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Ex-Profi 1. FC KölnUwe Seeler kam an Toni Regh nicht vorbei

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Alte Fotos aus glorreichen FC-Zeiten, die ihm Fans geschickt haben, signiert das Geburtstagskind Toni Regh im Mechernicher Krankenhaus. (Foto: Monika Larmann)

STOTZHEIM – Es sind selten lustige Geschichten, die Fußballer im Krankenhaus erzählen. Bei Anton „Toni“ Regh, dem ehemaligen Profifußballer des 1. FC Köln, hält sich die trübe Stimmung jedoch in Grenzen.

Dabei hätte er allen Grund, traurig zu sein, denn er musste jetzt seinen 70. Geburtstag im Mechernicher Kreiskrankenhaus „feiern“. Doch den Termin für die Hüftoperation habe er nicht verschieben können. „Mein Geburtstag wird gefeiert, sobald ich wieder richtig laufen kann.“

Und laufen konnte der Stotzheimer während seiner Fußballer-Karriere immer gut. Für den 1. FC Köln absolvierte er 178 Pflichtspiele, davon 21 Europapokalpartien. Doch richtig mobil ist er zurzeit nicht. Ehefrau Rosi, mit der er 47 Jahre verheiratet ist, bleibt tagsüber bei ihm im Krankenhaus. Leichte Gehversuche mit Krücken hat Regh, der früher als eisenharter Verteidiger unterwegs war, allerdings schon unternommen.

Genug Beschäftigung bringt die Gattin ohnehin mit. Denn auch heute noch erhält Regh jede Woche regelmäßig Fanpost mit Autogrammwünschen. „Die Briefe kommen aus Deutschland und Österreich“, berichtet Regh. Jetzt schrieb ihm ein junger Mann aus Münster, der frühere Mannschaftsfotos des FC beigefügt hatte. Die „alten Schätzchen“ sollte der 70-Jährige mit Kuli signieren. An seinem Ehrentag bekam Toni zahlreiche Anrufe und viele Besuche im Hospital. Auch der Kontakt zu den „Geißböcken“ ist nach wie vor gut. Immer wieder trifft er „alte Kameraden“. „Auch FC-Präsident Wolfgang Overath ruft regelmäßig an und erkundigt sich, wie es mir geht.“ Jedes Jahr bekommt er vom FC zwei Ehrenkarten. Wenn da nur dieser Heimkomplex nicht wäre: „Warum können wir nicht mal locker ein Spiel nach Hause schaukeln?“ Die ewigen Zitterpartien sind ihm ein Graus. Mit von der Partie im Kölner Stadion ist auch Enkelin Janine. Sie mischt bei der Cheerleader-Gruppe des Effzeh mit.

Auf die Fußballkünste des Stotzheimers, der im Alter von acht Jahren seine Karriere selbstverständlich bei seinem Heimatverein begann, wurde der 1. FC Köln aufmerksam und verpflichtete den 21-Jährigen 1961. „Da haben wir zwei Jahre in der Oberliga gespielt. Die Bundesliga gab ja es erst 1964.“ Der FC wurde erster Deutscher Meister der neu geschaffenen Bundesliga.

Lange fuhr Toni mit dem Moped zum Training in die Domstadt. Als dann Trainer Oswald Pfau ging, bekam er dessen Auto. „Es war ein roter Renault Dauphine. Und bei uns im Dorf hatte noch lange nicht jeder einen Pkw.“

1963 heiratete er seine Rosi. „Der Georg Knöpfle kam zur Hochzeit nach Stotzheim“, berichtet sie: „Davon haben wir noch Bilder.“ Regh spielte bis 1969 auf der linken Verteidigerposition beim Geißbockklub. „Gegner wie Uwe Seeler, Helmut Rahn oder Stan Libuda lagen mir. Die haben gegen mich selten einen Ball gesehen. Allein mit dem Gladbacher Bernd Rupp kam ich nicht zurecht“, so Regh.

„Solche Sachen wie den legendären Münzwurf (siehe Kasten) vergisst man nicht, auch nicht den DFB-Pokalsieg 1968.“ 1969 wechselte er für zwei Jahre zum Lokalrivalen Fortuna Köln. 1963 wollte ihn sein damaliger und seiner Meinung nach bester Trainer Tschik Cajkovski sogar mit nach München nehmen. „Meine Bodenständigkeit und die Liebe zum FC haben mich davon abgehalten. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich es doch gemacht hätte“, tut ihm diese Entscheidung heute ein wenig leid.

Im Kreis Euskirchen hat Toni Regh noch lange als Trainer gearbeitet. „In Enzen / Dürscheven habe ich mit 50 Jahren noch Kreisliga A gespielt“, schmunzelt er. Regelmäßig schaut er heute die Spiele von SW Stotzheims zweiter Mannschaft, in der Sohn Carsten (32) und Enkel Kevin (26) spielen. Die Familie ist ihm ganz wichtig. „Ich kann nicht einschlafen, bevor ich meine Kinder angerufen habe.“ Mit der Familie von Tochter Diana fährt der Frankreichliebhaber einmal im Jahr zum Camping-Urlaub nach Verdun. „Dieses Jahr fiel das ins Wasser, weil ich mit der kaputten Hüfte kaum laufen konnte.“

Jetzt arbeitet er intensiv an seiner Fitness. Er will schnell wieder ins Stadion zum FC. Seine Ziele geht er mit Schwung und Elan an. Nicht umsonst nannte man ihn zu seiner aktiven Zeit „dat Wöhltier“. Kein Wunder, dass ein FC-Trainer das „Arbeitstier“ bei einer Mannschaftsbesprechung im Scherz schon mal auf gleich drei Positionen eingeplant hatte...