Lanxess-ArenaMichael Bublé zieht das Kölner Publikum in den Bann

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Michael Steven Bublé bei seinem Konzert in der Lanxess Arena.

Michael Steven Bublé bei seinem Konzert in der Lanxess Arena.

Der Sänger Michael Bublé zog in der Lanxess-Arena sein Publikum mit gefühlvollen Liedern in den Bann. Das gab sich beim Mitsingen textsicher. 

Ohne Bühnenzauber kommt heute kein Konzert mehr aus. So blickte man - als sich in der Kölner Lanxess-Arena der Vorhang hob - gespannt auf den in schwindelerregender Höhe über dem Orchester stehenden Star des Abends. Just in dem Moment, wo man das Gefühl hatte, er würde nun nach unten zu seinen Fans schweben, „löste“ er sich auf - und aus dem Bühnenboden fuhr der leibhaftige Michael Bublé empor: Mit Anthony Newleys mitreissendem Musical-Song „Feeling Good“ setzte der kanadisch-italienische Entertainer gleich die „Duftmarke“ des Abends, der zu einer stimmungsvollen Valentinstag-Party ausweiten sollte. Denn im fast ausverkauften Oval der Arena tummelten sich tausende frisch und ewig Verliebte, die sich die Karten wohl zum „Fest der Liebe“ geschenkt hatten.

Auch Elvis Presley kam zu seinen Ehren

Zielsicher suchte sich Michael Bublé neben dem weit ins Parkett reichenden Laufsteg einen „großen, haarigen, sexy deutschen Macho-Mann“, der seiner Angebeteten ein Plakat mit der Aufschrift „Singt Happy Birthday für meine Frau“ über den Kopf hielt.

Gefordert-Getan. Der Star gratulierte mit einer Umarmung, dass Publikum stimmlich.

Dann bekamen alle mit dem Jazzstandard des deutschen Komponisten Bert Kaempfert „L-O-V-E“, den Nat King Cole 1965 zu einem Welthit gemacht hatte, ihr Ständchen, für dass sie sich bei Michael mit dem textsicheren Mitsingen des Refrains bedankten. Hinsetzen wollte man sich danach nicht mehr. Mitklatschend und in den Hüften wiegend begleitete man den Sänger durch sein Programm aus Jazz und Popevergreens von dem durch Peggy Lee bis Madonna gecoverten „Fever“ über selbst geschriebene Songs („Home“) bis hin zu einem Medley des von ihm verehrten Elvis Presley. Für den griff er sogar zur Gitarre - und nur wer genau hinsah, merkte, dass Michael da nur „in die Luft schlug“.

Nur ein kleiner Wermutstropfen am Valentinstag

Dafür traf seiner samtweichen Stimme immer genau den richtigen Ton, berührte uns vor allem mit Charlie Chaplins Film-Song „Smile“ , den er nur mit Klavierbegleitung sang und uns Gänsehaut den Rücken runter laufen ließ. So verwebte er dir zeitlosen Klassiker des „Great American Songbook“ mit seinen zeitgenössischen Kompositionen. Treibt mal mit lateinamerikanischen Rhythmen („Sag mir Quando, sag mir wann?“ ) das Publikum an, oder führt es mit „When your smiling“ zur zärtlichen Grundstimmung des Abends zurück.

Dass die 34-köpfige Bigband, in der ein Dutzend Streicherinnen für die sanften Zwischentöne sorgen - wenn sie die an diesem Abend nicht immer professionelle Abmischung denn lässt - zu Schlagzeug-lastig ist, ist der einzige Wermutstropfen in diesem musikalischen Valentinstag-Sekt. Da könnte Michael Bublé, dessen Vorbilder ja Frank Sinatra, Dean Martin und Bobby Darin sind, noch einiges von deren Arrangeuren lernen, die immer Song und Sänger verschmelzen ließen. Es gibt also noch einiges zu tun für Michael Bublé auf dem Weg in den Entertainer-Olymp, auf dem er auch versprach nach Köln zurückzukehren: „Wenn denn dann die Bahnen und Busse wieder fahren!“

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