Das Kölner Projekt „Edelgard“ stärkt Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und plant mobile Teams für die Karnevalstage in Köln.
„Edelgard“An den Karnevalstagen sind mobile Teams unterwegs

Das neue Logo von Edelgard.
Copyright: Edelgard
Das Kölner Projekt „Edelgard“ hat den Zwischenbericht zur aktuellen Förderphase veröffentlicht, die noch bis Ende des Jahres gehen soll. Nach einer sechsmonatigen Förderunterbrechung wurde das Projekt im Juni 2025 neu aufgestellt. Die Koordinierungsstelle ist seitdem mit zwei Fachkräften besetzt und wird gemeinsam von der Diakonie Michaelshoven und dem Sozialdienst katholischer Frauen getragen.
„Edelgard“ wurde 2018 von der Kölner Initiative gegen Sexualisierte Gewalt gegründet, die nach der Silvesternacht 2015 ins Leben gerufen wurde. Im Fokus steht der Schutz vor sexualisierter Gewalt gegen Mädchen, Frauen und – seit vergangenem Jahr – auch queere Menschen. Daher wurde auch das Logo von Edelgard noch einmal verändert, um mehr Vielfalt zu zeigen.
Herausfordernd: Hasskommentare im Internet
Für die Jahre 2025 und 2025 hat der Ausschuss zur Gleichstellung von Frauen und Männern das Projekt mit jeweils 100.000 Euro gefördert. An mehr als 200 Orten in Köln können Hilfebedürftige Schutz finden. Stetig werden neue Schulungen angeboten, die Karte mit einer Übersicht wurde aktualisiert. Neu ist der Aufbau eines Ehrenamtspools, durch den neue Kapazitäten für nachhaltige Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit, insbesondere im schulischen Kontext, geschaffen werden sollen. Vor allem Anfragen aus Schulen und Jugendeinrichtungen übersteigen aktuell noch die vorhandenen personellen Ressourcen, so der Bericht. Zudem soll ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein aus dem Projekt heraus gegründet werden – auch um selbst Fördermittel einzuwerben. Eine erste Informationsveranstaltung ist für Ende Februar geplant.
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2000 direkte Kontakte am Elften im Elften
Zweimal kam seit dem vergangenen Sommer auch das Edelgard-Mobil zum Einsatz: Bei Großveranstaltungen war das Projekt mit Beratungsangeboten präsent, 2000 direkte Kontakte habe es am Elften im Elften gegeben, heißt es im Bericht, weitere 200 zudem beim Summerjam-Festival am Fühlinger See. Auch an den Karnevalstagen soll das Beratungsangebot erneut zum Einsatz kommen, dann auch mit mobilen Info-Teams, aufgestellt mit Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern.
In dem Bericht wird aber auch deutlich, welche Hürden und Grenzen das Projekt hat: „Eine Herausforderung besteht im Umgang mit antifeministischen und rechten Kommentaren im Kontext von Mobil-Einsätzen sowie auf Social-Media-Kanälen“, heißt es dort. Diese sollten nicht ignoriert werden, sondern sachlich eingeordnet und „für eine klare, fundierte Positionierung gegen sexualisierte Gewalt“ genutzt werden.

