Düsseldorf – Borussia Dortmunds Nachwuchschef Lars Ricken fordert mehr Spielpraxis für die Ausbildung junger Fußballer. „Das Problem aktuell ist, dass in den Junioren-Bundesligen zu wenig Spiele auf dem hohen Niveau stattfinden, für das Clubs ausbilden. Ich befürchte, dass uns ganz viele Spieler verloren gehen werden”, sagte der NLZ-Direktor des BVB im „Kicker”-Interview (Montagausgabe).
In der U19-Bundesliga absolvieren die Nachwuchsspieler derzeit nur 16 Spiele in der Saison. Im Herrenbereich der 3. Liga oder der Regionalliga West sind es 38. „Da bereiten wir unsere Top-Teams nicht mehr auf die höchsten Bereiche des Profifußballs vor”, befand Ricken.
Für den BVB habe die Teilnahme an der UEFA Youth League einen „brutalen Mehrwert”, erklärte Ricken vor dem Achtelfinalspiel bei Manchester United am Dienstag (21.00 Uhr). „Das ist eine Möglichkeit, uns auf höchstem Niveau zu messen und unsere Spieler im internationalen Vergleich zu bewerten”, sagte der frühere BVB-Profi. Die Dortmunder sind als einzige deutsche Mannschaft noch im Wettbewerb.
Ricken wünscht sich im nationalen Wettbewerb flexiblere Lösungen. Man habe gemeinsam mit dem 1. FC Köln Vorschläge gemacht, wie man im Westen mit einem Playoff-System mehr Spiele auf hohem Niveau schaffen kann. „Darauf hieß es, dass die Regularien das nicht hergeben, alle drei Staffeln müssten gleich spielen”, sagte der 45-Jährige.
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