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LandtagswahlWüst und Barley trafen zum Wahlkampfgipfel auf Grafenwerth aufeinander

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Katarina Barley und Hendrik Wüst begrüßten sich. 

Bad Honnef – Wer auf der Insel Grafenwerth Wahlkampf für den Landtag macht, kommt um die angekündigte Schließung des Franziskus Gymnasiums Nonnenwerth nicht herum. Und so trafen sich am Stand der Schule Ministerpräsident Hendrik Wüst und die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Katarina Barley, die mit geballten Fäuste zum Corona-Gruß aneinanderstießen. Die beiden Landtagskandidatinnen Dr. Charlotte Echterhoff (SPD) und Dr. Derya Gür Şeker (Bündnis 90/Grüne) sowie Jonathan Grunwald (CDU) waren ebenfalls dabei. Engagiert diskutierten sie mit Schülervertretung, Lehrern und Eltern.

Landesvater Wüst machte es kurz und knackig: „Kommt zu uns nach Düsseldorf, lasst uns einen Schlachtplan entwickeln und schauen, was das Land machen kann“, wohlwissend, dass der Ball jenseits der Landesgrenzen liegt.

„Politik zum Anfassen“

„Es geht um fast 500 Schüler, denen geht es echt nicht gut“, hatte Astrid Heilmann-Cappel, Mitglied der Schulleitung, gesagt. Sie war schon die Lehrerin von Grunwald und Jan Radermacher, der Echterhoff ebenso engagiert unterstützte wie sich für den Erhalt des Gymnasiums einsetzte.

Alles zum Thema Hendrik Wüst

Vom Bahnhof Rhöndorf war die junge Sozialdemokratin losgezogen. „Ich will Politik zum Anfassen machen“, meinte sie beim Start, „das heißt für mich, da zu sein, wo die Menschen sind und die zufällige Begegnungen zu suchen.“ Politik kann für sie nur auf Augenhöhe funktionieren, deshalb will sie wahrnehmbar sein und Gesprächsangebote machen.

Sie hatte bei Barley angefragt und die Europapolitikerin hatte nach Terminen mit SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty in Duisburg und Oberhausen auf der Heimreise nach Trier nach ein bisschen Zeit. „Ich unterstütze gerne die jüngeren Frauen, die brauchen wir“, sagte die frühere Bundesjustizministerin.

Gemeinsam sprachen sie Spaziergänger an, Angler und gar eine kleine Grillparty am Rheinstrand. Barley kümmert sich unter anderem um die Rechtsstaatlichkeit in Europa, nicht ohne Sorge schaute sie auf die Wahl in Frankreich, wo mit Marine Le Pen eine Europaskeptikerin Präsidentin werden könnte.

Vier Kandidaten warteten vor der Insel Grafenwerth auf Wüst

Grafenwerth war das Ziel, weil dort der Stadtjugendring zum „cook & talk“ geladen hatte. An der Brücke hinüber begegneten sich die beiden Trosse erstmals. Wüst wurde von den drei CDU-Kandidaten Franken und Grunwald erwartet, am Eiswagen warteten bereits Oliver Krauß und Sascha Lienesch. Katharina Gebauer hatte eine andere Wahlkampfveranstaltung in Troisdorf.

„Auf ein Tässchen Kaffee mit Hendrik Wüst“, hieß das Motto, aber es wurde doch eher ein Eis. Der Ministerpräsident gab sich leutselig und lobte die Kandidaten, durchweg Männer. Zuvor durfte er sich noch ins Goldene Buch der Stadt eintragen, dessen erste Seite Konrad Adenauer signiert hatte. „Hier bin ich zum Landesvorsitzenden der CDU gewählt worden, das vergisst Du nicht.“

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Bei seiner kleinen Rede vor den Anhängern, vor dem Zusammentreffen der Wahlkämpfer, sagte er: „Wir haben einiges geschafft, aber wir sind noch nicht fertig.“ Innere Sicherheit sei ein Thema, Polizisten müssten besser ausgestattet werden, auch mit besseren Rechten.

Mehr Lehrerinnen und Lehrer, kleiner Klassen, sichere Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit im Hochenergie-Standort NRW, mehr Flexibilität, um den Ausstieg aus der Kohleverstromung 2030 schaffen zu können. „Wir haben die Herzen und die Ohren offen“, versprach Wüst.  

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