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Sport für KinderFußball, Karate oder lieber Ballett?

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Spaß an der Bewegung haben so gut wie alle Kinder - und den gilt es zu erhalten. (Bild: dpa)

Vor die Wahl gestellt, ob sie nun Fußball, Handball oder Karate machen wollen, entscheiden sich die meisten Kinder für Fußball. Und Handball. Und Karate. Bewegung ist den Kleinen (noch) ein Grundbedürfnis und jede Anregung dazu wird dankend angenommen. Doch oft verpufft die Begeisterung schnell und die Eltern bleiben auf den Beiträgen oder der teuer angeschafften Ausrüstung sitzen.

Im Vorschulalter, darin sind sich Experten einig, sind die künftigen Sportler am besten beim Kinderturnen aufgehoben. Hier werden viele Bewegungen eingeübt, die bei späteren Sportarten von Bedeutung sind. Das Angebot ist abwechslungsreich, die Kinder können vieles ausprobieren. Spätestens mit der Einschulung aber kommt die Frage nach dem Fußballtraining (im günstigsten Fall) oder nach dem eigenen Pferd. Was macht in welchem Alter Sinn?

Fußball / Handball

Beides sind immer noch die Topmannschaftssportarten für Jungs, aber auch immer mehr Mädchen finden Spaß daran. Viele Vereine nehmen schon „Minis“ im Alter von vier Jahren zum spielerischen Training. Richtig zur Sache geht es ab ca. sechs Jahren. Die Kinder sollten Ballgefühl haben und sich in eine Mannschaft integrieren können. Auch eine gewisse Robustheit ist von Vorteil - nicht nur körperlich. Denn anders als in der Bundesliga gehen bei den Kleinen schon mal Spiele 18:0 verloren (beim Handball noch höher). Solche Misserfolge müssen Kinder wegstecken können. Nachteil: Es gibt nicht nur das Training unter der Woche, sondern auch Spiele und Turniere am Wochenende. Die Eltern (und Geschwister!) sollten also auch etwas Spaß an der Sache mitbringen. (Kosten: acht bis 13 Euro / Monat plus Schuhe und - je nach Verein - Trikots)

Reiten

Besonders kleine Mädchen wollen unbedingt Reiten lernen und schwärmen für die Pferde - aus orthopädischer Sicht sind regelmäßige Reitstunden aber erst ab etwa sechs Jahren empfohlen. Einen idealen Einstieg bietet das Voltigieren (ab fünf Jahren), das Gleichgewicht, Haltung, Beweglichkeit und Mut fördert. Reiten fördert die Sinnesentwicklung der Kinder und schult neben der Körperkoordination auch das Sozialverhalten und das Selbstbewusstsein. Einmal für diesen Sport begeistert, bleiben viele Kinder ihr Leben lang dabei. Allerdings kostet es auch: Die Basisausstattung vom Helm bis zu den Stiefeln beläuft sich schnell auf 100 Euro. Reitstunden gibt es ab ca. elf Euro / Stunde.

Ballett / Tanzen

Viele Tanz- und Ballettschulen bieten schon für Vorschulkinder (ab vier Jahren) eine „tänzerische Früherziehung“ in der Mädchen und immer häufiger auch Jungen spielerisch an die Grundlagen des klassischen Balletts herangeführt werden. Die Kinder sollten allerdings Konzentrationsfähigkeit und Geduld mitbringen, musikalisch sein und sich in eine Gruppe einfügen können. Ernsthaftes Training mit Spitzentanz beginnt ebenfalls aus orthopädischen Gründen erst ab zwölf Jahren. Kosten für den Tanz- oder Ballettunterricht: 30 bis 50 Euro Monatsbeitrag in einer Ballettschule, in Ballettabteilungen der Sportvereine oft wesentlich günstiger. Ausrüstung ab 50 Euro aufwärts.

Tennis

Beim Kindertennis sollte man darauf achten, dass beim Training eine einseitige Belastung vermieden wird. Nicht nur ein Arm, sondern auch andere Muskelgruppen und die Ausdauer müssen trainiert werden. Ein gutes Einstiegsalter ist acht Jahre. Die Kinder sollten einen gewissen Ehrgeiz mitbringen, denn oft ist relativ viel Training erforderlich, bis Ansätze eines flüssigen Spiels erkennbar sind. Aus Kostengründen (oft mehr als 50 Euro im Monat plus Ausrüstung ab ca. 90 Euro) unbedingt Schnupperstunden vereinbaren.

Schwimmen

Am Anfang steht das Seepferdchen, das Kinder idealerweise mit etwa fünf Jahren absolvieren - dann sind sie in der Lage, Arm- und Beinbewegungen zu koordinieren die richtige Atemtechnik zu lernen. Kleinere Kinder haben großen Spaß (und verlieren die Angst) in spielerischen Wassergewöhnungskursen. Schwimmen fördert Koordination und Ausdauer und schult fast alle Muskelgruppen. Die Kinder sollten sich im Wasser wohl fühlen und später Spaß am Wettkampf entwickeln. Kosten: Im Verein ca. zehn bis 13 Euro im Monat.

Judo / Karate

Kampfsportarten wie Judo, Karate oder auch Taekwon-Do eignen sich für Kinder, die sich gerne mit anderen messen. Aber auch schüchterne oder aggressive Kinder profitieren. Sie lernen motorische Kniffe, die im Alltag nützlich sein können. Außerdem spielen Fairness und Gemeinschaftssinn eine große Rolle. Die Kinder sollten Geduld und Konzentrationsfähigkeit mitbringen. Empfohlen ab ca. sechs Jahren. Kosten: ca. 13 Euro / Monat plus Anzüge und später Prüfungsgebühren.

Hockey

Das Hockeyspielen wird bei Kindern immer beliebter, allerdings muss man mitunter Anfahrtswege in Kauf nehmen, weil das Angebot nicht sehr groß ist. Hockey fördert die Koordination, Schnelligkeit und Geschicklichkeit und als Mannschaftssportart auch den Gemeinschaftssinn. Viele Hockeyclubs bieten Bambinigruppen ab vier Jahren, Wettkämpfe werden ab sechs Jahren bestritten. Leider sind die Kosten sehr hoch, variieren aber je nach Verein auch sehr stark - am besten vor Ort nachfragen. Die Ausrüstung kostet ca. 100 Euro.