Für einen besonderen musikalischen Abend in Philharmonie sorgte am Freitag Hazel Brugger. In "Mein Mixtape" sang in Begleitung des WDR-Funkhausorchesters 15 ihrer Lieblingspopsongs.
"Mein Mixtape" in der PhilharmonieLauniger Liederabend mit Comedian Hazel Brugger

Stand-up-Comedian Hazel Brugger in der Kölner Philharmonie mit der Playlist-Party "Mein Mixtape": Begleitet wird sie vom WDR Funkhausorchesters unter der Leitung der japanisch-US-amerikanische Dirigentin Sarah Hatsuko Hicks.
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Kuhglocken läuten, ein riesiges Alphorn wird auf die Bühne gerollt, die Schlagzeuger wedeln mit Schweizer Fähnchen. Passend dazu stimmt das WDR Funkhausorchester das „Heidi“-Lied an. Vertraute Klänge für Hazel Brugger, die nahe Zürich aufwuchs. Mit maximalem Augenzwinkern schlendert die Comedian auf die Bühne der Kölner Philharmonie.
Streng genommen ist der Abend auch ein Heimspiel. Bruggers Mutter stammt aus Köln, sie selbst lebte lange in der Domstadt. Hier heiratete sie sogar – notgedrungen in einem Hinterhof, nachdem die Feier coronabedingt ausfallen musste. Auch das erfährt man in ihrem Programm „Mein Mixtape“, einem neuen, mit dem WDR entwickelten Format, das sich nach ihrer Einschätzung problemlos fortsetzen ließe – etwa mit Bastian Pastewka oder Anke Engelke. Unbedingt.
Das Konzept ist ebenso simpel wie clever: Brugger präsentiert 15 Songs, die sie durch ihr Leben begleitet haben, und liefert die dazu passenden Geschichten. Gespielt werden die Titel in fantasievollen Instrumentalversionen, arrangiert von Posaunist Ingo Luis. Manche Nummern wie Shaboozeys „A Bar Song“ würden durch den fehlenden Gesang sogar aufgewertet, witzelt Brugger – und zieht immer wieder die amerikanische Dirigentin Sarah Hicks auf, die den Abend auf dem Podest hüpfend und dynamisch leitet.
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Besonders launig ging es beim Gespräch mit dem italienischen Solo-Bratschisten Federico Bresciani zu.
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Von "A" wie Adele bis "N" wie Nena
Besonders fetzig werden Nenas „99 Luftballons“ abgeliefert. Dazu kommentiert die zweifache Mutter: Für ihre vierjährige Tochter sei die Neue Deutsche Welle „der einzig logische Schritt nach Rolf Zuckowski“.
Rasant springt Brugger durch ihre musikalische Sozialisation. Mit dabei etwa der Titelsong der von ihr geliebten US-Serie „Friends“, inklusive korrekt getimtem Klatschen aus dem Orchester – Fans wissen Bescheid.
Das Publikum ist bestens aufgelegt. Bald muss eine Frau in der ersten Reihe dran glauben: „Warst du schon mal hier? Du siehst so philharmonisch aus“, fragt Brugger in ihrer trockenen Art. Souverän, sympathisch und spontan meistert sie den Abend, der halb Show, halb Konzert ist.
Besonders lustig ist ein Gespräch mit dem italienischen Solo-Bratschisten Federico Bresciani, der vom sardischen Cazu-Marzu-Käse erzählt, der mitsamt lebenden Maden verspeist wird. Da verzieht selbst Brugger das Gesicht. Auf die Frage nach seinem täglichen Übepensum antwortet der Musiker schlagfertig: „Gar nicht. Ich habe ja als Kind genügend geübt.“
E.T.-Thema wabert sphärisch durch die Philharmonie
Auch Filmmusik darf in Bruggers „Mixtape“ nicht fehlen. Bei Adeles „Skyfall“ übernimmt das Solocello den Leadpart, während John Williams“ E.T.-Thema sphärisch durch den Saal schwebt. Ein Lied, das sie besonders häufig hörte, ist „The Lion Sleeps Tonight“. Das lief allein im Jahr 2024 ganze 614 Mal auf ihrem Smartphone – und angeblich schlafen dazu alle Babys ein.
Zudem verrät Brugger, dass sie elf Jahre lang Saxofon spielte. Der Grund: Lisa Simpson. Sie habe aber nie geübt, aus Rache am Lehrer, der ihren Namen Hazel ständig falsch aussprach. Eine Kostprobe bleibt aus, doch der Posaune eines Musikers entlockt sie etwas, das entfernt an den Ruf eines röhrenden Hirschs erinnert. Passt ja auch zur Schweiz.
