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Abschied auf Raten

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Vielleicht hatte der Ehrengast, Bundeswirtschaftsminister a.D., Wolfgang Clement, ein bisschen zu häufig betont, dass dies keine Verabschiedung sei, und dass der Genosse Beucher noch gebraucht werde. Und vielleicht hatte Thorsten Konzelmann etwas zu euphorisch von den „Beucher-Festspielen“ gesprochen.

Eigentlich ging es im Heimatmuseum Bergneustadt darum, das politische Lebenswerk des Friedrich Julius Beucher, der 40 Jahre Sozialdemokrat ist, und die unglaubliche Zeit von 20 Jahren die oberbergische SPD anführt, zu würdigen. Was die politischen Weggefährten auch taten.

Am Ende des Redemarathons hatte Beucher selbst das Wort, und er sprach aus, was in der Luft zu liegen schien: „Ich habe dem Unterbezirks-Vorstand mitgeteilt, am 3. November auf dem Parteitag Oberberg nicht mehr für den Unterbezirksvorsitz zu kandidieren.“ Und auf einmal zeigte Beucher, soeben noch als so tatkräftig, so energiegeladen und vor allem so überaus erfolgreich im Streiten für die SPD beschrieben worden war, dass auch für den einst jüngsten SPD-Landesvorstand die Stunden schlagen. „Als ich nach 20 Jahren den Landesvorstand verließ, war ich dort eben auch nicht mehr der Jüngste.“ Beucher bedankte sich für das Vertrauen und für die Unterstützung. Bei den Parteifreunden, aber vor allem bei Ehefrau Hanne, die ihn nun häufiger sehen wird.

An den zupackenden, die Menschen für die SPD gewinnenden Beucher hatte zuvor noch einmal Landrat a.D. Herbert Heidtmann erinnert. „Wir sind in Bergneustadt damals zum Plakatkleben mit der Ente gefahren, den Eimer zwischen den Beinen. Und der junge Kerl, der mein Nachbar war, war unermüdlich im Neuaufbau der Oberbergischen SPD.“

Auch Wolfgang Clement erinnerte sich noch sehr gut an den jungen Kollegen im Deutschen Bundestag. „Einen Freund“ nennt Clement den Jubilar, der ihn einst zum Joggen brachte: „Und wer einen Kettenraucher wie mich zum Laufen bewegt, hat eindeutig etwas Mitreißendes.“ Beucher stehe aber mit seinem beruflichen Lebensweg auch für das Bildungsideal der SPD.

Ein Leben, das auch politisch einige Erfolge vorzuweisen hat: 1990 Einzug in den Deutschen Bundestag, 1994 Sieg bei der Kommunalwahl, 1998 dann sogar das Direktmandat für den Bundestag. 2002, als die Wiederholung dieses Erfolges nicht gelang „warst Du betrübt, aber nicht zerknirscht“, attestiert Konzelmann. Der politische Abschied auf Raten begann 2005, als Beucher nicht mehr für den Bundestag kandidierte.

Der Unterbezirksvorstand wird dem Parteitag nun Thorsten Konzelmann als Nachfolger vorschlagen. Große Schuhe, in die er erst noch hineinwachsen muss.