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Gottesdienst in KölnSternsinger sammeln Spenden für Kinder in Bangladesch

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Sie lassen die Krone fliegen: Emil (l.) und Daniel (r.) freuen sich auf ihre Aufgabe in den kommenden Tagen.

Sie lassen die Krone fliegen: Emil (l.) und Daniel (r.) freuen sich auf ihre Aufgabe in den kommenden Tagen.

Kardinal Woelki entsendet die Sternsinger mit einem Gottesdienst im Dom und verkündet die Sammelaktion für Bangladesch.

Caspar, Melchior und Balthasar – es dauert keine zwei Wochen mehr, bis eine Schar von ihnen in bunten Gewändern und goldenen Kronen von Tür zu Tür zieht, um Spenden für den guten Zweck zu sammeln und die Häuser zu segnen. Doch vorher muss Kölns „oberster Hirte“, Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, die Sternsinger entsenden. Am Samstag hat er in der traditionellen Sternsinger-Messe im Kölner Dom zu ihnen gesprochen.

„Für die meisten von euch liegen zwei wundervolle Tage hinter euch. Ihr habt mit euren Eltern, Großeltern und Geschwistern Weihnachten feiern dürfen“, erzählt der Kardinal am Altar. Eine schöne Zeit voller Freude und Geschenke läge hinter den Kindern. Doch nicht jedes Kind auf der Welt hat das Glück, Weihnachten feiern und Geschenke kriegen zu können. „Vielen Kindern auf der Welt geht es nicht gut. Wenn wir abends in die Nachrichten schauen, sehen wir, dass viele Kinder betroffen sind von Krieg oder von furchtbaren Terroranschlägen.“

Krieg und Terror seien allerdings nicht die einzigen schlimmen Umstände, unter denen die Kinder in anderen Ländern leiden: „Stellt euch vor, 138 Millionen Kinder auf der Welt müssen arbeiten und leben in Armut.“ Zur Schule gehen, wie die Sternsinger im Kölner Dom – oder zumindest die unter ihnen, die schon groß genug dazu sind – ist für diese Kinder undenkbar. „Ich glaube, die meisten von euch gehen gerne zur Schule. Da kann man seine Freundinnen und Freunde treffen. In der Offenen Ganztagsschule und auf dem Pausenhof kann man spielen. Vor allem aber darf man lernen. Das ist was ganz Tolles. Warum? Weil das hilft, erwachsen zu werden, groß zu werden und das Leben zu bewältigen“, führt der Kardinal aus.

Spendenaktion für Kinder in Bangladesch

In diesem Jahr schauen die Sternsinger deshalb ganz besonders auf Bangladesch, wo rund 167 Millionen Menschen leben. 55 Millionen von ihnen in Armut. Unter diesen sind 1,8 Millionen Kinder, die nicht zur Schule gehen können, da sie arbeiten müssen. „Wir müssen bei Eltern, bei Institutionen, bei Organisationen, bei Politikern, werben, dass Kinder zur Schule gehen dürfen. Nicht in die Fabrik, sondern ins Klassenzimmer“, hebt der Kölner Erzbischof die Bedeutung der Spendenaktion vor.

Die Spenden, die die Sternsinger sammeln werden, gehen an die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) und an die Caritas Bangladesch. Die ARKFT befreit Kinder in der Region Jessore in Westbangladesch aus gesundheitsschädlichen Arbeitsverhältnissen und unterstützt sie dabei, zur Schule gehen zu können. Die Caritas Bangladesch unterstützt die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Norden des Landes.

Der Gottesdienst im Dom war gut besucht.

Der Gottesdienst im Dom war gut besucht.

„Ihr kommt, weil ihr andere Kinder im Blick habt. Kinder und Jugendliche, denen es nicht gut geht. Kinder, die unter ganz schwierigen Bedingungen leben müssen“, lobt Woelki die Sternsinger. Unter ihnen sind auch Jente (8) und Alma (11). „Wir freuen uns, für die Kinder in Bangladesch Geld zu sammeln zu können, damit sie nicht mehr arbeiten müssen“, beschreiben sie ihre Motivation, an diesen kalten Tagen von Haustür zu Haustür zu ziehen und den Segen „Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus (C+M+B)“ zu spenden. Für die Schwestern ist das nicht das erste Mal, dass sie in den Bänken vor dem Kardinal sitzen und von ihm entsendet werden. Bereits zum vierten Mal setzen sie ihre selbstgebastelten goldenen Kronen für die gute Sache auf.

Viele Sternsinger sind zum ersten Mal unterwegs

Doch auch Sternsinger-Novizen sind mit von der Partie. Beispielsweise die fünfjährige Lucia aus Düsseldorf, die mit ihren Großeltern in die Domstadt gereist ist. Auch für Adrian (8) und Daniel (9) aus Wuppertal ist es das erste Mal. Doch für sie ist das kein Grund, nervös zu werden. Ihr Freund Emil (9) ist schon ein wahrer Sternsinger-Profi, denn er war schon mehrfach im Auftrag des Kardinals unterwegs.

Bevor er die Sternsinger entsendet, muss Woelki gemäß der Tradition das „Werkzeug“ der Sternsinger segnen. Während Kreide und Stern dort sind, wo sie hingehören, ist der Weihrauch kurzerhand verschwunden. Das stellt aber kein Problem dar: „Der Segen Gottes ist so groß und so stark, dass er überallhin dringen kann“, versichert der Kardinal. Abschließend folgen die Sternsinger Kardinal Woelki in einer Prozession zum Schrein der Heiligen Drei Könige. Ab dem 6. Januar ziehen die Sternsinger dann in ihren Heimatorten von Haus zu Haus.