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Täter nie gefasstTaxifahrer-Mord seit zehn Jahren ungelöst

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Köln – Es sollte die letzte Fahrt in dieser Nacht für den Kölner Taxifahrer Hüseyin Karakas werden. Am Deutzer Bahnhof stiegen um 1.10 Uhr mehrere Fahrgäste in das Taxi des 56-jährigen Türken ein - mehr als zwei Stunden später wurde die Leiche des Taxifahrers an der Severinsbrücke entdeckt. Die Bluttat geschah genau vor zehn Jahren. Bis heute ist der Mörder nicht gefasst.

Die Ermittler der Sonderkommission „Taxi“ vernahmen in den ersten Monaten nach dem Mord 184 Zeugen, überprüften 108 Spuren und Hinweise. Die Kriminalfall füllt zehn Aktenordner mit rund 3700 Seiten. Doch aller Aufwand brachte die Polizei nicht entscheidend weiter. Ein Fall, der die Ermittler bis heute zermürbt: „Es ist für die Kollegen sehr unbefriedigend, wenn eine solche Tat nicht aufgeklärt wird“, sagte Polizeisprecher Winfried Südkamp. Doch die Beamten wollen die Waffen nicht strecken. „Alle ungeklärten Mordfälle werden in regelmäßigen Abständen neu bearbeitet“, ergänzte der Sprecher.

Ein 38-jähriger Kölner hatte in der Nacht zum 19. Dezember 1999 die grausige Entdeckung gemacht: Gegen 3.20 Uhr war der Mann nach einer Weihnachtsfeier zu Fuß in Deutz auf dem Heimweg. Als er an dem halbdunklen Parkplatz unterhalb der Severinsbrücke vorbeikam, entdeckte er dort das beigefarbene Mercedes-Taxi mit eingeschalteten Standlicht. Die Fahrertür war sperrangelweit geöffnet. Hinter dem Steuer der Taxifahrer lag Hüseyin Karakas - mit einer stark blutenden Wunde am Hinterkopf. Schwer verletzt kam das Opfer ins Krankenhaus. Sein Leben konnten die Ärzte aber nicht mehr retten. Der Mörder hatte dem damals 56-Jährigen in den Hinterkopf geschossen.

Rätselraten über das Motiv des Täters

Zuerst gingen die Fahnder von einem Raubmord aus, denn der Täter hatte die Geldbörse des Opfers mit 300 Mark gestohlen. Dann glaubten die Beamten an eine Beziehungstat, denn es erschien ihnen unwahrscheinlich, dass Karakas wegen dieses geringen Betrag umgebracht wurde. Doch auch die Ermittlungen im privaten Umfeld des Taxifahrer brachten die Polizisten nicht weiter. Auch ein Mord aus politischen Gründen wurde nicht ausgeschlossen. Doch es stellte sich heraus, dass Karakas politisch nicht aktiv war.

Einer so genannten „heißen Spur“ gingen die Ermittler einen Monat nach der Tat nach. Ein 19-Jähriger hatte am Deutzer Bahnhof Kontakt mit dem Taxifahrer, doch nach umfangreichen Recherchen „wurde die Spur schnell kalt“, wie ein Beamter damals sagte. Und so bleibt das Verbrechen im Taxi Nr. 155 ungeklärt.