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Jahreshauptversammlung Longericher BürgervereinWas das Kölner Veedel beschäftigt

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Entlang der Longericher Straße wie hier zwischen Ossietzky- und Schlackstraße wünscht sich der Bürgerverein an den Einmündungen zu den Stichstraßen Haltemarkierungen, um die Sicherheit hinsichtlich der Rechts-vor-Links-Regel zu erhöhren.

Longerich – Bei ihrer Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Alt-Longerich“ konnten die Mitglieder des Bürgervereins Köln-Longerich bundespolitischen Besuch begrüßen: Gisela Manderla, für die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, war gekommen, um sich ein Bild über die Sorgen und Themen der Menschen in ihrem Wahlkreis zu machen. Ein Wermutstropfen für den ersten Vorsitzenden des Bürgervereins Ulrich Gosch: Er musste aus Krankheitsgründen darauf verzichten, die Sitzung zu leiten. Vertreten wurde er vom zweiten Vorsitzenden Eduard Korn, der gleichzeitig auch das Amt des Kassierers innehat.

Zustand des Kriegerplatzes

Nachdem er den Kassenbericht vorgestellt und von der Versammlung entlastet worden war, stellte Korn die Themen vor, die den Verein zurzeit beschäftigen. Schon seit Jahren bemüht sich der Verein etwa darum, den Kriegerplatz durch eine Umgestaltung aufwerten zu lassen – die schlichte Wiese, die den Platz zurzeit einnimmt, diene zurzeit allein als „Hundeklo“ und habe keinerlei Aufenthaltsqualität. Inzwischen ist die Umgestaltung jedoch in greifbare Nähe gerückt.

Nach Ansicht vieler Longericher müsste der Platz um das Kriegerdenkmal aufgewertet werden.

„Wir haben lange mit der Denkmalpflege und dem Amt für Grünflächen verhandelt und gemeinsam einen Plan entwickelt, wie das Ganze einmal aussehen soll“, berichtete Korn. So sollen etwa Wege angelegt werden, um den Platz zu einer Begegnungsstätte zu machen. Durch Hecken oder Steinplatten soll außerdem der Grundriss der ursprünglichen Longericher Kirche nachvollzogen werden, die bis 1913 das Areal des Kriegerplatzes einnahm und deren Grundmauern noch immer darunter zu finden sind. Anstelle der Mauer zur Longericher Hauptstraße hin schwebt Korn hingegen eine repräsentative, bis zu acht Meter breite Steintreppe vor, ähnlich der am Rheinboulevard in Deutz. „So ein ,Longericher Boulevard’ wäre etwa vor allem für Veranstaltungen wie das Radrennen oder den Zug am Karnevalssonntag gut, um eine Sitzgelegenheit zu bieten“, meinte Korn.

Das Konzept wurde über den Kirchenvorstand der Gemeinde inzwischen dem Generalvikariat vorgelegt, das die Gelegenheit nutzen will, den Pachtvertrag mit der Stadt über den Platz auf den neuesten Stand zu bringen. „Wenn diese Verhandlungen abgeschlossen sind, hoffen wir mit dem Umbau beginnen zu können“, sagte Korn.

Verkehrslage in Longerich

Auch die Verkehrssituation in ihrem Viertel beschäftigt die Longericher weiter. Stein des Anstoßes sind nach wie vor die verkehrlichen Folgen, die von der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule ausgehen. Zurzeit noch in der Paul-Humburg-Straße angesiedelt werden in den Sommerferien die fünften bis neunten Klassenjahrgänge in den Neubau in der Ossietzkystraße umziehen. „Der Bring- und Abholverkehr an der Gesamtschule sorgt nach wie vor für große Probleme, etwa durch den hohen Parkdruck.“

Nach einem Ortstermin mit Klaus Harzendorf, dem Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, waren zwar Halte- und Parkverbotsschilder erneuert und deren Bereiche ausgeweitet worden. „Aber solange diese Verbote nicht kontrolliert werden, kümmert sich niemand darum“, so Korn. Auch in der Ossietzkystraße sieht Korn große Probleme auf die Anwohner zukommen, wenn die Schule und die dazugehörige Sporthalle erst einmal in Betrieb genommen werden. „Da die Straße nachmittags mit einer Schranke abgesperrt werden soll, werden die Mitglieder der Sportvereine, die die Halle nutzen werden, zum Parken in die Nebenstraßen ausweichen.“

Korn sähe es daher gerne, wenn der Streifen Wald zwischen der Ossietzkystraße und der Gleistrasse der HGK einem Parkplatz weichen würde. „Es wurden ohnehin schon viele Bäume gefällt, als Platz für die Baucontainer gebraucht wurde.“ Auch ein ehemaliger Bolzplatz auf der Weidenpescher Seite der Gleise würde sich dafür anbieten. Verbesserungsbedarf sah Korn auch auf dem Abschnitt der Longericher Straße zwischen Ossietzky- und Schlackstraße. „Dort gilt Tempo 30 und an allen Einmündungen zu den Stichstraßen rechts vor links, aber auch daran hält sich niemand.“ Haltemarkierungen an den Einmündungen, wie sie etwa auch in der Grasseggerstraße zur Anwendung kämen, könnten hier Abhilfe schaffen, so Korn abschließend.