzeinbrüche“ mit Fahrzeugen bei Juwelieren gegeben. Doch dabei rasten die Täter mit großer Wucht rückwärts in die Geschäfte, auch damit die Einbrecher direkt nach dem Einsammeln der Beute wieder fliehen konnten. Außerdem wurden bei den Taten keine Kleinwagen, wie etwa ein Ford Fiesta benutzt, sondern große Fahrzeuge mit reichlich PS.
Die Hochzeit der sogenannten Blitzeinbrüche war in den Jahren 2001 und 2002. In Köln gab es innerhalb von zwei Jahren zwölf dieser Einbrüche. Schmuck im Wert von mehreren Hunderttausend Euro erbeuteten Täter im Dezember 2002 bei einem Juweliereinbruch auf der Hohe Straße. Insgesamt gab es in den beiden Jahren in Nordrhein-Westfalen über fünfzig Blitzeinbrüche – damals jagte die Sonderkommission „Blitz“ die Täter.
In dem aktuellen Fall hat die Kölner Polizei keine heiße Spur. Nach bisherigen Erkenntnissen flüchteten die Täter in einem hochmotorisierten Audi mit Weseler Kennzeichen auf die BAB 57. Alle Täter waren maskiert. Einer trug eine schwarze Winterjacke, schwarze Schuhe und eine helle Hose. Eine weitere Person war mit einer hellen Jacke, schwarzer Jeans und weißen Schuhen bekleidet.
Der Beifahrer des Fiesta war mit einer schwarzen „Pufferjacke“ und einer schwarzen Hose bekleidet und hat sich bei der Kollision die schwere Verletzung am Bein zugezogen. Zum Fahrer des Fiesta liegt derzeit keine Beschreibung vor. Es wird vermutet, dass die Täter in die Niederlande geflüchtet sind. Möglicherweise wurden die verletzten Täter dort von ihren Komplizen in ein Krankenhaus gefahren, oder es wurde ein Arzt konsultiert. Die Beamten fragen: Wer kann Angaben zu den verletzten Männern machen? Wer hat verdächtige Beobachtungen am Wallrafplatz gemacht? Die Polizei bittet um Zeugenhinweise unter Ruf 0221 229-0.
