Hohe Einkommen, moderate Preise: Der Rheinisch-Bergische Kreis landet im Kaufkraft-Ranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft weit vor der Metropole Köln.
Kaufkraft-RankingRhein-Berg hängt Köln ab

Auch finanziell lebt es sich im Rheinisch-Bergischen Kreis deutschlandweit vergleichsweise gut.
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In der Region Rhein-Berg stimmt die Kombination. Hier leben nicht nur viele Menschen mit überdurchschnittlich hohem Einkommen. Hier ist auch das regionale Preisniveau für die Lebenshaltung moderater als in der angrenzenden Metropole Köln, zum Beispiel bei den Mieten, aber auch für Konsumgüter und regionale Dienstleistungen.
Beides zusammen entscheidet über die Kaufkraft der Menschen, die in einer bestimmten Region leben. Unterm Strich kommt für den Rheinisch-Bergischen Kreis dank dieser günstigen Kombination bei einem Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Deutschland-Vergleich Rang 24 von 400 heraus.
IW untersuchte 400 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland
Um zu ermitteln, ob eine Region ein hohes oder niedriges Kaufkraftniveau aufweist, hat das IW zwei Datensätze zusammengeführt: Zum einen die verfügbaren Einkommen je Einwohner für die insgesamt 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland, berechnet von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder. Hier wird geschaut, was nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen von den Bruttoeinkommen verfügbar ist. Die aktuellen Daten der Ämter beziehen sich auf das Jahr 2023.
Zum anderen verwendet das IW einen aktuellen regionalen Preisindex. Damit werden regionale Preise für Konsumgüter und Dienstleistungen ins Verhältnis gesetzt. So entsteht ein preisbereinigtes Durchschnittseinkommen, das Regionen vergleichbar macht. In Rhein-Berg beträgt die Kaufkraft, also das preisbereinigte Durchschnittseinkommen, 32.047 Euro pro Kopf. Dem liegt ein Bruttoeinkommen von 32.592 Euro zugrunde. Damit ergibt sich beim Kaufkraft-Ranking Rang 24 von 400.
Köln, Hamburg und Frankfurt landeten im hinteren Drittel
Der Oberbergische Kreis erreicht mit 30.427 Euro Kaufkraft und 29.271 Euro Bruttoeinkommen Rang 92. Leverkusen kommt mit 26.288 Euro Kaufkraft und 26.709 Euro Bruttoeinkommen auf Rang 340. Knapp vor Köln auf Rang 343, das wie die anderen großen Metropolen Hamburg und Frankfurt im hinteren Drittel landet – hier zehren nach Angaben des IW besonders die hohen Wohnkosten die nominal hohen Einkommen (28.764 Euro in Köln) auf und drücken die Kaufkraft (26.221 Euro in Köln) deutlich.
„Wer gleichwertigere Lebensverhältnisse schaffen will, muss vor allem den Wohnungsbau in den Städten voranbringen“, sagt deshalb IW-Ökonom Christoph Schröder. Gleichzeitig zeige sich, dass das Leben außerhalb der Metropolen finanziell durchaus attraktiv sei. „Damit sich mehr Menschen für ein Leben fern der großen Städte gewinnen lassen, müsste das Umland aber besser angebunden werden“. Weitere Informationen im IW-Kurzbericht Nr.28.
