PULHEIM. Über zu wenig Arbeit kann sich Simone Fühles-Ubach nicht beklagen klagen. Die Professorin für Informationswissenschaften an der Kölner Fachhochschule kann das aber gut aushalten. Schließlich umfasst ihr Fachbereich an der FH Organisations- und Management von Informationseinrichtungen. Termindruck und Arbeitsüberlastung gehört dann quasi zum Job.
Außerdem kümmert sie sich neben ihrer Lehrtätigkeit darum, dass ihre Studenten gute Praxissemester hinlegen. So ist sie immer bemüht, irgendwo in Nordrhein-Westfalen Aufträge anzunehmen oder Projekte zu initiieren, bei denen sich ihre Studenten bewähren können. Dabei geht es dann fachlich ums Bibliothekswesen. Immer hab ich einen Pulk von Studenten vor der Tür stehen, die etwas von mir wollen, erzählt sie nicht ganz ohne Stolz. Ich sehe mich in erster Linie als Dienstleisterin für meine Studenten. Meine Vorarbeit ist schließlich für sie wichtig, welche Stelle sie einmal bekommen.
In einem Praxissemester müssen sie ihr theoretisches Wissen anwenden. Beispielhaft war das Projekt für die Stadtbibliothek Pulheim.
Hier entwickelte Simone Fühles-Ubach mit zehn Studierenden ein Konzept für die Außendarstellung des Hauses. Ein Jahr wurde an der Konzeption eines Corporate Design gearbeitet. Es wurde ein Logo entwickelt, das nun alle Türschilder, Wegweiser, Publikationen, Faltblätter, Briefpapier und Visitenkarten tragen. Die selbe Gruppe besorgte zudem den Internetauftritt der neuen Bücherei.
Geboren wurde Simone Fühles-Ubach an der Mosel. Alf heißt der Flecken und liegt in der Gegend von Cochem. Dort ging sie auch aufs Martin-von-Cochem-Gymnasium. 1985 machte sie ihr Abitur. Zum Studieren verließ sie das idyllische Moseltal und ging an die Kölner Fachhochschule. Sie schrieb sich für das Fach Bibliotheks- und Dokumentationswesen ein.
Ihr Examen bestand sie 1989. Zwei Jahre arbeitete sie anschließend für den Bundestag und betreute das Referat der hausinternen Informationssysteme. Hier erarbeitete sie die damals jungen Informationssysteme, die heute in allen Unternehmen zum Standard gehören.
Anschließend studierte sie ein zweites Mal. An der Uni Konstanz machte sie den Abschluss in Informations- und Verwaltungswissenschaft. Zurück in der Bundestagsverwaltung übernahm sie die Koordination für neue Medien. Jetzt beschäftigte sie sich, es war das Jahr 1992, mit Internet und CD-ROM. 1997 promovierte Simone Fühles-Ubach an der Humboldt-Universität zum Thema Unschärfe in Datenbanken und Retrieval-Systemen.
Noch im selben Jahr erhielt sie das Angebot für eine Vertretungsprofessur im Institut für Informationswissenschaft in Köln. Ein Jahr später wurde sie, gerade mal 31 Jahre jung, ordentliche Professorin in Köln.
Der Arbeitsplatz von Professorin Dr. Simone Fühles-Ubach liegt in der Kölner Südstadt - kein langweiliges Pflaster für Studenten wie Professoren. Sie fühlt sich wohl dort. Die Mutter zweier Kinder, Ellen (11) und Marc (8), ist verheiratet mit Christoph Ubach, einem Ingenieur für Luft- und Raumfahrtechnik.
Schon seit gut sechs Jahren lebt Simone Fühles-Ubach mit ihrer Familie in Pulheim. Seit dem 16. Mai ist sie dann endgültig in Pulheim angekommen. In der Gründungsversammlung des Fördervereins Stadtbücherei Pulheim wurde sie zur ersten Vorsitzenden gewählt. Damit macht sie das ehrenamtlich, was ohnehin schon ihr (Berufs-) Leben bestimmt.
In dem Amt kann sie ihre ganze Erfahrung mit dem Bibliothekswesen einbringen. Vor allem aber möchte sie junge Menschen an Bücher heranführen. Eines ihrer ersten Projekte mit dem Förderverein ist die sogenannte Schultüte. Alle Erstklässler bekommen sie nach den Sommerferien in die Hand. In ihr finden sich unter anderem ein Buch und ein Gratis-Benutzerausweis für die neue Stadtbibliothek.
In ihrer knapp bemessenen Freizeit liest sie gerne, und als Sport betreibt sie Langstreckenlauf. Aber nicht zu lange Strecken. Ich habe so viel Arbeit, dass alles außerhalb der Arbeit Spaß machen muss.