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Eine Familie und fast auch eine Fußball-Elf

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BERGNEUSTADT. Bis zur Bundesliga hat es zwar keiner ihrer Kinder geschafft, aber immerhin dürfte die Bergneustädterin Anni Haselbach die größte Fußball-Familie in Deutschland stellen. Die 73-Jährige, die in ihrer Jugend selbst Handball gespielt hat, hat elf Kinder groß gezogen. Da nicht nur alle neun Jungs in ihrer Jugend die Fußballschuhe schnürten, sondern auch Tochter Birgit viele Jahre im Damenteam des SSV Bergneustadt dem runden Leder nachjagte, kann die Familie Haselbach fast eine komplette Fußball-Elf allein stellen. Lediglich Tochter Erika ließ sich von der Leidenschaft ihrer Geschwister nicht anstecken.

1988 wurde die Bergneustädter Fußballfamilie mit einem Benefizspiel gegen eine WDR-Prominentenelf, das fast 2000 Zuschauer ins heimische Stadion lockte, bundesweit bekannt. In diesen Tagen feierte das Haselbach-Team - mittlerweile kickten schon einige Enkelsöhne mit - ein Comeback mit einem 2:1-Sieg gegen die Bundesliga-Handballer des VfL Gummersbach, und wieder zog dieses Spiel über 1000 Fans an. Und erneut war der Erlös für einen guten Zweck, für ein Arbeitslosenprojekt für Jugendliche in Bergneustadt. „Ich habe dafür sogar zwei Kuchen gebacken“, meint Anni Haselbach, die die Idee für dieses Spiel hatte.

Alle Söhne erlernten das Fußball-Einmaleins beim SSV Bergneustadt, wo in der Saison 1987 / 88 gleich fünf Haselbacher maßgeblich am Gewinn des Kreismeistertitels und des Aufstiegs in die Bezirksliga beteiligt waren. Den höchsten Sprung schaffte Ingo Haselbach, der bei den Amateuren von Bayer 04 Leverkusen kurz vor dem Sprung in den Profikader stand.

Heute ist der 34-Jährige, der im Vorjahr verletzungsbedingt seine Karriere bei Germania Dattenfeld ausklingen ließ, Sportdirektor bei dem Verbandsligisten an der Sieg, und im Privatberuf ein erfolgreicher Sportartikelhändler.

„Wichtig war, dass alle Jungs einen ordentlichen Beruf erlebt haben“, sagt Mutter Anni Haselbach nicht ohne Stolz, die nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1986 das alleinige Regiment in der Familie hat. Das Hobby ihrer Kinder hat Mutter Anni stets nach besten Kräften unterstützt: „Wenn die Jungs zum Sport gingen, dann hatte ich immer ein gutes Gefühl, denn dann waren sie von der Straße weg.“ Wie viele Trikots sie in ihrem Leben gewaschen hat und wie viele Fußballschuhe sie geputzt hat, kann sie nicht mehr zählen. Für sie war es aber in all den Jahren Chefsache, die Fußballschuhe zu putzen: „Die Jungs machten mir das nicht ordentlich genug, saubere Schuhe sind für mich eine Art Visitenkarte nach außen.“

Für sie war auch klar, dass sie fast jedes Heimspiel des SSV Bergneustadt, dem bis auf Ingo alle Söhne treu blieben, als Zuschauerin verfolgte, egal ob in der Kreis-, Bezirks- oder Landesliga. Stolz ist die rüstige Fußball-Mutter, dass ihre Enkel (insgesamt 17 an der Zahl) die Liebe zum Sport geerbt haben. Allerdings, in der dritten Generation dominiert nicht mehr der Fußball: „Die meisten Enkelsöhne haben sich dem Handball verschrieben, einer spielt sogar Eishockey.“ Wenn Anni Haselbach auf ihr ereignisreiches Leben zurückblickt, dann sagt sie unumwunden: „Der Fußball hat das Leben in unserer Familie bestimmt.“ Auch finanziell: „Wir haben allein für Trikot und Fußballschuhe ein Vermögen ausgegeben.“ Aber sie bereut keine Sekunde und keinen Cent: „Das Geld war gut angelegt, denn durch den Sport ist keins meiner Kinder auf die schiefe Bahn geraten.“