„Letzte große Fläche in Bilderstöckchen“Im Kölner Norden entsteht ein neues Veedel – das ist geplant

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Luftbild aus Köln-Bilderstöckchen.

In Köln-Bilderstöckchen soll ein neues Stadtviertel zum Wohnen und Arbeiten entstehen.

Bürger wünschen sich für das neue Quartier mehr Grün, Restaurants und wenig Lärm. Ein Überblick.

Der Name „Großprojekt“ für das Bauvorhaben im äußersten Nordosten von Bilderstöckchen, direkt am Bahndamm gelegen, mutet schon fast etwas untertrieben an. Tatsächlich ist es das größte Stadtentwicklungs-Vorhaben für das Veedel seit Jahrzehnten: Auf fast vier Hektar bisheriger Brachfläche entlang der Longericher Straße zwischen der Tunneldurchfahrt nach Mauenheim und Weidenpesch im Norden und dem Penny-Markt mit den benachbarten Auto-Waschständen im Süden, soll ein neues Stadtviertel zum Wohnen und Arbeiten entstehen. „Es ist die letzte große Fläche in Bilderstöckchen, über die wir hier reden, die für eine Stadtentwicklung infrage kommt“, so Hendrik Schwark vom Stadtplanungsamt.

Was ist in Köln-Bilderstöckchen geplant?

Die Cube Real Estate aus Leverkusen hatte das Areal vor rund zwei Jahren aus den Beständen der Bahn erworben. Das bisher im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesene Gelände soll in der südlichen Hälfte zum „Mischgebiet“ werden, in dem neben nicht störendem Gewerbe auch Wohnen und Einzelhandel möglich sind.

Ein Haupt-Schlagwort des Vorhabens ist „Urbane Produktion“: In mehrstöckigen Gebäuden sollen unterschiedliche Betriebe Platz finden; neben Handwerksbetrieben und kleineren Produktionen wie etwa Lebensmittel-Manufakturen sind auch Labore, Dienstleistungen, Künstler-Ateliers oder Einrichtungen aus Forschung und Lehre denkbar. Ein Vorbild hierfür ist das Hamburger Projekt „Meistermeile“, wo 100 kleine und mittlere Handwerks- und Produktionsbetriebe in einem dreistöckigen Gebäude plus Lager- und Technikgeschoss untergebracht sind. „Es geht uns auch um intelligente, effiziente Flächennutzung“, unterstrich Alexander Kip von der Wirtschaftsförderung „Köln-Business“.

Während die gewerbliche Nutzung ihren Schwerpunkt im Norden des Areals haben soll – und zugleich helfen soll, das übrige Viertel vom Bahnlärm abzuschirmen –, sind in der südlichen Hälfte Wohnungen, eine Kita und Nahversorger geplant. 30 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert sein. Verbindendes Element zwischen den beiden Quartieren – und dem übrigen Veedel – soll der „Marktplatz“ werden. Cube Real Estate ist bereits in mehreren spektakulären Stadtentwicklungsprojekten in Deutschland aktiv, mit Schwerpunkt im Rheinland. In Mülheim etwa läuft die Umwandlung des großen Brauerei-Geländes an der Bergisch Gladbacher Straße zu einem neuen Quartier.

Was sind die Wünsche der Bürger für das neue Quartier?

An den insgesamt sechs Thementischen kam eine Vielzahl an Wünschen zusammen. Was die Angebote betrifft, wurden zahlreiche bislang in Bilderstöckchen vermisste Einrichtungen genannt: ein schönes Café, Restaurants, ein Vollversorger-Supermarkt, ein Wochenmarkt oder ein Ärztezentrum. Im Bereich Wohnen waren den Gästen seniorengerechte sowie bezahlbare Wohnungen, auch für Studierende, wichtig. Das Quartier soll grün und lebenswert mit vielen Bäumen, gemeinsam nutzbaren Dachgärten, Spielflächen, Bolz- und Basketballplätzen, Wasserflächen und vielleicht einem Biergarten werden.

Auch lag den Gästen am Herzen, dass die angrenzenden Viertel nicht mit zusätzlichem Verkehr belastet würden – vor allem entlang der Straße Am Bilderstöckchen, die eine kurze Verbindung mit der Äußeren Kanalstraße und der A57 wäre, wo jedoch ein dicht besiedeltes Wohngebiet, ein Kindergarten und ein Jugendzentrum liegen.

Wie geht es mit dem Quartier weiter?

Für das Areal will die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss im März beschlossen; auch die Bezirksvertretung Nippes stimmte dem Projekt zu. Einen Bebauungsplan-Entwurf soll es voraussichtlich 2025 geben; bei der Offenlegung können Bürger erneut mitreden. Ein tatsächlicher Baubeginn ist erst in einigen Jahren zu erwarten.

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