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Bühnensanierung Angaben zur Finanzierung sind „verlässlich und robust“

Eröffnung im Jahr 1955: Nach derzeitigem Planungsstand können die Kölner im Oktober 2022 erstmals wieder den Fuß in die Oper am Offenbachplatz setzen.

Eröffnung im Jahr 1955: Nach derzeitigem Planungsstand können die Kölner im Oktober 2022 erstmals wieder den Fuß in die Oper am Offenbachplatz setzen.

Köln – Das Wort „realistisch“ kommt gefühlt am häufigsten vor in der umfangreichen Pressemitteilung, die die Stadt einen Tag nach der Rundschau-Veröffentlichung zu Dauer und Kosten der Bühnensanierung herausgab. Und auch Bernd Streitberger, als Technischer Betriebsleiter der Bühnen verantwortlich für diese Sanierung, unterstreicht: „Ich bin Realist, kein Optimist“.

Zwischen 545 und 570 Millionen soll die Fertigstellung der Gebäude am Offenbachplatz nun kosten, und im vierten Quartal 2022 sind Oper, Schauspielhaus und Kinderoper dann schlüsselfertig. Streitberger nennt diese Eckdaten, die eigentlich erst in einer Pressekonferenz am Montag bekannt gemacht werden sollen, „begündete Annahmen“ und sagt, sie seien „verlässlich und robust“.

Realistische Projektperspektive

Kostenschätzung und Terminplan seien das Ergebnis von sechs Monaten intensiver Recherche, Berechnungen und Debatten, an der mehr als 50 Fachleute mitgearbeitet hätten. Und die seien sich sicher, eine „umsetzbare Balance aus größtmöglicher Qualität, kürzester Bauzeit und geringstmöglichen Kosten“ ermittelt zu haben.

Alles zum Thema Henriette Reker

Die „schiere Wucht der Zahlen“ werde für Diskussionen sorgen, weiß Streitberger. Aber es sei eben darum gegangen, „aus einer realistischen Zustandsbeschreibung der Baustelle zu einer realistischen Projektperspektive zu kommen“. Relevante Risiken seien eingerechnet. Und im ersten Quartal 2019 sollen die Prognosen noch einmal konkretisiert werden. Dabei gebe es durchaus die Hoffnung, dass die Sicherheiten, die heute eingeplant sein, vielleicht doch nicht benötigt werden, der Bau doch schneller und auch kostengünstiger fertiggestellt werden könne.

Bühnensanierung ist machbar

Vermutungen, der Termin- und Kostenplan könne mit Blick auf bessere Akzeptanz in der Politik geschönt sein, weist Streitberger weit von sich. „Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, hätte ich sicher kein konkretes Datum genannt. Es hat sich kein technisches Problem gefunden, dass wir nicht planerisch lösen können. Die Bühnensanierung ist möglich und machbar.“

Streitberger sei es gelungen, „ein völlig verknotetes Knäuel zu entwirren und den Faden zur Fertigstellung wieder aufzunehmen“, lobte Oberbürgermeisterin Henriette Reker gestern die Arbeit des Betriebsleiters. In einer ihrer ersten Amtshandlungen habe sie versprochen, „Transparenz in der verfahrenen Situation bei der Bühnensanierung herzustellen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Projekt wieder in geordnetes Fahrwasser zu bringen“. Nun sei das Ergebnis: „Eine erfolgreiche Sanierung ist technisch möglich und realistisch machbar.“

Zwei Millionen Euro Miete jährlich für Ersatzquartiere

Bis zu deren Ende, also für weitere gut fünf Jahre, müssen Oper und Schauspiel in ihren Ausweichquartieren bleiben. Staatenhaus und Mülheimer Carlswerk stünden aber auch für die verlängerte Bauzeit als Interims-Spielstätten zur Verfügung, sagte Bühnen-Geschäftsführer Patrick Wasserbauer.

Die Miete beträgt nach Rundschau-Informationen für beide Gebäude rund zwei Millionen Euro jährlich. „Die Bühnen mit ihren 700 Mitarbeitern werden alles tun, um die Jahre bis zur Wiedereröffnung kreativ und auf hohem künstlerischen Niveau zu nutzen“, versprach Wasserbauer. Am Ende wolle man sagen: „Wir haben das Beste aus dieser für uns prägenden Dekade gemacht.“