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Kontrollen in KölnDoppelt geblitzt hält besser

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Alles unter Kontrolle: In Kiel sind die neuen Blitz-Stelen an mehreren Kreuzungen im Einsatz. (Foto: Paesler)

Köln – Rotlichtverstöße können Autofahrer künftig noch teurer zu stehen kommen als bislang ohnehin schon. Denn an unfallträchtigen Kreuzungen in der Stadt sollen sogenannte Doppel-Blitzer installiert werden, die sowohl Rotlichtverstöße als auch überhöhte Geschwindigkeit feststellen können. Zunächst soll an der Ecke Riehler Straße/Amsterdamer Straße nahe dem Zoo eine Anlage aufgebaut werden.

Doch das soll erst der Anfang sein. „Wenn sich diese Anlage bewährt, werden wir das weitere Vorgehen prüfen“, sagt Frank Lepke, Leiter des Verkehrsdienstes beim Ordnungsamt. Auch an der Kreuzung Venloer Straße/ Gürtel in Ehrenfeld sei ein Doppel-Blitzer denkbar. Denn auf der Venloer Straße gilt Tempo 30, doch sobald die Ampel Gelblicht zeige, gäben unzählige Autofahrer Gas und rauschten dann deutlich zu schnell über die Kreuzung.

Exakt um diese Fälle geht es der Polizei. „Leider geben viele Autofahrer beim Gelb noch mal Gas“, bedauerte Kölns Leitender Polizeidirektor Helmut Simon kürzlich im Interview mit der Rundschau. Bei vielen Unfällen seien zu hohes Tempo und Rotlichtmissachtung die Ursache. Die kombinierten Blitzer sollen nun helfen, die Zahl der schweren Unfälle zu reduzieren. An der Kreuzung in Riehl waren voriges Jahr zwischen Januar und Oktober 44 Unfälle registriert worden, dabei waren laut Polizei 16 Menschen leicht und einer schwer verletzt worden.

Für die Überwachung stehen zwei verschiedene Systeme zur Auswahl: eines, das auf Induktionsschleifen im Boden ausgerichtet ist, sowie eine digitale Blitz-Stele, die im 360-Grad-Winkel Bilder schießt.

In Köln wird offenbar das Induktionsschleifen-Modell favorisiert. Pro Anlage rechnet die Stadt mit Kosten von bis zu 70 000 Euro. Um alle Fahrtrichtungen zu erfassen, sollen an der ausgewählten Kreuzung in Riehl allein vier Doppelblitzer aufgebaut werden. „Die Installation der Anlage dauert acht bis zehn Wochen, weil die Schleifen in den Asphalt gelegt werden müssen und eine Kopplung mit dem Steuerungssystem der Ampel erforderlich ist“, erklärt Lepke. Die Stadt werde sich nach der Ausschreibung für das günstigste Modell entscheiden.

In München werden die Doppelblitzer an drei Stellen im Stadtgebiet eingesetzt. Vor einem Jahr ging zudem die erste Hightech-Variante in Betrieb. Name: „PoliScan Red and Speed“. Der Technikturm kostet rund 100 000 Euro und erlaubt laut Herstellerangaben die Geschwindigkeitsüberwachung zielgerichtet über mehrere Spuren und bei dichtem Verkehr. „Blitz am Stiel“ schrieb die Süddeutsche Zeitung über die laserbasierte Wunder-Stele. Das bayerische Innenministerium testet das Gerät in einem Pilotprojekt für den gesamten Freistaat.

In Kiel sind derzeit drei Systemsäulen für die kombinierte Verkehrsüberwachung aufgestellt. Eine der Stelen wechselt zwischen zwei Standorten, „scharf gestellt“ ist jeweils nur eine Messanlage. Die zuvor eingesetzte Technik per Induktionsschleife war veraltet und hätte mit erheblichem Kostenaufwand nachjustiert werden müssen, teilt die Stadt Kiel mit.

Die ausgewählten Standorte seien allesamt keine Unfallschwerpunkte mehr. Es gebe eine Geschwindigkeitsanpassung an allen Standorten der Stelen. Ein Gerät hatte die Stadt nach Protesten Anfang des Jahres übrigens wieder entfernen lassen: Weil Tempo 70 auf der betreffenden Strecke galt und viele Autofahrer in Erwartung der Säule abrupt auf die Bremse traten, kam es immer wieder zu Auffahrunfällen.