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Kommentar

Mülheimer Brücke
Ein solches Sanierungsdesaster darf sich nicht wiederholen

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2 min
Dunkle Wolken über der Mülheimer Brücke

Seit acht Jahren wird die Mülheimer Brücke bereits instandgesetzt. Nun sind erneut Überraschungen ans Licht gekommen.

Ein solches Sanierungsdesaster wie bei der Mülheimer Brücke darf sich in Köln nicht wiederholen, findet Rundschau-Lokalredakteur Michael Fuchs.

Gäbe es die Oper nicht, dann wäre die Mülheimer Brücke das Kölner Sanierungsdesaster schlechthin. Schon vor 14 Jahren schrieb die Kölnische Rundschau: „Kaputte Fahrbahnen, verrostete Träger und Kabel, bröckelnder Beton: Die Rheinbrücken der Stadt Köln sind in einem bedenklichen Zustand.“ Damals hatte die Stadt Köln die Kosten der Generalinstandsetzung der Mülheimer Brücke noch auf lediglich 40 Millionen Euro geschätzt. Das erwies sich im Nachhinein als völlig illusorisch.

Inzwischen ist man beim mehr als Zwölffachen dieser Summe angekommen. Und ob das wirklich reicht, ist nach den jüngsten Nachrichten wieder fraglich. Dass die Hiobsbotschaft ausgerechnet an einem Freitag, dem Dreizehnten, kam, verleiht dem Drama noch mal eine ganz besondere Note.

Es ist einfach unfassbar, dass nach acht Jahren Sanierung an der Mülheimer Brücke immer noch so große Schäden entdeckt werden, dass eine sofortige Sperrung für Autos unabdingbar wird. Das nährt den Verdacht, dass das Bauwerk vor Beginn der Arbeiten einfach nicht gründlich genug untersucht worden ist. Sonst hätte man sich wohl nicht in dieses Sanierungsabenteuer gestürzt, sondern einen Neubau beschlossen.

So etwas darf sich in Köln nie mehr wiederholen. Weder bei der Instandsetzung der anderen Brücken, noch beim nächsten Mega-Projekt: der Sanierung von Philharmonie und Museum Ludwig. In Zukunft muss stets gelten: Erst muss man vertieft untersuchen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage schaffen.

dialog@kr-redaktion.de