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Gastro-SzeneDiese drei neuen Cafés gibt es in Bonn

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Nicolas Schild und Linnea Höpfner haben auch in der Bonner Südstadt einen „Kaufmannsladen“ eröffnet.

Nicolas Schild und Linnea Höpfner haben auch in der Bonner Südstadt einen „Kaufmannsladen“ eröffnet.

Mit dem gewissen Etwas: Michael Sachse hat das Café kudos, den „Kaufmannsladen“ in der Bonner Südstadt und das Café Momo besucht.

Hannah Gerl und Benedikt Palm haben sich ihren Traum verwirklicht. In seinem Café kudos verknüpft das Paar zwei Leidenschaften: Kaffee und Radfahren. Dafür haben sie die Räumlichkeiten des ehemaligen Café Schöller hinter dem Bonner Hauptbahnhof übernommen und über sechs Wochen umgebaut.

Hinter einer in Betonoptik und mit Mikrozement gestalteten Küchentheke bereiten sie Kaffeegetränke zu und backen Croissants sowie Panini. Der Parkettboden wurde geschliffen, lackiert und versiegelt. Den zirka 4,40 Meter hohen Gastraum haben die jungen Gastgeber in Beige gestrichen. Moderne Designer-Lampen und eine Mischung aus runden Bistro- und Hochtischen sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Da der Raum über eine Empore verfügt, verteilen sich die 26 Sitzgelegenheiten über zwei Ebenen, was dem Ambiente einen besonderen Charme verleiht. Als Losung haben sich die beiden für den Dreiklang „coffee, cycling, culture“ entschieden. Sichtbar wird ihr Motto durch ein Rennrad mit blau-rotem Rahmen, das unter der Decke hängt. Die beiden 25-Jährigen sind passionierte Radsportler.

Ein „Daumen hoch“ für radelnde Kaffeeliebhaber

„Wir haben auf unseren Reisen durch Spanien und Portugal festgestellt, wie beliebt Cafés als Treffpunkte für Radsportler sein können. In Deutschland sind solche Cafés bislang kaum verbreitet. In Stuttgart allerdings haben wir eine Adresse entdeckt, die Kaffeegenuss und Radsport verbindet. Deshalb haben wir uns mit dem dortigen Betreiber im Vorfeld intensiv ausgetauscht“, verrät Palm.

Radsportler werden schon durch den Namen „kudos“ angesprochen: Ähnlich wie das Liken eines Facebook-Beitrags oder das Favorisieren eines Tweets sind „Kudos“ auf der größten Internet-Plattform für die Aufzeichnung von Sportaktivitäten ein schnelles virtuelles Daumen-hoch, das Nutzer anderen Sportlerinnen und Sportlern geben können, um ihnen zu einer besonderen Aktivität, einem Erfolg, einem Beitrag, einem Abzeichen oder einem erreichten Challenge-Meilenstein zu gratulieren.

Neugastronomen und passionierte Radsportler: Hannah Gerl und Benedikt Palm .

Neugastronomen und passionierte Radsportler: Hannah Gerl und Benedikt Palm.

Die beiden Bonner Neugastronomen sind in der hiesigen Radsportszene gut vernetzt und hoffen, dass ihr Café als Ausgangspunkt und Ziel für Touren in der Region genutzt wird. Darauf haben sie sich vorbereitet. So gibt es vor der Tür ausreichend Abstellmöglichkeiten. Wer sein Rad abschließen möchte, erhält im Café ein Schloss. In einem separaten Regal stehen zudem Gels, Riegel und spezielle Drinks für Biker. Spätestens ab dem Sommer sollen auch Radsportevents wie die Tour de France im Café übertragen werden. Das Speisen- und Getränkeangebot ist italienisch inspiriert. Croissants (2,80 Euro) werden aufgebacken und wahlweise mit Pistazien- (4,30 Euro) oder Mandelcreme (4 Creme) gefüllt. Bananenbrot rundet das süße Sortiment ab.

Wer Herzhaftes bevorzugt, wählt eines der Panini (7,20 bis 7,50 Euro), zum Beispiel belegt mit Mortadella, Fior di Latte und Rucola oder Provolone, Oliven, Pesto und getrockneten Tomaten. Beide Gastgeber haben in Bonner Cafés Erfahrungen sammeln können. Benedikt Palm hat zudem eine Barista-Schulung in der Bonner Kaffeeschule besucht. Von dort kommen auch die Bohnen für die Kaffeespezialitäten vom Espresso (2,50 Euro) bis hin zum Latte Macchiato (4,50 Euro). Der entkoffeinierte Kaffee – hergestellt mit frischen Bohnen – stammt von der Bonner Kaffeerösterei June and July. Weitere Heißgetränke sind Matcha Latte (5 Euro) oder heiße Schokolade (3,80 Euro). Unter der Überschrift „Spaßgetränke“ locken zusätzlich Espresso Martini, wechselnde Weine oder das italienische Bier Peroni aus der Flasche.

kudos, Colmantstraße 5, 53115 Bonn, dienstags bis freitags 9 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags 10 bis 17 Uhr.

Kaufmannsladen in der Südstadt

Der in der Königswinterer Altstadt beheimatete „Kaufmannsladen“ ist eine Mischung aus Café, Buch- und Geschenkeladen sowie Veranstaltungsort, und das bereits seit neun Jahren. Nun hat Gastgeber Nicolas Schild gemeinsam mit seiner Freundin Linnea Höpfner in der Bonner Südstadt eine zweite Location mit demselben Namen eröffnet. Das Konzept ist bis auf den Buchhandel nahezu identisch. Das Paar hatte schon länger nach einem passenden Standort für sein zweites Café gesucht.

Die Südstadt rangierte auf ihrer Wunschliste ganz oben. Am Bonner Talweg haben die beiden schließlich ein Ladenlokal in einem Gründerzeithaus gefunden, das aus zwei Räumen besteht und sich bestens eignet. Bis vor drei Jahren waren dort eine Boutique und ein Café untergebracht. Nach einem Brand im Dachstuhl wurde das Haus lange saniert. Der Kaufmannsladen erstreckt sich über beide Räume. Bei einem Cappuccino oder einem Stück Kuchen erhalten die Gäste so manche Anregung für ein Geschenk. In den Schränken und Regalen locken Waren, die sich hervorragend als Mitbringsel eignen, darunter Tassen, Spirituosen, Seifen, Poster, Olivenöle, Konserven und eine Auswahl an Papeterie-Artikeln.

Zum Speisenangebot des „Kaufmannsladen“ zählt Knuspermüsli mit Joghurt und Früchten.

Zum Speisenangebot des „Kaufmannsladen“ zählt Knuspermüsli mit Joghurt und Früchten.

Das nostalgische Ambiente besticht nicht nur durch die hohen stuckverzierten Decken und einen olivfarbenen Anstrich, sondern auch mit antiken Schränken, historischen Reklameschildern, originellen Lampen und schönen Holzmöbeln. Über beide Räume verteilen sich 25 Plätze, die ab dem Frühjahr von weiteren Sitzgelegenheiten vor dem Eingang ergänzt werden. Die Bohnen für den Hauskaffee „Eselbohne“ stammen aus der Bonner Rösterei Piazza Venezia. Der Espresso kostet 2,40 Euro, einen Flat White gibt es für 4 Euro und einen Café Crema für 2,80 Euro. Hausgemacht sind Limonade und Eistee. Weinaffine Gäste können Trachytriesling und Grauburgunder vom Königswinterer Winzer Pieper genießen. Aus dem Zapfhahn fließt das italienische Moretti.

Das Speiseangebot umfasst diverse Panini, zum Beispiel mit Pesto, mariniertem Gemüse, Mozzarella und Rucola oder Pesto, Schinken, Tomate, Mozzarella und Rucola (je 8,90 Euro). Außerdem gibt es hausgemachte Quiche mit Salatbeilage (8,90 Euro) oder Knuspermüsli mit Joghurt und Früchten (5,90 Euro). Aus der Vitrine lockt zudem eine Auswahl an Kuchen (Stück für 3,80 bis 4,20 Euro).

Kaufmannsladen Südstadt, Bonner Talweg 16, 53113 Bonn, montags bis samstags 9 bis 19 Uhr.

Ein Hauch von Sizilien

Kaffeegenuss auf hohem Niveau verspricht auch Seyed Mohammad Afkhami Namin. Auf der Poppelsdorfer Gastromeile hat der Experte für besondere Röstungen das Café Momo eröffnet. Im Kaffeegeschäft ist der Neugastronom schon länger Regionalvertreter der italienischen Großrösterei Caffè Mokambo für Bonn, Köln, den Rhein-Sieg-Kreis und den Kreis Ahrweiler.

Kaffeespezialist: Seyed Mohammad Afkhami Namin.

Kaffeespezialist: Seyed Mohammad Afkhami Namin.

Seit 2024 organisiert er seinen Handel aus einem Ladenlokal in der Bonner Innenstadt. Im Café spielen allerdings die Bohnen der Traditionsrösterei Arabicaffe aus dem sizilianischen Catania die Hauptrolle. Die Gäste können wöchentlich wechselnde Espresso-Röstungen probieren. Die Bohnen für die ausgeschenkten Kaffees lassen sich auch im Café erwerben. Bei unserem Besuch wurden neben einer klassischen Röstung der stärkere Caffè Rosso mit einem Anteil von 70 Prozent Arabica-Bohnen sowie die mildere Sorte Tipico angeboten.

Unter den Kaffeespezialitäten ist Nutellaccino eine süße Empfehlung, die in einem mit Nutella bestrichenen Glas serviert, mit einem doppelten Espresso, aufgeschäumter Milch sowie einem Sirup nach Wahl kombiniert und von Kakaopulver gekrönt wird. Aus der Vitrine locken verschiedene Kuchen, die der Gastgeber von einer Kölner Konditorei bezieht: New York Cheesecake (4 Euro), Erdbeer-Schoko-Kuchen (3,90 Euro) und Sahneröllchen (3,50 Euro).

Café Momo, Clemens-Augst-Straße 51, 53115 Bonn, Telefon (01 76) 24 90 28 26, dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.