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Fußball-WMSSV Nümbrecht bietet Public Viewing in Stadionatmosphäre

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Das Foto zeigt den Tribünenbereich beim SSV Nümbrecht. Links im Vordergrund das Gestänge, an dem die große Leinwand angebracht wird.

Der ziemlich neue Tribünenbereich des SSV Nümbrecht dient während der Weltmeisterschaft als Zuschauerbereich für bis zu 800 Fans. Die Leinwand ist sechs mal zehn Meter groß.

Ansonsten ist das WM-Angebot unter freiem Himmel in Oberberg dünn – viele Kneipen und Biergärten wollen Spiele zeigen.

Auf der Tribüne sitzen, Kaltgetränk in der Hand, und auf dem Platz läuft Spitzenfußball – mehr Atmosphäre geht kaum. Erleben kann man das während der Fußball-WM in Nümbrecht. Dort lädt der SSV Nümbrecht zum großangelegten Public Viewing ein – mit Platz für bis zu 800 Fans. Der Eintritt ist frei.

Der SSV zeigt dort alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft, das ist bereits sicher, sagt Roger Lang, erster Vorsitzender des SSV. „Wir denken darüber nach, auch die Halbfinals und das Endspiel zu zeigen, wir wollen aber erst mal abwarten, wie die Reaktionen bei den ersten drei Spielen sind, ob die Bude voll wird oder ob nur 100 Leute kommen.“

Platz für bis zu 800 Zuchauer

Sechs mal zehn Meter groß ist der Riesenbildschirm, der auf dem Spielfeld aufgebaut wurde. Zusammengesetzt übrigens aus den Elementen, die sonst als elektronische Werbebande dienen und deshalb sowieso schon vor Ort waren.

Die Zuschauer sitzen auf den Tribünen; gut 80 davon sind überdacht und sogar gepolstert, links und rechts nimmt man in stadiontypischen Sitzschalen Platz. Hinter den überdachten Reihen können Fußballfans die WM-Spiele auch an Stehtischen verfolgen – ebenfalls vor Niederschlag geschützt und in großer Nähe zum Ausschank.

Das Foto zeigt den zweiten Vorsitzenden des SSV Nümbrecht, Oliver Steidel (links) und den ersten Vorsitzenden Roger Lang.

1. Vorsitzender Roger Lang (rechts) und 2. Vorsitzender Oliver Steidel beim Aufbau der großen Leinwand (zu sehen im Hintergrund) im Nümbrechter Stadion.

Die Versorgung mit Speisen und Getränken läuft generell wie im Fußballstadion: Die fest eingebaute Theke im Clubheim des SSV steht zur Verfügung, eine zweite Theke wird draußen aufgebaut, im überdachten   Bereich oberhalb der Sitzplätze. Im Einsatz sein werden Vereinsmitglieder, um die Leute möglichst gut zu versorgen, so Lang – darunter die eigentliche Thekenbesetzung, aber zusätzlich auch Spieler aus der ersten, zweiten und dritten Mannschaft und von den Alten Herren. Lang: „An einem Spieltag werden wir 20 bis 30 Leute brauchen.“Genug übrigens, um Getränke auch bis an die Sitzplatzbereiche bringen zu können.

Platz ist für maximal 800 Personen. Mehr geht nicht, weil der SSV Nümbrecht als Veranstalter fürs Public Viewing ausschließlich den Tribünenbereich nutzen darf. Hintergrund sind die immer noch laufenden Bauarbeiten, die den ganzen Nümbrechter Sportcampus betreffen und die den ganzen Genehmigungsvorgang etwas kniffelig gemacht haben. Doch letztlich können alle Beteiligten mit dem Ergebnis bestimmt gut leben. Die Idee, ein großes Public Viewing auf die Beine zu stellen,   reifte schon länger, eigentlich, seit sich der SSV zur Anschaffung der modernen Werbebanden entschlossen hatte, die es in der Form im Oberbergischen noch nie gegeben hat, erklärt Lang.

Wenn wir hier in zwei Jahren mal ganz fertig sind und Europameisterschaft haben, dann haben unten vielleicht auch noch mal 500 oder 800 Zuschauer mehr Platz.
Roger Lang, Vorsitzender SSV Nümbrecht

„Unsere erste Intention war: Wir haben jetzt so eine tolle technische Möglichkeit, wir müssen diese außergewöhnlich große Wand nutzen, da wollen wir die Leute von begeistern. Und wenn wir dann hier in zwei Jahren mal ganz fertig sind und Europameisterschaft haben, dann haben unten vielleicht auch noch mal 500 oder 800 Zuschauer mehr Platz“, sagt der Vorsitzende mit Blick in die Zukunft.

„Dann kann es richtig spannend werden, denn dann haben wir ja auch andere Anstoßzeiten als jetzt.“ Langfristig schwebe dem SSV schon vor, auch noch größere Veranstaltungen anzubieten. Apropos: Für den Fall, dass sich Deutschland als einer von acht Gruppendritten für die erste K.O.-Runde qualifiziert und – wenn’s dumm kommt – dann mittwochsmorgens um 3 Uhr, donnerstagsmorgens um 2 Uhr oder freitagsmorgens um 5 Uhr anstoßen müsste, würde es nachvollziehbarerweise beim SSV kein Public-Viewing-Angebot geben.

Rahmenprogramm in Nümbrecht:

Beim Spiel gegen Curaçao (Sonntag, 14. Juni, 19 Uhr), Einlass 16.30 Uhr, ab 17.30 Uhr spielt die kölsche Band „Zesamme“. Beim Spiel gegen die Elfenbeinküste (Samstag, 20. Juni, 22 Uhr) ist Einlass ab 18 Uhr. Musik mit DJ Walker, Parkplätze vor dem Stadion und an der GWN-Arena. Platzreservierungen sind online möglich, Gebühr: ein Euro, dafür kann man Vip-Tickets für Spiele des 1. FC Köln gewinnen.


Angebote in Oberbergs Kommunen

Große Public-Viewing-Veranstaltungen, bei denen viele Menschen gemeinsam die Spiele unter freiem Himmel gucken, sind im Oberbergischen diesmalrar gesät. Kein Wunder bei den ungünstigen Anstoßzeiten. Eine Abfrage in den Rathäusern in unserem Verbreitungsgebiet ergab, dass das Angebot dünn bleiben dürfte – zunächst jedenfalls. Ob nach der Gruppenphase die Euphorie so groß ist, dass es doch noch weitere Gruppengucken-Partys gibt, wissen wir nach dem Spiel gegen Ecuador (Anpfiff: Donnerstag, 25. Juni, 22 Uhr).

Grundsätzlich können noch Veranstaltungen beantragt werden, melden einige Rathäuser zurück. Vielfach verweisen die Verwaltungen auch explizit auf die Möglichkeit, während der WM in Einzelfällen Ausnahmen vom nächtlichen Lärmschutz zu genehmigen. Zahlreiche Kneipen oder Biergärten dürften hingegen Spiele zeigen – auch dank eines Ministeriumserlasses, nach dem während der WM Ausnahmen von der Lärmschutzsatzung möglich sind.

SV Thier zeigt erstes Gruppenspiel

In Wipperfürth sind bislang keine Public-Viewing-Angebote bekannt, heißt es aus dem Rathaus, „laut unserem Ordnungsamt gab es eine Anfrage für das Endspiel, für den Fall, dass Deutschland am Finalspiel teilnehmen sollte (Entscheidung steht noch aus).“ Sollten noch Anträge eingehen, müssten diese vor dem Hintergrund des besagten Erlasses geprüft werden. Der SV Thier überträgt im Rahmen seines Sommerfestes am Wochenende das erste deutsche Gruppenspiel am Sonntag auf Leinwand.

In Lindlar wird ebenfalls auf den Erlass verwiesen. Anträge für Public Viewing würden geprüft und Ausnahmen gegebenenfalls erteilen. „Bei der Entscheidung sind insbesondere die Auswirkungen auf die Nachbarschaft, die Lage des Veranstaltungsortes, das zu erwartende Besucheraufkommen sowie das öffentliche Interesse an der Veranstaltung zu berücksichtigen. Dabei ist für uns der Erlass maßgeblich“, so Bürgermeister Sven Engelmann. Aus Datenschutzgründen dürfe allerdings nicht öffentlich gemacht werden, wer einen Antrag gestellt hat. „Grundsätzlich erwartet die Gemeinde Lindlar keine Probleme im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Schauen der Fußballspiele.“

In Marienheide wird es zunächst keine Public-Viewing-Angebote geben. Eine Anfrage sei gestellt worden, „konnte jedoch wegen nicht zur Verfügung stehender Veranstaltungsorte nicht umgesetzt werden“. Weitere Veranstaltungen oder Übertragungen in Gaststätten waren im Rathaus nicht bekannt.

Zwei junge Männer sehen sich ein Fußballspiel in einer Kneipe an.

Ungünstige Anstoßzeiten erschweren die Organisation von Public Viewings bei dieser Fußball-WM

In Gummersbach wird es ebenfalls kein Rudelgucken unter freiem Himmel geben? Stadtsprecher Siegfried Frank sagte, es habe zwar die Überlegung im Raum gestanden, ein Public Viewing im Stadtgarten auf die Beine zu stellen, doch letztlich hätten sich die Interessenten dagegen entschieden.

In Engelskirchen ist der Verwaltung bislang nur ein Public Viewing beim ASC Loope auf dem dortigen Sportplatz bekannt – für das Spiel der Deutschen Nationalmannschaft am Samstag, 20. Juni, 22 Uhr, gegen die Elfenbeinküste. Die wurde auch genehmigt.

In Bergneustadt antwortete Bürgermeister Matthias Thul: „Tatsächlich gibt es bei uns keinerlei Anfragen oder Anträge dazu.“ Erwartet hatte er Public-Viewing-Anträge insbesondere für die Spiele mit türkischer Beteiligung, allerdings fänden diese alle in den ganz frühen Morgenstunden (in der Vorrunde um 6 Uhr, um 5 Uhr und um 4 Uhr unserer Zeit) statt, so dass hier kein Public Viewing angeboten wird. Thul: „Das wird bestimmt interessanter, wenn die Vorrundenspiele vorüber sind.“

In Wiehl ist nach Kenntnis der Stadtverwaltung bislang kein größeres Public Viewing geplant.

Die Gemeindeverwaltung steht möglichen Anfragen grundsätzlich offen gegenüber und würde entsprechende Vorhaben positiv begleiten. Derzeit liegen jedoch keine entsprechenden Anträge oder Anfragen vor.
Gemeindeverwaltung Reichshof

In Reichshof sind aktuell ebenfalls keine Public-Viewing-Veranstaltungen geplant. „Die Gemeindeverwaltung steht möglichen Anfragen grundsätzlich offen gegenüber und würde entsprechende Vorhaben positiv begleiten. Derzeit liegen jedoch keine entsprechenden Anträge oder Anfragen vor“, heißt es im Rathaus. Auch den Ausnahme-Ministeriumserlass würde man positiv begleitet, „aktuell gibt es jedoch keine gastronomischen Betriebe, die hiervon Gebrauch machen wollen. “

In Nümbrecht ist der Gemeindeverwaltung nur die Großveranstaltung des SSV Nümbrecht (siehe oben) bekannt; zu weiteren Veranstaltungen seien auch keine Anfragen eingegangen.

In Waldbröl heißt es, es seien aktuell keine Veranstaltung geplant. „Wir haben zudem auch noch von keiner offiziellen Übertragung in Kneipen etc. gehört. Auch dem Ordnungsamt liegen keine Anfragen zur Genehmigung vor.“

In Morsbach sind diese Public-Viewing-Anfragen beim Ordnungsamt eingegangen und genehmigt: Gerätehaus Feuerwehr Lichtenberg am Sonntag, 14. Juni, und am Samstag, 20. Juni, sowie am Gerätehaus Feuerwehr Morsbach bei allen drei deutschen Gruppenspielen.