Es gibt noch einiges zu tun für die Mittwochsmaler.
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Bilderstöckchen – Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus, das ist auch in Bilderstöckchen nicht anders: Anfang Juli soll das 50-jährige Bestehen des Stadtteils groß gefeiert werden, doch bereits jetzt im Frühjahr fanden mehrere Aktionen statt, um das Veedel für die Jubiläumsfeier angemessen herauszuputzen. Den Anfang machte die Bilderstöckchen Konferenz, die gemeinsam mit der AG Jugend zum fünften Mal den „Bilderstöckchen Beauty Day“ organisiert hatte. Er fand wieder im Rahmen der stadtweiten Aktion „Kölle putzmunter“ statt.
Die Dimensionen sind hier jedoch ganz andere als in den meisten übrigen Vierteln: Eine ganze Reihe von Institutionen und Vereinen hatte sich zusammengetan, darunter vier Kindertagesstätten, drei Schulen, außerdem Jugendeinrichtungen, der örtliche Bürgerverein, das Senioren-Netzwerk und auch die Belegschaft des nahen ICE-Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn. So waren es insgesamt etwa 600 angemeldete Teilnehmer, die mit Warnwesten und Müllsäcken ausgestattet in die Straßenzüge, in den Blücherpark und den Klimapark ausschwärmten, um Wege und Grünanalgen von Müll und Unrat zu befreien. „Beim letzten Mal waren es noch etwa 450 Teilnehmer, das ist noch mal ein ganz schöner Sprung“, freute sich etwa Dr. Brigitte Jantz, Bilderstöckchens Sozialraumkoordinatorin.
Die Spray-Aktion zur Verschönerung des S-Bahnhofs „Geldernstraße/Parkgürtel“ dauert noch bis Ende April.
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Besonderen Einsatz zeigte wieder die Schulgemeinschaft der Hauptschule Reutlinger Straße, die sich geschlossen mit allen 380 Schülern an der Aufräumaktion beteiligte und die Logistik des Tages organisierte. So diente der Pausenhof der Schule als „Einsatzzentrale“, wo der eingesammelte Müll in einem eigens abgestellten Container verstaut wurde. Auf dem Hof fand auch ein umfangreiches Rahmenprogramm statt, bei dem sich nicht nur die Einrichtungen aus Bilderstöckchen präsentierten, sondern auch der Kölner Zoo mit einem Stand zu Gast war. Daniela Seim, Sozialarbeiterin der Schule und maßgeblich an der Organisation beteiligt, war sehr zufrieden mit dem Verlauf des Tages. „Es sorgt wirklich bei allen für ein Gemeinschaftsgefühl, wenn man sieht, wie viele Menschen beteiligt sind und man das Gefühl bekommt, dass hier etwas passiert“, sagte sie.
Am S-Bahnhof „Geldernstraße/Parkgürtel“ nahm derweil das Projekt „#We build this City“ Gestalt an, das gefühlt seit Jahrzehnten auf der Wunschliste von Anwohnern und Bezirksvertretern steht: Unter der Federführung der Mittwochsmaler, dem Graffiti-Jugendprojekt des SKM, begannen Kölner Graffiti-Künstler damit, die Wandflächen an den Fußgängerrampen des S-Bahnhofs mit großflächigen Kunstwerken zu verschönern. „Die Idee zu ’Kunst im Bahnhof’ gibt es schon seit etwa 16 Jahren“, sagte Ralf Krep, Sachgebietsleiter der offenen Jugendarbeit des SKM. „Manchmal bedarf es eben eines besonderen Anlasses, damit solche Dinge umgesetzt werden.“
Bislang galt der Bahnhof dank seiner unübersichtlichen Architektur und seines heruntergekommenen Zustands als Angstraum. „Allein durch die bunten Farben und die Gestaltung lassen die Graffiti die Umgebung heller und freundlicher erscheinen“, so Krep. Noch bis zum 26. April werden die Sprayer damit beschäftigt sein, den Bahnhof zum Kunstwerk umzugestalten.
An der „Einsatzzentrale“ auf dem Gelände der Hauptschule Reutlinger Straße konnten sich die Müllbeseitiger stärken.
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Schon am Tag darauf, 27. April, findet das nächste Highlight für die Szene statt. Dann wird auf der Betonmauer der benachbarten Sportanlage die „Hall of Fame“ eingeweiht – eine Wandfläche, die jeder völlig legal besprühen kann. Anders als die Gestaltung des S-Bahnhofs wird sich die „Hall of Fame“ daher ständig verändern. „Jugendpolitisch ist das ein voller Erfolg, denn eine derartig große, zentral gelegene Fläche für legales Sprühen gab es in Köln bisher nicht“, meint Julian Mundt von den Mittwochsmalern. „Das wird bei der Einweihung ein ganz schöner Taubenschlag werden“, ist er überzeugt.