Rotes Kreus in Bornheim-Sechtem70 Freiwillige kommen zur Blutspende

Lesezeit 4 Minuten
Die medizinische Fachkraft Rosi Fischer vom DRK-Blutspendedienst nimmt Leszek Frey in Bornheim-Sechtem Blut ab.

Die medizinische Fachkraft Rosi Fischer vom DRK-Blutspendedienst nimmt Leszek Frey in Bornheim-Sechtem Blut ab.

Bornheim-Sechtem – „Blutspenden gibt mir ein gutes Gefühl“, sagte Helene Kusserow (52) aus Bornheim. Seit ihrem 18. Lebensjahr ist sie „Überzeugungstäterin“. „Mein Vater war auch Blutspender und hat mich mitgenommen, als ich 18 Jahre alt war“, erzählt sie. Da sie weiß, dass sie mit einem halben Liter Blut Menschenleben retten kann, bleibt sie dabei. Sie war eine von etwa 70 Spendern, die zuvor online einen Termin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Sechtem gebucht hatten.

Gespendet wurde dieses Mal im katholischen Pfarrheim in der Wiener Straße. Am Eingang stand Ehrenamtler Michael Dick. An ihm kam nach einer kurzen Befragung niemand vorbei, der sich nicht hundertprozentig gesund fühlte. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes war Pflicht. In einer Art Einbahnstraßensystem ging es von dort aus zum Fieber- und Pulsmessen, zur Blutkontrolle auf Eisenwerte sowie Farbe und dann zum „Aderlass“.

Keine Wartezeiten

Wartezeiten entstanden durch das Terminbuchungssystem nicht. „Dieses Terminsystem hat sich schon jetzt so gut bewährt, dass wir es nicht mehr abschaffen werden, auch nach der Pandemie nicht“, sagte Moritz Kistler. Er ist Sprecher des DRK für den Rhein-Sieg-Kreis und für Köln. „Die Möglichkeit der Onlinebuchung wird gut angenommen“, ergänzte er. Bei der Spendenbereitschaft sei aufgrund der fehlenden Werkstermine in Köln ein deutlicher Rückgang zu bemerken. „Aber hier im Rhein-Sieg-Kreis bleiben die Zahlen relativ konstant“, betonte er. Laut Kistler ist es bemerkenswert, dass aufgrund der Pandemie und aus Angst vor einer möglichen Corona-Infizierung zwar nicht alle gelisteten Blutspender, dafür allerdings jüngere und neue Spender kommen. „Noch überlegen wir im Kollegenkreis, woran das liegen kann“, berichtete er. Ein Grund könne die intensive Werbung sein. Möglich sei auch, dass viele wegen des Lockdowns im Homeoffice arbeiteten und einfach mehr Zeit hätten.

Blutspende

Wer mindestens 18 Jahre alt ist und sich gesund fühlt, darf Blut spenden. Der Personalausweis ist unbedingt mitzubringen. Vor dem „Aderlass“ werden Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Blutfarbstoffwert überprüft. Im Labor wird das Blut später auch noch auf Infektionskrankheiten untersucht. Jeder Spender erhält einen Ausweis mit seiner Blutgruppe. Die eigentliche Spende dauert rund fünf bis zehn Minuten. Anschließend empfiehlt der DRK, sich noch ein paar Minuten vor Ort zu entspannen. Zum Abschluss gibt es noch ein Lunchpaket zur Stärkung mit auf den Weg.

Dank der Spender ist es dem Roten Kreuz in den vergangenen Monaten gelungen, die Versorgung schwerkranker Patienten mit Blutkonserven zu garantieren. Dafür dankt das DRK allen, die mit ihren Spenden geholfen haben. Gleichzeitig erinnern die Haupt- und Ehrenamtler daran, dass die Spenden auch in der Impfphase wichtig sind. Ausdrücklich weist das DRK darauf hin, dass die Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin umgesetzt werden. Das Gesundheitssystem funktioniere nicht, wenn keine Blutkonserven zur Verfügung stünden. Der DRK-Blutspendedienst bittet deshalb zu spenden. (mkl)

Das bestätigte wenig später auch Martin Klages (56). 2005 habe er mit der Blutspende begonnen und anschließend weitergemacht, allerdings nicht immer regelmäßig. So liege seine letzte Blutspende schon ein bisschen zurück. „Nun habe ich wieder Zeit“, erklärte er. Wegen der Pandemie findet er die Blutspende nun wichtiger denn je. „Ich sehe die Spende als soziale Verpflichtung“, so Klages.

„Eine Aktion, die Menschenleben retten kann“, war auch Alexander Becker (32) überzeugt. Er kam durch die Bundeswehr zur Blutspende und ging auch nach dem Wehrdienst regelmäßig zu den Terminen in seinem Wohnumfeld. „Ich bin gesund, mein Blut wird gebraucht und ich kann mit der Spende etwas wirklich Gutes tun“, erklärte er.

Angst, sich mit dem Virus zu infizieren, musste keiner der Blutspender haben. Die ehrenamtlichen Helfer des DRK in Bornheim achteten genau darauf, dass alle Hygieneregeln eingehalten wurden.

Das könnte Sie auch interessieren:

„Am meisten vermissen unsere Blutspender das gemütliche Beisammensein nach der Spende“, erzählte Ehrenamtlerin Nicole Kraus. Sie verabschiedete jeden Spender mit einem Lunchpaket, die ihre beiden DRK-Kolleginnen Margret Lippert-Dick und Christine Schwarz vorher mit frischen, belegten Brötchen, Café to go, Süßigkeiten und einem Saft gepackt hatten.

Online-Terminbuchung: Die nächste Blutspende findet am Freitag, 5. März, von 16.30 bis 20 Uhr in der Rheinhalle in Bornheim-Hersel, Rheinstraße 201, statt. Termine können unter spenderservice.net oder terminreservierung.blutspendedienst-west.de/m/40152110 gebucht werden.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren