- Im nächsten Jahr ist es 75 Jahre her, dass in der Wüste von New Mexico erstmals eine nukleare Bombe gezündet wurde.
- Unser USA-Korrespondent dachte sich: Möglicherweise gibt es dann keine Zeitzeugen mehr, die den radioaktiven Fallout bis heute überlebt haben.
- Kurzerhand fuhr er in die amerikanische Einöde und besuchte Henry Herrera (85) und Bob Keller (83) in ihren Heimatdörfern.
Der Tag begann wie jeder andere auch. Henry Herrera stand mit Eimer und Trichter am alten Ford seines Vaters, um Wasser in den Autokühler zu gießen. Der Vater, ein Ingenieur, arbeitete auf dem Luftwaffenstützpunkt Holloman, etwa vierzig Kilometer entfernt von Tularosa, dem Dorf, in dem sie lebten. Nie fuhr er allein zur Arbeit, immer nahm er Kollegen mit, weil nur die wenigsten in Tularosa ein Auto besaßen. Und bevor er sich hinters Lenkrad setzte, ließ er seinen Sohn den Kühler mit Wasser auffüllen. Auch am 16. Juli 1945, einem Montag. An einem Tag, der ganz normal begann, bis sich auf einen Schlag alles änderte. „An dem Tag“, sagt Henry Herrera, damals elf Jahre alt, „ist die Sonne zweimal aufgegangen“.
Das erste Mal um halb sechs, früher als normal. Plötzlich habe ein greller Blitz die Landschaft erhellt, es habe ohrenbetäubend geknallt, dann habe die Erde gebebt, erzählt der alte Mann. Explosionen, nun ja, die hätten irgendwie dazugehört zum Alltag in Tularosa. Auf der Alamogordo Bombing and Gunnery Range, dem nach der Stadt Alamogordo größten Sperrbezirk in der Nähe, seien im Zweiten Weltkrieg ständig Bomben gezündet worden. „Trotz der vielen Bombentests: Einen so lauten Knall aber hatte hier noch keiner gehört.“ Um fünf Uhr 29 Minuten und 45 Sekunden detoniert in der Wüste von New Mexico die erste Atombombe der Weltgeschichte. Trinity, zu deutsch Dreifaltigkeit, ist der Name, den Robert Oppenheimer, der Leiter des Forscherteams, dem Testgelände einst gegeben hatte. Tularosa liegt rund 80 Kilometer von Trinity entfernt.
Sprachregelung: Eine menschenleere Einöde
Henry Herrera sitzt in der Küche seines bescheidenen Einfamilienhauses, von der Decke baumelt ein Kruzifix, an der Tür eine Marienfigur. Die Religion bedeutet ihm viel. So lange es die Gesundheit zuließ, spielte er sonntags beim Gottesdienst Gitarre. Nur einmal hat der bodenständige Mann den Ort, in dem er geboren wurde, für längere Zeit verlassen. Da diente er bei der Kriegsmarine und wurde nach Japan beordert. Knapp 3000 Menschen leben in Tularosa, mitten im Tularosa-Becken, einem trockenen Tal zwischen zwei hoch aufragenden Bergketten, den San Andres Mountains und den Sacramento Mountains. „Nirgendwo gibt es bessere Pekannüsse“, schwärmt Herrera, der Lokalpatriot.

Henry Herrera, 85, in seiner Küche in Tularosa, einem Dorf südöstlich des Testgeländes, auf dem am 16. Juli 1945 die erste Atombombe gezündet wurde.
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Eine menschenleere Einöde, das war damals die Sprachregelung des Militärs. Jornada del Muerto, Wegstrecke des Toten, hatten spanische Konquistadoren die unwirtliche Gegend genannt. Bis auf ein paar Klapperschlangen und den einen oder anderen Kojoten, wurde im Juli 1945 verbreitet, sei niemand zu Schaden gekommen. Im September meldeten sich die ersten Rancher, die seltsame Veränderungen an ihren Rindern bemerkten. Deren braune Haut hatte sich stellenweise ins Helle verfärbt, als sei sie gebleicht worden. Einige der „Atomic Cows“, wie der Volksmund die Kühe nannte, wurden im Zoo von Alamogordo zur Schau gestellt.
So wie Zeitzeugen darüber reden, scheint es eher eine Attraktion als ein Grund zur Sorge gewesen zu sein. Menschenleeres Ödland? Allenfalls ein paar einsame Rancher? Wenn Herrera das hört, in seinen Augen irreführende Phrasen, überkommt ihn der Zorn. Dann schimpft er so heftig auf die „Idioten“ in ihren Amtsstuben, dass ihn Gloria, seine Frau, resolut bremst. Menschenleer, sagt auch Gloria, allerdings ohne zu fluchen, das klinge nach Mondlandschaft. Und auf dem Mond lebe man in Tularosa nun wirklich nicht. Jedoch glaube sie, der Regierung sei ziemlich egal gewesen, was mit ihnen passierte. „Die meisten hier sind Hispanics wie wir. Ich schätze, für Washington waren wir Luft.“

Am 16. Juli 1945 explodiert die erste Atombombe der Geschichte in der Wüste von New Mexico (Archivbild US-Militär).
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Die Bombe hieß nur "das Ding"
Die zu testende Bombe hieß zur Tarnung nur „The Gadget“, was so viel bedeutet wie der Apparat, das Gerät, das Ding. Als hätten sich die Beteiligten mit Erfolg eingeredet, dass eine Nuklearwaffe, die man im Namen der Wissenschaft statt des Krieges zur Explosion bringe, kaum Schaden anrichte, schreibt Joshua Wheeler, ein Buchautor aus New Mexico. Der Test sollte geheim bleiben. Präsident Harry Truman war nach Potsdam gereist, um die USA auf einer Konferenz der Siegermächte zu vertreten. Dort wartete er auf Nachrichten aus New Mexico. In einem Betonbunker des Trinity-Areals saß Robert Oppenheimer mit seinen Männern, ohne mit Sicherheit zu wissen, was passieren würde. Denn trotz penibler Berechnungen schien in der Praxis alles möglich. Würde die Kettenreaktion ausbleiben? Oder würde der „Apparat“ vielleicht sogar die gesamte Atmosphäre entzünden?
In Tularosa beobachtete der elfjährige Henry Herrera, wie sich eine Wolke auftürmte, ein gigantischer Pilz, der später in mehrere Teile zerfiel. Irgendwann fielen graue Flocken vom Himmel. Seine Mutter hatte weiße Wäsche zum Trocknen aufgehängt, Bettlaken, Unterhosen, die sie nun ein zweites Mal waschen musste. Stinksauer sei sie gewesen, er dagegen habe das Spektakel gebannt verfolgt. Schnee im Juli! Im Radio meldeten sie, auf dem Militärgelände bei Alamogordo sei ein Munitionsdepot explodiert, ohne dass Menschen zu Schaden gekommen seien. Dass es aus der Wolke, die über die Gegend hinwegzog, radioaktiven Niederschlag regnen könnte, davor hat niemand irgendwen gewarnt.

Henry Herrera und seine Frau Gloria vor ihrem Haus in Tularosa
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„Was die Regierung vermeldete, glaubten die Leute, so war das damals“, sagt Gloria Herrera, die neun Jahre jünger ist als ihr 85-jähriger Mann und erklärend einspringt, wenn Henry den Faden verliert. Eine Explosion in einem Munitionslager, das war kein Grund, etwas an der täglichen Routine zu ändern. Niemand kam auf die Idee, kein Regenwasser mehr zu trinken. Wasser, das über Dachrinnen und Fallrohre in Zisternen geleitet wurde – und das nun, in der sommerlichen Regenzeit, von Dächern floss, auf denen radioaktiver „Schnee“ lag. Kühe wurden gemolken, ihre Milch wurde getrunken, Gemüse im Garten geerntet, alles wie immer.
Die Wahrheit erfuhren sie erst, nachdem am 6. August über Hiroshima die erste Atombombe, genannt „Little Boy“, und drei Tage später über Nagasaki die zweite abgeworfen wurde. Aber auch das war kein Grund zur Unruhe, geschweige denn zur Panik. „Was Radioaktivität bedeutet, das wusste hier damals keiner“, erklärt Gloria Herrera und lässt drei bittere Sätze folgen. „Wir waren Versuchskaninchen. Die Regierung kam, um mit uns zu experimentieren. Dann hat sie uns vergessen.“ Noch vier, fünf Jahre nach dem Test fuhren die Bewohner der umliegenden Dörfer auf das Trinity-Gelände, um grüne Scherben zu sammeln, die man sonst nirgends fand. Trinitit, eine Art künstliches Glas. Es entstand, weil die Bombe eine solche Hitze entwickelte, dass sogar der Wüstensand schmolz.

Der Testplatz in Alamogordo in der Wüste von New Mexico trägt den Namen "Trinity Site", Stätte der Dreifaltigkeit. Er ist heute ein Denkmal und wird nur zweimal im Jahr für Zivilisten geöffnet.
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Mit 64 die erste Krebsdiagnose
Henry Herrera war 64, als Ärzte die erste Krebsdiagnose stellten. Schilddrüsenkrebs. Es folgten: eine langwierige Behandlung, bald darauf die zweite Krebsdiagnose und schließlich eine dritte. Herreras Kieferknochen ist teilweise abgestorben, auch das, sagt er, eine Spätfolge der Strahlung. Zwar war der Ingenieur, der seinen Lebensunterhalt wie sein Vater auf der Luftwaffenbasis Holloman verdiente, dank seines Arbeitgebers durchgängig krankenversichert, was in den USA keine Selbstverständlichkeit ist. Doch die Versicherung deckte nicht alles ab, und was er zuzahlen musste, summierte sich zu solchen Beträgen, dass es die Ersparnisse der Herreras auffraß.„Immerhin konnte Henry geholfen werden“, sagt Gloria und erzählt im Kontrast dazu von einem Nachbarn. Der habe sich aus Verzweiflung das Leben genommen, weil er sich mangels Versicherung keine Klinik leisten konnte.
Keine Straßensperre hielt die Einwohner auf
Bob Keller, ein Immobilienmakler aus der Grenzstadt El Paso, erlebte den 16. Juli 1945 in einem Bergdorf namens Ruidoso, hoch in den San Andres Mountains. Seine Schwester sollte in einem Sommercamp Tänze üben, seine Mutter hatte ihn mitgenommen auf die Reise, damit auch er der brütenden Hitze El Pasos für ein paar Tage entkam. In der Hütte, in der sie schliefen, zitterte plötzlich der Fußboden, so irritierend, dass seine Mutter im ersten Moment glaubte, jemand habe sich unter dem Bett versteckt und erlaube sich einen dummen Scherz.

Bob Keller in seiner Heimatstadt El Paso, auf seinen Rollator gestützt
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Als es am selben Tag zurückging nach El Paso, fuhren sie dicht an das Testgelände heran, durch unsichtbar verseuchtes Gebiet – ohne dass sie es wussten, ohne dass irgendeine Straßensperre sie aufgehalten hätte. In seiner Jugend dann spielte Keller American Football, so gut, dass ihn die Universität im texanischen Austin in ihr Footballteam aufnehmen wollte und ihn zum Studium zuließ. Der Traum zerplatzte, weil der Teenager seine Knöchel auf einmal nicht mehr so belasten konnte, wie es auf dem Footballfeld nötig gewesen wäre. Ärzte vermuteten radioaktive Strahlen als Ursache. Später litt Keller an Schilddrüsenkrebs, dann beeinträchtigte ein Tumor sein Hörvermögen.
Den Glauben an die Regierung verloren
Die Kluft zwischen eigenen Erfahrungen und offiziellen Verlautbarungen lässt Bob Keller bisweilen ins Sarkastische abgleiten. Der Regierung, sagt er, glaube er einfach nichts mehr. Nicht einmal, dass in Roswell, New Mexico, keine Ufos mit Außerirdischen an Bord gelandet sein sollen. „Wenn Uncle Sam meint, das mit den Ufos sei Unsinn, dann muss ich automatisch annehmen, dass das Gegenteil stimmt.“
Tina Cordova lässt jedes Jahr im Juli Kerzen anzünden. Über 800 sind es inzwischen, eine für jeden, dessen Tod Angehörige auf die Strahlung zurückführen. Cordova, 59, Besitzerin einer Dachdeckerbetriebs, hat das „Tularosa Basin Downwinders Consortium“ gegründet. Downwinders, der Begriff steht für Menschen, auf deren Wohngegenden der Wind atomare Wolken zutrieb. Cordova will zweierlei erreichen, eine Entschuldigung und eine Entschädigung. Zum einen soll das Weiße Haus endlich zugeben, dass man die Bewohner des Tularosa-Beckens 1945 ignorierte, statt sie zu warnen. Zum anderen soll auch in New Mexico endlich Schadenersatz gezahlt werden, nicht nur, wie bislang geschehen, in Nevada, Utah und Arizona.
Von 220 Filmleuten sind 91 an Krebs erkrankt
Nach der Premiere in der Jornada del Muerto wurde die Wüste Nevadas zum Hauptschauplatz der Atombombenversuche. Mitte der Fünfziger drehte Hollywood in der Nähe, im Süden Utahs, den „Eroberer“. Der Hauptdarsteller, John Wayne, erlag 1979 einem Krebsleiden. Im Jahr darauf berichteten amerikanische Zeitungen, von den 220 Filmleuten, die seinerzeit für die Dreharbeiten nach Utah geschickt wurden, seien 91 an Krebs erkrankt und 46 daran gestorben.
„Das war ein Wendepunkt“, sagt Cordova. „Erst mit dem Tod John Waynes hat das Land angefangen, ernsthaft über die Folgen der Tests zu diskutieren.“ 1990 verabschiedete der US-Kongress ein Gesetz, das Strahlungsopfern in Nevada, Utah und Arizona eine Entschädigung garantierte. New Mexico allerdings wurde ausgeklammert: Nach der offiziellen Darstellung soll die radioaktive Wolke am 16. Juli 1945 in Richtung Nordosten abgedriftet sein, auf eine Ecke des Bundesstaats zu, die tatsächlich nur sehr dünn besiedelt ist. Carrizozo, Tularosa und Alamogordo, die Ortschaften südöstlich des Trinity-Areals, könnten folglich gar nicht betroffen sein. Augenzeugen wie Henry Herrera haben es anders erlebt, und Tina Cordova fliegt mindestens einmal pro Jahr in die Hauptstadt, um Volksvertretern ins Gewissen zu reden. Der Topf sei leer, leider reiche das Geld nicht, um auch New Mexico einzubeziehen, hört sie dann oft. „Das stinkt doch zum Himmel“, schimpft sie und verweist auf Untersuchungsergebnisse.
Bereits 2010 kamen Experten des US-Seuchenkontrollzentrums zu dem Schluss, dass die radioaktiven Werte rings um das Trinity-Areal stellenweise um das Zehntausendfache über den Werten lagen, die später als akzeptabel galten. Auf Bürgerforen, erzählt Tina Cordova, werfe man ihr manchmal vor, den nötigen Patriotismus vermissen zu lassen. Weil die Bombe den Krieg doch früher beendet habe, als es sonst der Fall gewesen wäre. Und weil New Mexico stolz auf seinen Anteil sein könne. Was sie dann antworte? „Was für ein Quatsch!“
Kernwaffen: Tests, weltweite Radioaktivität, Verträge
Zahl der Kernwaffentests
Insgesamt fanden seit 2045 rund 2050 – unter- und oberirdische – Kernwaffentests statt. Davon haben allein die USA und die Sowjetunion 85 Prozent durchgeführt. Bis 1998 gab es etwa jeden zwölften Tag einen solchen Test. Der letzte Kernwaffentest fand am 3. September 2017 unterirdisch in Nordkorea statt. Rund 520 Atomwaffentests spielten in der Atmosphäre (26 Prozent der Gesamtzahl).
Radioaktivität
Bei den in der Atmosphäre über dünn besiedelten Regionen zu Testzwecken gezündeten Kernwaffen wurden erhebliche Mengen Radioaktivität freigesetzt (Fallout). Dabei verteilte sich der radioaktive Niederschlag weltweit und führte bis 1963 zu einem raschen Anstieg der weltweiten Strahlenbelastung. Seitdem oberirdische Tests nicht mehr stattfinden, sinkt diese Belastung wieder.
Internationale Verträge
Die allgemeine Besorgnis über die steigende Strahlenbelastung einte die verfeindeten Ost-West-Lager, was zum Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser führte („Begrenzter Atomsperrvertrag“), der am 10. Oktober 1963 in Kraft trat. Ziel dieses Vertrages war es, den radioaktiven Fallout einzudämmen. Fortan fanden Kernwaffentests nur noch unterirdisch statt. Weitere Verträge folgten, zum Beispiel jener (Oktober 1967), der die Stationierung von Atomwaffen im Weltraum verbietet. Zwei Jahre später traf die Welt sich, um den nuklearen Nichtverbreitungsvertrag zu unterzeichnen. Es war eine Art „Tauschgeschäft“: Die Nichtkernwaffenstaaten erhielten Zugang zu friedlicher Atomtechnik (Kernenergie-Nutzung) und verzichteten gleichzeitig auf den Erwerb von Atomwaffen. Die Atomwaffenstaaten versprachen im Gegenzug, ihre Waffen abzurüsten. Diesen Atomwaffensperrvertrag hatten bis 2015 190 Staaten unterzeichnet, nachdem Nordkorea im April 2003 seinen Austritt erklärt hatte.
Nukleare Abrüstung
Ende 1987 unterschrieben US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow den sogenannten INF-Vertrag (Intermediate Range Nuklear Forces), auch „Washingtoner Vertrag“ genannt. Darin verpflichten sich beide Staaten, landgestützte Flugkörper mit nuklearen Gefechtsköpfen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern zu vernichten und nicht mehr zu produzieren. Anfang Februar 2019 kündigten die USA den INF-Vertrag und behaupteten, Russland haben den Vertrag einseitig mit seinem Mittelstreckensystem SSC-8 verletzt, während Russland die maximale Reichweite dieses Systems mit 480 Kilometern angibt. Kommt es bis nicht zu einer Einigung, gäbe es ab 2021 eine Welt ohne ein Abkommen zum Verbot atomarer Mittelstreckenwaffen.
Tote durch Atomtests
Exakte Zahlen zu Krebserkrankungen als Folge der Atombombentests sind naturgemäß nicht zu ermitteln. Wissenschaftlich fundierte Schätzungen reichen von weltweit 300 000 zusätzlichen Krebstoten bis zu drei Millionen. Die IPPNW-Studie „Radioaktive Verseuchung von Himmel und Erde“ (1992) ergab 430 000 tödliche Krebsfälle bis zum Jahr 2000 – IPPNW ist die Abkürzung für die internationale Organisation Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges (International Physicians for the Prevention of Nuclear War). Sie hat etwa 150 000 Mitglieder in 50 Ländern. dpa/ww
