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Streit bei der KölnmesseGeschäftsführerin Katharina Hamma verlässt das Unternehmen

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Hamma

Katharina Hamma

Köln – Die Geschäftsführerin der Kölnmesse, Katharina C. Hamma (52), muss das Unternehmen verlassen. Das hat der Aufsichtsrat der Kölnmesse am Mittwochabend nach Rundschau-Informationen mehrheitlich beschlossen. Anwälte sollen nun eine Lösung finden. Das Verhältnis zwischen den beiden anderen Geschäftsführern, Gerald Böse und Herbert Marner, und ihr soll unwiderruflich zerstört sein, hieß es. Dafür gebe es mehrere Gründe. Unter anderem soll zuletzt die Stimmung in Besprechungen eskaliert sein. Auch einige Äußerungen in Interviews sind Böse, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, und Finanzchef Marner wohl übel aufgestoßen.

Außerdem prüft die Messe mögliche Korruptionsvorfälle in China. Im Zuge des Geschäftsführerwechsels bei der Tochtergesellschaft in China Mitte 2017 wurde – dem Standard der Kölnmesse entsprechend – eine Revision durchgeführt, so Messe-Sprecher Guido Gudat. Es sei allerdings ohne Ergebnis geblieben.

Erst lange nach Abschluss dieser Prüfungen habe es Gerüchte um mögliche Korruptionsvorfälle gegeben. Daraufhin habe die Geschäftsführung der Messe beschlossen, umgehend eine weitere Revision durchführen zu lassen. Die laufe derzeit noch, Ergebnisse lägen noch nicht vor. „Sollte dabei etwas zutage kommen, werden wir dem nachgehen und entsprechende Konsequenzen ziehen“, so Gudat weiter. Im Umfeld der Messe hieß es allerdings, diese Untersuchungen hätten nichts mit der Personalentscheidung zu tun. Zu der Personalentscheidung wollte sich Gudat nicht äußern.

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Vertrag verlängert

Hamma war als sogenannte Chief Operating Officer (COO) für alle Veranstaltungen der Messe in Köln verantwortlich und damit auch für teils erfolgte Neuausrichtungen. Die wurden als durchaus erfolgreich dargestellt. Hammas Vertrag und der des kaufmännischen Geschäftsführers Herbert Marner waren im Herbst 2015 vorzeitig um weitere fünf Jahre bis 2021 verlängert worden. Der Aufsichtsrat hatte diese Entscheidung nach eigenen Angaben einstimmig getroffen. 2017 erhielt Hamma Bezüge von 497 098 Euro, darunter eine Festvergütung von 240 500 und eine Tantieme von 194 250 Euro.

Hamma war im Oktober 2011 zur Kölner Messe gekommen. An der Aufgabe in Köln reizte sie nach eigenen Worten unter anderem, dass die Kölner Messe sichtbar wachstumsorientiert sei. Zuvor war sie Prokuristin der Messe München. Hier war die Diplom-Ingenieurin nach dem Studium der Betriebswirtschaft und der Bekleidungstechnik 1997 eingetreten. Seit 2005 hatte sie den Bereich Investitionsgütermessen, in dem etwa die Baumaschinenmesse bauma, die Immobilienmesse Expo Real oder die Entsorga angesiedelt sind, geleitet. Man habe mit Hamma eine absolute Expertin mit langjähriger Erfahrung im nationalen und internationalen Messegeschäft gewinnen können, sagte der damalige Kölner Oberbürgermeister und Messe-Aufsichtsratschef Jürgen Roters. 

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