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Neue Aufgabe für Kölns OB?Burmester für Vorsitz der Metropolregion im Gespräch

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Im Köln Triangle befindet sich die Geschäftsstelle der Metropolregion Rheinland. Die Miete 150.000 Euro im Jahr. 

Der Lobbyverein Metropolregion Rheinland hat viele Probleme. Unter anderem laufen ihm die Mitglieder weg. Nun Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester den Vorsitz übernehmen. 

Wird Kölns Oberbürgermeister, Torsten Burmester (SPD), der nächste Vorsitzende des Lobby-Vereins Metropolregion Rheinland? Nach Informationen der Rundschau laufen dazu gerade Gespräche im Hintergrund. Demnach ist geplant, dass Burmester auf den Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller im Vorsitz folgen soll. Im Laufe des Jahres findet eine Mitgliederversammlung statt, in der auch die Wahl des Vorsitzenden auf der Tagesordnung stehen wird.

Noch sind die Einladungen zu der Versammlung nicht verschickt. Üblicherweise kommen die Mitglieder immer in den Sommermonaten zusammen. Was für den Wechsel von Keller auf Burmester spricht: Der Düsseldorfer OB hat den Vorsitz ununterbrochen seit 2021 inne. Er übernahm von der damaligen Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. In der Regel fand ein stetiger Wechsel im Vorsitz zwischen den Verwaltungschef der beiden größten Städte in der Region statt. Doch Reker wollte zum Ende ihrer zweiten Amtszeit den mit vielen Problemen behaftet Verein nicht mehr führen. Die Übergabe an den Kölner OB ist also überfällig. Weil die Gespräche zu dem Wechsel noch nicht abgeschlossen sind, möchte zurzeit keiner die Pläne betätigen – aber sie werden auch nicht dementiert.

Bisher magere Erfolgsbilanz

Fest steht jedoch, mit dem Vorsitz übernimmt Burmester zu den vielen Problemfeldern in Köln ein weiteres, denn die Metropolregion Rheinland blieb seit ihrer Gründung im Jahr 2017 weit hinter den Erwartungen zurück. Ziel des Vereins sollte es sein, dass die Mitgliederstädte, -verbände und Handelskammern geeint auftreten, wenn es um die Vergabe von Fördergeldern und -programmen geht. Unter dem Strich erhofften sie die Mitglieder zwischen Wesel und Euskirchen, zwischen Aachen und Wuppertal natürlich Gewinn in Form von Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen. Um einem Beitritt niederschwellig zu ermöglichen, ist der Beitrag mit 22.000 Euro im Jahr eher gering. Dennoch flammte Kritik an Struktur und Leistungsbilanz des Vereins praktisch vom Tag seiner Gründung an auf. Die kleinen Städte fühlten sich im Schatten der großen Städte wie eben Köln und Düsseldorf. Handfeste Erfolge kann die Metropolregion bis heute kaum nachweisen. Dazu kam eine große Unstetigkeit in der Geschäftsführung. Mit dem amtierenden Paul Sterz haben in rund acht Jahren fünf Geschäftsführer versucht, den Verein zum Erfolg zu führen.

Was über Jahre von einigen Mitgliedern immer wieder angedroht wurde, fand in 2025 statt: 13 Mitglieder erklärten ihren Austritt. Was bei einst 35 Mitgliedern nach nicht viel klingen mag, macht dennoch aus der zu vertretenden Region ein Flickenteppich mit großen Löchern, denn unter den Ausgetretenen befinden sich unter anderem Aachen und Bonn sowie acht Landkreise. Köln blieb zwar bei der Stange, dennoch hat die Austrittswelle Folgen für die Domstadt, denn unter den Fahnenflüchtigen befand sich überraschender Weise auch der Landschaftsverband Rheinland (LVR). In einer Sitzung des Landschaftsausschusses im vergangenen Juli beschlossen die Mitglieder unvorhergesehen den Austritt. Der Haken dabei: Der Landschaftsverband zahlte zwar keinen Mitgliedsbeitrag, dafür aber die Miete für die Geschäftsstelle der Metropolregion Rheinland. Und die logiert in einer der ersten Adressen Kölns, dem Köln Triangle. Dafür fallen jährlich rund 150.000 Euro an.

Köln muss wohl hohe Miete bezahlen

Nachdem der LVR ausgetreten ist, muss die Stadt Köln wohl nun die Mietkosten übernehmen. Dazu heißt es nämlich in einer Vorlage des LVR knapp: „Vertraglich ist der verpflichtende Eintritt der Stadt Köln in den Mietvertrag geregelt.“ Beim Landschaftsverband gibt es dazu keine Zweifel, bei der Stadt anscheinend sehrwohl. Die antwortet auf eine Anfrage der Rundschau dazu nur knapp, es bestünden keine vertraglichen Vereinbarungen zwischen den genannten Partnern bezüglich des Mietvertrages. Ob Köln trotz prekärer Haushaltslage die Mietkosten übernimmt und ob dann obendrauf noch der Mitgliedsbeitrag von 22.000 Euro kommt, ist also strittig.

Trotz der zahlreichen Problemfelder des Vereins, arbeitet die Metropolregion weiter. So vermeldet die Kölner Bundestagsabgeordnete Sanae Abdi, dass der Metropolregion Rheinland nun bis zu 450.000 Euro aus dem Förderprogramm „Regio Srat – Strategische Regionalentwicklung“ für das Projekt „Rheinland 2040 – Strategie für vernetzte Räume, Mobilität und Kooperation“ erhält. Für Abdi ist die Förderung „auch eine Anerkennung der hervorragenden Arbeit der Metropolregion Rheinland“. Der Verein selbst vermeldet, dass er grade zum zweiten Mal eine Diskussionsveranstaltung zum „grenzübergreifenden Stromaustausch“ mit rund 30 Teilnehmern durchgeführt hat, unter anderem aus Belgien und den Niederlanden.