Mit einer speziell gestalteten Stadtbahn wollen die Stadt Köln, die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und der Verein Fairtrade Deutschland für das Thema Fairer Handel werben.
Im Einsatz für GerechtigkeitDurch Köln fährt jetzt eine „Fairtrade-Bahn“

Bürgermeister Andreas Wolter (3. v. l.), KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks (3. v. r.), Claudia Brück, Vorständin des Vereins Fairtrade Deutschland (2. v. r.) sowie Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes.
Copyright: Christian Seiter/KVB
Ob Fußball, Kleidung und Schuhe sowie Kamelle in bunten Farben – anhand dieser Beispiele aus dem Leben beinahe aller Kölnerinnen und Kölner wirbt eine neue Bahn der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ab sofort auf den Schienen der Stadt farbenfroh und eindringlich für fairen Handel. Mit der von Künstlerin Nadine Magner mit diesen Motiven farbenfroh und kreativ gestalteten Niederflurbahn wollen die Stadt Köln, die KVB und der Verein Fairtrade Deutschland mehr Aufmerksamkeit für das Thema erzeugen, etwa „im Gespräch mit einer Person, die mit mir an der Haltestelle wartet“, wie Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB, bei der Präsentation des neuen Schienenfahrzeugs am Mittwoch am Neumarkt sagt. Gemeinsam mit Kölns Bürgermeister Andreas Wolter und Claudia Brück vom Vorstand von Fairtrade Deutschland, teilt Haaks vor Ort die Meinung, dass Fairer Handel in einer zunehmend globalisierten Welt ein unverzichtbarer Einsatz für Gerechtigkeit auf der Welt sei.
„Fairtrade und klimafreundliche Fortbewegung, das passt zusammen“, fügt Brück hinzu. „Darum freuen wir uns, dass die KVB-Bahn im Fair-Handels-Look nun so präsent in der Stadt sein wird.“ Und zwar in den nächsten beiden Jahren auf den Stadtbahn-Linien eins, sieben, neun sowie zwölf und 15 im Bahnnetz der KVB. „Um faire Schokolade und fairen Kaffee hat sich längst eine enorme Produktpalette entwickelt“, betont Wolter am Mittwoch, „aber auch Dienstkleidung, Spielzeug und Bälle werden fair produziert und gehandelt.“ Textilien aus Bangladesch oder Kaffee aus Honduras – Produzenten und Produzentinnen sollten mit ihrer Arbeit die Chance auf bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erhalten, so der Bürgermeister weiter. Wolter zufolge sind die Verwaltung und „viele weitere Akteurinnen und Akteure der Faitrade-Stadt Köln bereits auf den Zug aufgesprungen“. Mit der jetzt eingeweihten bunten Bahn sollen die Menschen demnach dazu bewegt werden, sich diese Selbstverständlichkeit im Konsumverhalten ebenfalls anzueignen.
KVB Köln unterstützt den Fairtrade-Gedanken
Die KVB unterstützt dieses Anliegen laut Unternehmenschefin Haaks sehr gern. Sie hoffe, dass es durch die auffällige Gestaltung der Bahn die entsprechende Aufmerksamkeit bekomme: „Menschenrechte und faire Geschäftspraktiken werden bei den Beschaffungen der KVB im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes in den Vordergrund gestellt“, sagt sie. Alles, was man bestelle, werde, auf die entsprechenden Richtlinien hin überprüft.
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Die bunte Bahn ist ein echter Hingucker.
Copyright: Christian Seiter/KVB
Dabei ist Nachhilfe in dem Bereich in Köln weniger nötig als anderswo: Seit 2011 ist die Stadt „Fairtrade-Town“ und hat im bundesweiten Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ bereits zweimal Erfolge erzielt: Im Jahr 2017 als Sieger, 2021 den zweiten Platz. Andreas Wolter erzählt, welche Voraussetzungen dafür seitens der Verwaltung jeweils zentrale Rollen gespielt haben. „Faire Berufskleidung wird bei der Stadt Köln im Amt für Grünflächen und Landschaftspflege schon seit 2018 beschafft - andere Bereiche der Stadtverwaltung sollen noch dazu kommen“, erläutert der Bürgermeister. Sogenannte sensible Produkte sollen gemäß Ratsbeschluss generell aus fairem Handel eingekauft werden. „Fairer Genuss wird schon seit mehr als 30 Jahren von Köln aus zertifiziert“, so Wolter. Unter anderem sorge der Fairtrade Deutschland e.V. dafür, dass in immer mehr Geschäften faire Produkte erhältlich sind und seit fast 50 Jahren sei auch der „Weltladen eine feste Größe für den Einkauf von fair gehandelten Produkten“ in Köln.
Weitere Informationen zu fairem Handel in Köln sowie den hier aktiven Initiativen zum Thema wie „Jecke Fairsuchung“ oder „Vorwärts Spo-Ho“ sind auf den jeweiligen Internetseiten zu finden.

