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Biemer setzt sich gegen Tamoj durch

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RHEIN-SIEG-KREIS / BONN. Klaus-Rüdiger Biemer aus Neunkirchen-Seelscheid ist beim Verbandstag in Wulfen zum Präsidenten des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) gewählt worden. Er setzte sich mit 220:169-Stimmen gegen Hansjorg Tamoj aus Bad Honnef durch. Damit war die Resonanz der Vereine bei der Vollversammlung gering. Denn die insgesamt 450 Vereine aus Nordrhein-Westfalen, die dem WBV angehören, verfügen über insgesamt 1275 Stimmen. Je nach seiner Größe, die anhand der Teilnehmerausweise ermittelt wird, hat ein Verein mehrere Stimmen.

„Ich habe die Entscheidung beim Verbandstag akzeptiert. Ich bin aus der Wahl als 2. Sieger hervorgegangen“, nahm Hansjörg Tamoj, bis vor wenigen Tagen noch Vorsitzender des Rhöndorfer TV, dessen 1. Herren-Mannschaft in der Pro B-Liga spielt, seine Niederlage sportlich. Im März, so Tamoj, der bereits seit Jahren Rechtsausschussvorsitzender des WBV ist, habe das Präsidium, allen voran der bisherige Vorsitzende Hans-Günter Schmitz, ihn gefragt, ob er für das Präsidentenamt kandidieren wolle. Er habe sich dazu bereit erklärt, da er sich nach „internen Streitigkeiten“ beim WBV als neutraler Bewerber sah.

Als dann Biemer seine Kandidatur ankündigte, hätten sich die beiden getroffen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. In den Gesprächen habe sich aber gezeigt, dass beide „ganz unterschiedliche Richtungen verfolgen“ wollten. Daher kam es zur Kandidatur Tamojs und Biemers, bei der sich schließlich der Mann aus Neunkirchen durchsetzte.

Klaus-Rüdiger Biemer ist im Basketballsport in der Region ein „alter Hase“. Er hat beim TV Neunkirchen die Basketballabteilung aufgebaut und mehr als 20 Jahre lang geführt, bildete über Jahrzehnte Trainer und Schiedsrichter aus, war selbst als Coach aktiv. Sein Sohn Alexander, der ebenfalls ins Präsidium gewählt wurde (siehe Kasten) ist in den hiesigen Basketballkreisen ebenfalls bekannt, war selbst Spieler und Bundesliga-Trainer in mehreren Vereinen (unter anderem bei den Zweitliga-Damen der BG Rentrop Bonn); seine Tochter spielt in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga.

Biemer hat Neunkirchen zu einem wichtigen Basketball-Standort im Rhein-Sieg-Kreis aufgebaut. Noch heute ist er als Spieler und Schiedsrichter aktiv, ist seit mittlerweile acht Jahren Vorsitzender des Basketballkreises Bonn und vertritt den Basketball sowohl im Stadtsportbund Bonn als auch im Kreissportbund Rhein-Sieg.

In seiner neuen Funktion als Präsident des WBV will Biemer „der Kümmerer, Moderator und Teamleiter und nach außen der Vertreter des WBV sein“, wie er bei seiner Vorstellung im „Basketballreport“, dem Basketballmagazin des WBV, schreibt.

Seit Sonntag ist aber klar: Da Biemer nun seine neuen Aufgaben beim WBV in Angriff nimmt, kann er aufgrund einer entsprechenden Vorschrift nicht mehr sein Amt als Vorsitzender des Basketballkreises Bonn ausüben, obwohl er und der restliche Vorstand erst Anfang Juni für zwei Jahre gewählt worden waren.

Der 2. Vorsitzende Jürgen Genähr (Sankt Augustin) wird die Pflichten Biemers erst einmal übernehmen. „Wir werden uns im Vorstand gegen Ende der Sommerferien zusammensetzen und in Absprache mit den Vereinen überlegen, ob ein kommissarischer Vorsitzender bestellt oder auf einem Sonderkreistag ein neuer Vorsitzender gewählt wird“, sagte Genähr gegenüber der Rundschau. Er selbst betonte, er stehe berufsbedingt für den Posten des Vorsitzenden nicht zur Verfügung.