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Euskirchener Ringer Naci SahinMit Heinz Flohe auf der Ringermatte

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Eine Aufnahme aus den 1970er -Jahren zeigt Naci Sahin (2. v. l.) und Heinz Flohe (r.) mit zwei Weggefährten. Der Ringer und der Fußballer trainierten oft gemeinsam.

Euskirchen – Naci Sahin fällt so manche Anekdote ein, wenn er von Heinz Flohe erzählt. Beide waren lange Zeit hervorragende Sportler. Sahin kämpfte auf der Ringermatte; Flohe, der am 15. Juni in einem Vettweißer Pflegeheim gestorben ist, glänzte auf dem Fußballplatz.

Der Nationalspieler des 1.?FC Köln liebte nicht nur den Boxsport, sondern auch das Ringen, wie Sahin, der türkischstämmige Euskirchener, jetzt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete.

Mit dem Porsche zum Wettkampf

Sahin selbst, der 1971 Studentenweltmeister wurde, war lange Zeit eine feste Größe in der Euskirchener Ringerszene. Von 1972 an ging er für den hiesigen Athleten-Club (AC) auf die Matte, später für den KSV Euskirchen, der 1974 durch die Fusion des AC mit dem Verein TuF Borussia entstanden war. Anfangs, so Sahin, trugen die Kraftsportler ihre Heimkämpfe in der Turnhalle am alten Emil-Fischer-Gymnasium aus, später in der Jahnhalle.

In der Blütezeit – der KSV trat mehrere Jahre in der 2. Bundesliga an – kamen 300 Zuschauer zu den Begegnungen. Flohe war dabei, wenn seine Zeit es zuließ. „Oft kam er samstags nach Bundesliga-Heimspielen des 1. FC Köln mit seinem Porsche direkt zu unseren Wettkämpfen“, erzählt Sahin (68).

Flohe, der mit den Kölnern unter anderem 1978 Deutscher Meister und Pokalsieger wurde, trainierte auch häufiger mit den Euskirchener Ringern. „Er hatte Talent“, sagt Naci Sahin. „Wenn ich nicht Fußballer wäre, wäre ich Ringer geworden“, habe Flohe einmal gesagt.

Eines Tages habe der FC-Star ihn, Sahin, auch zum Duell auf der Matte herausgefordert: „Heinz hat aber ganz schnell gemerkt, dass er gegen einen austrainierten Ringer keine Chance hatte.“ Mit dem Hinweis, dass am nächsten Tag ein Bundesligaspiel anstand, habe Flohe den ungleichen Kampf nach kürzester Zeit abgebrochen, so Sahin: „Er hatte Angst, sich zu verletzen. Verständlich, denn das hätte natürlich Ärger gegeben.“

Auf einem Bild aus Naci Sahins Privatarchiv ist er mit Flohe und zwei weiteren türkischen Spitzenringern, Ahmed Gürbüz und Seyit Hisirli, zu sehen, die damals, in den 1970er Jahren, nach Euskirchen gelotst werden sollten. „Sie waren aber für unseren Verein zu teuer“, erinnert sich Sahin.

Ein andere Aufnahme entstand in der Kölner Radrennbahn bei einem FC-Heimspiel. Auf der Tribüne, direkt am Spielfeld, steht eine Delegation aus der Kreisstadt mit einem Transparent. „Ringerclub AC Euskirchen grüßt den 1. FC Köln u. sein Mitglied H. Flohe“, ist darauf zu lesen. „So wie Heinz uns immer unterstützt hat“, erzählt Sahin, „haben wir ihn im Stadion angefeuert.“