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Polizeiwache am Breslauer PlatzUmstrittene Containerwache bleibt noch bis 2024

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Containerwache Breslauer Platz

Der Funktionsbau der Bundespolizei bleibt noch bis bis 2024. 

Köln – Die umstrittene provisorische Containerwache der Bundespolizei bleibt noch bis 2024 auf dem Breslauer Platz stehen. Das hat eine Sprecherin der Bundespolizei der Rundschau mitgeteilt und damit zum ersten Mal ein mehr oder weniger konkretes Datum genannt.

Denn der Umbau der Buchhandlung Ludwig im Hauptbahnhof zur neuen Wache wird voraussichtlich Ende 2023 abgeschlossen, erst dann kann die Containerwache abgebaut werden. Stand jetzt geschieht das im Jahr 2024 – die vielfach kritisierte Lösung wird also mindestens drei Jahre auf einem der zentralen Plätze Kölns stehen.

Containerwache am Breslauer Platz

Die Containerwache der Bundespolizei

Wie berichtet, hatte der Kölner Ableger des Bundes Deutscher Architekten das Vorhaben eine Bankrotterklärung in Sachen Stadtgestaltung genannt, auch Baudezernent Markus Greitemann hatte gesagt, dass das nicht schön sei.

Es könnte auch noch später werden

Es geht ja nicht um irgendeinen Hinterhof in einem entlegenen Winkel der Stadt. Es geht um den Hauptbahnhof, er ist ein wichtiger Knotenpunkt, 318 000 Besucher nutzen ihn jeden Tag. Müssten also nicht alle Beteiligten daran interessiert sein, die Containerwache so schnell es geht vom Breslauer Platz verschwinden zu lassen? Warum verzögert sich das bei aller Komplexität so lange? Die erste Idee für die Container gab es 2018 (siehe Info-Text).

Chronik der Umzugsgeschichte

Mai 2017: Ein Betrunkener reißt die Sprinkler in der Wache im Hauptbahnhof aus der Wand. Die Wache ist unbrauchbar und war ohnehin zu klein. Es gibt vier Container als Ersatz auf den Bahnhofsvorplatz, er ist das Gegenstück zum Breslauer Platz auf der anderen Seite.

Sommer 2018: Idee einer großen Containerwache auf dem Breslauer Platz. Sie dient als Zwischenlösung, bis die Buchhandlung Ludwig im Bahnhof zur Wache umgebaut ist.

September 2019: Die Buchhandlung Ludwig schließt das Obergeschoss wegen des angekündigtem Umbaus und verkauft nur im Erdgeschoss.

November 2019: Containerwache auf dem Breslauer Platz wird gebaut. Im Monat darauf verschwinden die vier Container auf dem Bahnhofsvorplatz.

Juli 2021: Bundespolizei kündigt an, dass die neue Wache im Bahnhof wohl erst 2024 bezogen wird. (mhe)

Nun stellt die Bundespolizei zumindest ein Datum in Aussicht – allerdings mit einiger Unsicherheit. Auf die Frage, ob das Provisorium 2024 verschwindet, sagte die Sprecherin: „Momentan ist das der Planungsstand. Ob sich dieser zeitlich realisieren lässt, bleibt allerdings abzuwarten.“ Heißt: Es könnte später werden.

Genehmigung für Containerwache ist ausgelaufen

Vor allem hat der Umbau nicht mal begonnen – und es ist offen, wann das passiert. Denn die Bundespolizei spricht von Ende 2021/Anfang 2022, die Deutsche Bahn aber von Anfang 2023. Neun Millionen Euro waren eingeplant, ob das nach den Umplanungen reicht, ist laut Sprecherin unklar. Zumindest ist der Bau „grundsätzlich“ durch Bundespolizeipräsidium und Deutsche Bahn genehmigt.

Allerdings ist die Genehmigung für die Containerwache vor zwei Tagen am 30. Juni ausgelaufen, erst im April wurde die Verlängerung beantragt. Das Kuriose: Die Stadtverwaltung hat der Verlängerung bis heute nicht zugestimmt. Stehen die Container illegal auf dem Breslauer Platz? Nein, sagt ein Stadtsprecher. „Der Ablauf des Datums 30.6.2021 kann dem Antragsteller daher nicht zur Last gelegt werden, da ja die verwaltungsinternen Prüfungen noch laufen.“

Auch für die Buchhandlung hat das Folgen, sie lebt seit Monaten in Ungewissheit, wann sie ausziehen muss. Der Laden gehört zur Unternehmensgruppe Dr. Eckert, Sprecher Hansgert Eschweiler fordert: „Wir brauchen eine Perspektive, die über die Nasenspitze hinausweist.“