35.000 Kölner nutzen bereits Carsharing. Jetzt kommen 35 neue Cambio-Standorte dazu. Die Stadt will den Umstieg vom eigenen Auto fördern.
Cambio und Co.Stadt Köln stellt mehr Flächen für Carsharing bereit

An der Pantaleonsmühlengasse hat Cambio eine von 35 neuen Carsharing-Stationen eingerichtet.
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Ob für Einkäufe, Ausflüge, Besuche bei Verwandten und Freunden, Transporte oder sogar einen mehrwöchigen Urlaub: Sich mit anderen Nutzern ein Auto zu teilen, erfreut sich in Köln großer Beliebtheit.
Allein beim Carsharing-Pionier „Cambio“, der seit 33 Jahren in der Stadt aktiv ist (siehe Infotext), sind in Köln rund 35.000 Kunden registriert, Tendenz steigend. Cambio bietet in Köln rund 650 Kraftfahrzeuge an 120 Stationen an, die Autos und Transporter müssen nach Beendigung der Ausleihe wieder dort abgestellt werden. Bei anderen Anbieter wie „Miles“ und „Free2Move“ können die Fahrzeuge auf beliebigen Parkplätzen am Straßenrand geparkt werden, was man Neudeutsch als „Free-floating“ bezeichnet, sozusagen „freischwebend“
Carsharing Köln: 35 neue Standorte präsentiert
Die Stadt Köln will das Angebot für stationsgebundenes Carsharing erheblich ausweiten. In diesem Jahr stellt sie 35 neue Standorte im öffentlichen Straßenraum für jeweils zwei Leihfahrzeuge zur Verfügung. Den Zuschlag hat Cambio in einem Vergabeverfahren erhalten.
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Am Freitag präsentierte Verkehrsdezernent Ascan Egerer die Pläne gemeinsam mit Ralph Herbertz, Standortmanager von Cambio Rheinland, an einer neuen Ausleihstation am Salierring, Ecke Pantaleonsmühlengasse. Demnach entstehen in den nächsten Wochen vor allem in der Innenstadt, in Sülz und Klettenberg, sowie in Mülheim, Mauenheim, Junkersdorf und Ehrenfeld neue Cambio-Standorte.
Pro Stellplatz zahlt Cambio in der Innenstadt 120 Euro im Monat an die Stadt Köln. Zum Vergleich: Ein Lokal mit Außengastronomie auf früheren Parkflächen muss rund 50 Euro pro Monat bezahlen. Bei Free-floating-Leihfahrzeugen rechnet die Stadt die Parkgebühren auf bewirtschafteten Parkplätzen minutengenau mit den Anbietern ab.
Umstieg auf Carsharing erleichtern
Mit der Erweiterung des Carsharing-Angebots will die Stadt Köln den Umstieg vom eigenen Auto auf die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen in weiten Teilen des Stadtgebietes einfacher machen – als Ergänzung zu Bus, Bahn und Radverkehr. Die Carsharing-Stationen würden auch in den Außenbezirken und teilweise direkt in den Wohnquartieren ausgewiesen. „Damit wollen wir erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger nah zu ihrer Haustür alternative Mobilitätsmöglichkeiten vorfinden“, betonte Egerer. Die Stadt wolle „dabei unterstützen, öfter auf die Nutzung oder vielleicht sogar auf den Besitz eines eigenen Autos verzichten zu können und dennoch ohne Einschränkungen mobil zu bleiben.“ Ein Carsharing-Fahrzeug könne bis zu 20 Autos ersetzen, so der Verkehrsdezernent. Das Konzept füge sich nahtlos in das „Raumbuch Mobilstationen“ der Stadt ein, das den flächendeckenden Ausbau von Mobilstationen in Köln vorsehe.
2027 sollen weitere Carsharing-Stationen entstehen, insgesamt seien bislang 72 Standorte definiert, so Egerer. Herbertz freute sich über die neuen Flächen: „So verkürzen sich die Wege für Kölnerinnen und Kölner zur nächsten Carsharing-Station.“ E-Autos sind bei Cambio bislang die Ausnahme. Laut Herbertz machen sie bisher nur acht Prozent der Cambio-Flotte aus. Das liege vor allem daran, dass auf den gemieteten Stellplätzen nur selten eine Ladeinfrastruktur vorhanden sei.

