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Schäferhündin„Von Geburt an einen Hund an der Leine“

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„Die Kleinste und Süßeste“: Ihre Schäferhündin „Gipsy“ hat sich die 13-jährige Nathalie Aschke aus Buschbell aus dem Wurf ihrer ersten Hündin „Yakima“ selbst ausgesucht. (Fotos: Rosenbaum)

Frechen – 20.000 bis 30.000 Zuschauer in dem Fußballstadion, wo sonst der 1. FC Nürnberg seine Heimspiel in der Bundesliga austrägt. „Ich bin schon ganz schön nervös“, sagt Nathalie Aschke aus Buschbell beim Gedanken an ihren Auftritt am kommenden Wochenende. Fachleute aus aller Welt werden zuschauen, wie die 13-Jährige ihre zweijährige Schäferhündin Gipsy beim Weltchampionat der Deutschen Schäferhunde mit einer brasilianischen Sambapfeife und ihren Kommandos durch die Arena lenkt.

Nathalie ist die jüngste Teilnehmerin bei dem Weltturnier, zu dem Hundehalter mit etwa 3000 Tieren zum Teil aus Südafrika, Brasilien, Kanada oder China anreisen. Allein in der so genannten „Königsklasse“ der über Zweijährigen werden neben Natalies „Gipsy“ noch etwa 300 andere Hündinnen an den Start gehen.

„Eigentlich hat sie seit ihrer Geburt einen Hund an der Leine“, erzählt Nathalies Vater Andreas Aschke, der selbst 40 Jahren aktiver Schäferhundzüchter war. Bei seinem Hobby Schäferhund hat er auch seine Frau Claudia kennengelernt, mit der er heute eine Hundeschule und eine Hundepension betreibt. Beide gehören zu den 22 Mitgliedern in der Ortsgruppe Frechen-Buschbell des Vereins für Deutsche Schäferhunde, in dem deutschlandweit etwa 65 000 Mitglieder organisiert sind.

Wann sie das erste Mal auf der Anlage des Schäferhund-Vereins war, daran kann sich Nathalie selbst schon gar nicht mehr erinnern. Als sie sieben Jahre alt war, bekam sie ihren ersten eigenen Hund. „Yakima kam immer als erste auf mich zugelaufen“, erinnert sie sich. Die heute fünfjährige Schäferhündin war die erste, die das Mädchen selbst trainiert und ausgebildet hat. Aufgrund einer Krankheit des Tieres tritt Nathalie mit ihr heute nur noch im Schulzirkus auf.

„Yakima“ ist die Mutter von „Gipsy“. „Sie war die Kleinste und Süßeste in ihrem Wurf“, erinnert sich das Nathalie an ihre ersten Begegnungen mit der Hündin, mit der sie jetzt in Nürnberg an den Start geht. Zwei Stunden täglich hat sie dafür zuletzt mit der Schäferhündin trainiert - nicht nur auf dem Hundeplatz, sondern auch im Wald, wo sich beide ihre Kondition für den Auftritt in Nürnberg geholt haben.

Damit sie am Wochenende nach Nürnberg reisen darf, musste Nathalie mit „Gipsy“ nicht nur eine Reihe von Prüfungen ablegen, sondern ihre Hündin auch schon auf vier Ausstellungen und zuletzt in Stuttgart vorstellen.

Vor der „Kür“ muss Nathalie am Freitag schon früh aufstehen. Bevor sie im Fußballstadion auftreten darf, muss sie bereits um 7 Uhr morgens mit „Gipsy“ noch eine Schutzdienstprüfung bestehen. Ein Überfall auf den Hund und die Jagd nach einem Flüchtenden wird dabei simuliert. „Entscheidend ist, dass sie dabei auf Nathalies Kommandos hört“, erklärt Andreas Aschke, der für das Wochenende optimistisch ist: „Ich traue den beiden einen Platz unter den besten 50 zu.“