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Nach UnfallMühsamer Weg in die Normalität

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Freunde wie Ricardo Moelaee (r.) besuchen Dominik Müller regelmäßig in seinem „FC-Zimmer“. (Foto: Klose)

Frechen – Wenn der 1. FC Köln heute Nachmittag im Heimspiel gegen Werder Bremen gegen den Abstieg kämpft, dann wird auch Dominik Müller aus Bachem vor dem Fernseher dabei sein. „Er ist seit Kindesbeinen FC-Fan. Schon mit zehn Jahren ist er schon mit zu Auswärtsspielen gefahren“, erzählt sein Vater Winfried Müller.

In der Jugend spielte Dominik als Torwart selbst beim FC und war als Einlaufkind dabei, als im April 2004 das neue Kölner Stadion beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Belgien eingeweiht wurde. Später spielte Dominik bei Fortuna Köln und galt als großes Talent. „Es gab Anfragen aus der A-Junioren-Bundesliga und sogar aus dem Ausland“, erinnert sich der Vater.

Doch dann kam der 3. Juli 2010: Mit Freunden hatte der damals 16-Jährige das 4:0 der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale der WM in Südafrika gegen Argentinien auf der Leinwand in der Köln-Arena verfolgt. Auf dem Rückweg passierte es: In der Straßenbahn ging ein Fenster zu Bruch, Dominik streckte den Kopf aus dem Fenster und prallte gegen einen Schaltkasten. Zehn Tage kämpfte er um sein Leben.

Seitdem hat sich alles verändert. Der Weg zurück in ein normales Leben ist weit. „Im vergangenen Oktober sind Dominik an den Füßen die Sehnen verlängert worden“, erzählt Mutter Manuela Müller. Ganz zufrieden ist sie mit dem Ergebnis allerdings noch nicht: „In der kommenden Woche haben wir deshalb einen Termin bei einem Neuroorthopäden.“

Von dem Termin erhoffen sich die Eltern auch neue Hinweise, wie die Beugespastik an den Armen ihres Sohnes behoben werden kann. „Es geht Stück für Stück besser“, berichtet der Vater. Inzwischen besucht der 18-Jährige die Paul-Kraemer-Schule und bekommt einmal in der Woche Unterricht auf einem Therapiepferd. Über einen Computer kann er sich mit der Außenwelt verständigen: „Wir wissen, dass er alles mitbekommt“, sagt der Vater.

Begeistert ist Vater Winfried Müller von der Hilfsbereitschaft, die die Familie in den vergangenen Monaten erfahren hat: Der Trompeter Bruce Kapusta hat für Dominik sogar eine CD aufgenommen. „Er erkundigt sich immer wieder, wie es dem Jungen geht“, sagt Müller. „Jetzt hat sich die Roggendorfer Kinderhilfe bei uns gemeldet. Sie wollen Dominik mit einem Teil der Einnahmen aus einem Spiel von ehemaligen Bundesliga-Stars wie Wolfgang Overath am 2. Juni in Kierdorf unterstützen.“

Dominiks früherer FC-Jugendtrainer Bernd Steegmann hatte geholfen, das Benefizspiel am 17. September in Bachem zu organisieren. 4000 Euro wurden dabei gesammelt. „Dann hat der FC am selben Tag auch noch 4:1 in Leverkusen gewonnen – das war ein schöner Tag“, sagt der Vater.

Die Begeisterung für den FC teilen Vater und Sohn. Gemeinsam mit Dominik war Winfried Müller beim Heimspiel des FC am 13. Dezember vergangenen Jahres gegen Mainz 05. „Er lacht mich aber auch manchmal aus, wenn ich vor dem Fernseher über die FC-Profis schimpfe“, erzählt Winfried Müller.